Update Juni 2013


Die „Tourism Task Force“ des Europäischen Parlaments konstituiert sich

Am 26. März wurde die erste Sitzung der Taskforce Tourismus des Europaparlaments unter dem Vorsitz von MEP Brian Simpson (S&D, UK) abgehalten. Als Redner trat der Vizepräsident der Kommission Antonio Tajani auf, der die MEPs über die aktuellen Arbeiten der Kommission an zentralen tourismusbezogenen Diskussionspapieren informierte.
In Fragen der Visumspolitik nahm der Kommissar Bezug auf die jüngste Mitteilung bezüglich der Erleichterung bei der Erteilung von Visa und hob die gemeinsamen Anstrengungen der Generaldirektionen Unternehmen & Industrie und Justiz bei den Visumerleichterungen für die Einreise in den Schengenraum bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Sicherheit hervor.
Zum Thema EU-Qualitätsmerkmale im Tourismus verwies der Kommissar auf eine Verordnung, die für Anfang Juli erwartet wird. Dieses Regelwerk soll ein umfassendes Qualitätssystem für alle Länder der EU liefern.
Bei der Saisonabhängigkeit hob er die Rolle des Calypso-Projekts und der Initiative „50.000 Touristen hervor. Was die Verwendung von Finanzmitteln angeht, so hat die Kommission bereits 2012 die Auswirkungen des Tourismus auf die wirtschaftliche Lage skizziert. Im laufenden Jahr werden vier Themen großgeschrieben: engere Zusammenarbeit mit Reisezielmanagern, Förderung von Qualitätsinitiativen, Menschen mit Behinderungen, Schulungen, breiter gefächerter Einsatz von Innovationen.


Update Dezember 2012

Die EU unternimmt Schritte, die es Staatsangehörigen aus Drittländern erleichtern sollen, in die EU zu reisen.

Am 7. November hat die Europäische Kommission eine strategische Mitteilung veröffentlicht, in der untersucht wird, wie die Umsetzung der gemeinsamen Visumpolitik verbessert werden könnte, um mehr Reisemöglichkeiten für Staatsangehörige aus Drittländern zu schaffen.

Mit einer Gesamtzahl von 18,8 Millionen Jobs in 2011 ist die Tourismusbranche einer der größten Beschäftigungsmotoren in der EU. 2011 beliefen sich die Besucherausgaben auf 330,44 Milliarden Euro. Es wird angenommen, dass diese Zahlen sich bis zum Jahr 2022 auf 20,4 Millionen Jobs und 427,31 Milliarden Euro erhöhen werden.

Die Kommission hat mehrere Änderungen in der Anwendung des derzeitigen Visakodexes seitens der Konsulate in den Mitgliedstaaten bestimmt. Insbesondere sollten Konsulate die 15-tägige Frist zur Zusicherung eines Termins sowie zur Beschlussfassung hinsichtlich Visumanträgen durchsetzen, und die Verfügbarkeit von Antragsformularen in der Gastland-Sprache der Konsulate sowie die von Mehrfachvisa sicherstellen.

Die Kommission hat auch eine Reihe langfristiger Änderungen vorgenommen, um Formulare und Prozeduren zu optimieren und die Visavergabepraxis im Schengener Raum zu harmonisieren.

Europäische Kommission kurz vor Verabschiedung eines europäischen Qualitätslabels für Tourismus.
Die Kommission wird Ende März 2013 einen Vorschlag für ein europäisches Qualitätslabel unterbreiten. Im Oktober hat die Kommission eine vorbereitende Studie veröffentlicht, die vom Zentrum für europäische Studien (CEPS) durchgeführt wurde. Die Studie wurde mittels Marktanalysen und zwei Umfragen erstellt. Eine der Umfragen war auf Konsumenten ausgerichtet, die andere auf Unternehmen, die bestehende Qualitätssysteme anwenden.

Die Studie identifiziert 30 vorhandene Systeme mit Unterschieden in Ausmaß, Kriterien und Führung. Interessengruppen unterstützten tendenziell ein europäisches System, mit der Begründung, dass eine existierende Fragmentierung für Konsumenten und Unternehmen unübersichtlich ist.  Jedoch sollte ein jegliches System nach dem „bottom-up“-Prinzip aufgebaut werden, existierende Systeme ergänzen, freiwillig und kostenlos sein sowie einen einfachen Zugang bieten.

Die Kommission veröffentlicht eine Studie zum Einfluss von EU-Richtlinien auf das Tourismusaufkommen
Im Oktober veröffentlichte die Europäische Kommissioneine Studie zum Einfluss von EU-Richtlinien auf den Tourismus. IAAPA war eine der 20 Tourismus-Interessengruppen, die im Rahmen der Untersuchung für den Schlussbericht befragt wurden. Der Bericht betont folgende Herausforderungen für Tourismus-Betriebe:

  • Unterschiede in der Implementierung bei Geschäftsrichtlinien, Besteuerung sozialer Sicherheit innerhalb der MS und Sub-Sektoren
  • Unterschiedliche Auswirkung der Gesetzgebung auf die verschiedenen Sub-Sektoren
  • Die Saisonalität von Tourismus-Aktivitäten
  • Ungleichmäßige regionale Entwicklung
  • Unzureichend qualifizierte Arbeitskräfte

Die vorgeschlagene Lösung ist ein stärkeres ‘Mainstreaming’ von Tourismus-Angelegenheiten in verschiedenen Politikbereichen innerhalb der Europäischen Kommission, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Tourismusbranche bei jeder politischen Entscheidung berücksichtigt werden.

Das Europäische Parlament verstärkt mit einer neuen Arbeitsgruppe den Fokus auf Tourismus
Um die Arbeit der Mitglieder des Europäischen Parlaments hinsichtlich der Tourismuspolitik zu koordinieren, hat der Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr des Parlaments (TRAN) eine Tourismus-Arbeitsgruppe eingerichtet. Zu der Arbeitsgruppe gehören 15 Mitglieder des Europäischen Parlaments, mit folgendem Auftrag:

Am 9. Oktober hat sich der Ausschuss bezüglich der Hauptprioritäten der Arbeitsgruppe für das nächste Jahr ausgetauscht. Diese Prioritäten beinhalten:

  • die Maßnahmen, die seitens der Kommission bezüglich Tourismus gestartet wurden, zu überwachen und zu befolgen
  • verschiedene Interessengruppen des Sektors einzubeziehen, um konkrete Maßnahmen vorzuschlagen, die der Kommission empfohlen werden sollen
  • bestimmte politische Prioritäten in Bezug auf Tourismus hervorzuheben
  • die Möglichkeit zu untersuchen, eine Haushaltslinie für Tourismus einzurichten.
  • Kooperationen mit anderen Bereichen der Europäischen Institutionen hinsichtlich Tourismuspolitik.
  • Zugänglichkeit und Saisonalität: Das Parlament wird einen Initiativbericht zu Saisonalität und Zugänglichkeit erstellen.
  • Neue Tourismus-Strömungen anziehen: Herr Fidanza hebt die Entwicklung einer klaren europäischen Marke und die Reform der gemeinsamen Visumpolitik als Prioritäten der Arbeitsgruppe hervor.
  • Qualität: Die Arbeitsgruppe wird 2013 eine Anhörung zum Thema Tourismus-Qualitätslabel der EU durchführen.

 Die erste Vollversammlung der Arbeitsgruppe wird im ersten Quartal 2013 stattfinden.

Die Europäische Tourismuskommission veröffentlicht einen neuen Bericht zum europäischen Tourismus im Jahr 2012

Der Bericht der Europäischen Tourismuskommission zum europäischen Tourismus im Jahr 2012 hebt die folgenden Entwicklungen auf dem Tourismusmarkt hervor:

  • Der europäische Tourismus erweist sich angesichts der angespannten Wirtschaftslage als krisenbeständig, mit wachsenden Besucherzahlen für die meisten Reiseziele sowohl hinsichtlich Fernreisen als auch der europäischen Märkte.
  • Kleinere, aufstrebende osteuropäische Reiseziele waren besonders erfolgreich dabei, Besucher anzuziehen.
  • Trotz stellenweise besserer Besucherzahlen bleibt jedoch der Druck auf die Preise, und somit auf Einnahmen und Gewinne, bestehen.
  • Die wirtschaftliche Situation wirkte sich insbesondere auf den Flugverkehr aus, und die Hotellerie wurde vom Sparverhalten der Konsumenten beeinflusst.

Update Juni 2012

Gütesiegel für die europäische Tourismusbranche

IAAPA Europe wird in Kürze zur Konsultation der Europäischen Kommission (EC) zu ihren Vorschlägen für ein neues gesamteuropäisches Gütesiegel Stellung nehmen. Ausführliche Infos finden Sie auf der Website der EC-Abteilung für die Entwicklung von Tourismusrichtlinien

Interessierte Mitglieder dürfen sich gerne an der Konsultation beteiligen. Einsendeschluss für Beiträge ist Freitag, 13. Juli.

Derweil bieten wir Ihnen hier zum besseren Verständnis eine überarbeitete Zusammenfassung einiger der behandelten Themen:

Was wird vorgeschlagen?

Eine neue europäische Dachmarke für bestehende (und zukünftige) nationale, regionale und branchenbezogene Gütesiegel.

Dabei handelt es sich nicht um ein neues Klassifizierungssystem wie bei den Touristenunterkünften. Stattdessen wird sich das System in einem ähnlichen Rahmen bewegen wie das französische Gütesiegel Qualité tourisme und das spanische Gütezeichen Q.

Weshalb wird das Siegel vorgeschlagen?

Bei der EC ist man der Meinung, dass die aktuellen Siegel die „Schaffung eines Wettbewerbsvorteils“ für den europäischen Tourismus und die „Verstärkung der Wahrnehmung Europas als eine Vereinigung nachhaltiger, verantwortungsbewusster und qualitativ hochwertiger Reiseziele“ beeinträchtigen.

Zudem soll ein gesamteuropäisches Siegel die bestehenden Gütezeichen ergänzen, das „Verbrauchervertrauen in Tourismusprodukte“ stärken und die Branche bei der Vermarktung „hochwertiger Tourismusdienstleistungen“ unterstützen. Schließlich trüge die Neuerung auch dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit Europas auf den internationalen Tourismusmärkten zu steigern.

Welche Bereiche umfasst das Siegel?

Alle Bereiche, für die es nationale, regionale oder branchenbezogene Qualitätsregelungen gibt.

Wer kann mitmachen?

Bestehende (und zukünftige) nationale, regionale und branchenbezogene Gütesiegel.

Können einzelne Attraktionen angemeldet werden?

Nein. Allerdings darf man als Mitglied bei vom europäischen System anerkannten Gütesiegeln das neue Siegel für Marketing- und Werbeaktivitäten nutzen. Für dieses Privileg soll keine zusätzliche Zahlung notwendig sein.

Wird das Siegel freiwillig oder obligatorisch sein?

Freiwillig. Verweise im Konsultationspapier auf ein mögliches obligatorisches System wurden anscheinend nur der Vollständigkeit halber einbezogen – um zu zeigen, dass alle Optionen in Betracht gezogen wurden. Die EC-Abteilung für die Entwicklung von Tourismusrichtlinien besteht darauf, dass sich ihre Pläne auf ein freiwilliges System beziehen.

Könnte es mehr als nur ein Gütesiegel sein?

Im Konsultationspapier wird die Möglichkeit einer Erweiterung des Siegels erwähnt, mit der es neben Qualitätskriterien auch andere Bereiche abdecken könnte.

  • Umweltkriterien – Es wurde unter anderem vorgeschlagen, das neue Siegel mit dem EU Ecolabel für Touristenunterkünfte (irrelevant für die Attraktionen ohne Unterkünfte vor Ort) und/oder dem Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) der EU zu verknüpfen. Letzteres ist eine freiwillige Initiative, die die Umweltbilanz von Unternehmen verbessern soll.

  • Weitere Kriterien – Andere Ideen sehen eine Erweiterung des Systems vor, unter anderem unter Einbeziehung der Barrierefreiheit für Behinderte, der Mitarbeiterzufriedenheit und der sozialen Verantwortung der Unternehmen (d. h. wie sie mit ihren Mitarbeitern, Lieferanten und den jeweiligen Standortgemeinden interagieren und die Umwelt beeinflussen).

Ist die Beteiligung am europäischen Siegel tatsächloch kostenlos?

Die Umwelt- und weiter gefassten Kriterien sind alles wichtige Themen in der europäischen Politikgestaltung. Wenn sie jedoch in die Kriterien für das Gütesiegel einfließen, kann dies aufgrund der Anpassung an europäische Kriterien Mehrkosten für bestehende Systeme bedeuten. Es steht zu befürchten, dass diese Kosten an die Mitgliedsunternehmen weitergegeben werden.

Was werden die Kriterien sein?

Auf den Seiten 10 und 11 des Konsultationsfragebogens werden 16 Möglichkeiten genannt. Sie decken verschiedene Themen ab, einschließlich der Verpflichtung zu regelmäßigen Qualitätsbeurteilungen, der Schaffung eines Systems zur Beschwerdebearbeitung, der Bereitstellung von Informationen zu lokalen Dienstleistungen und Produkten, Mitarbeiterweiterbildung sowie Instandhaltungs- und Reinigungsverfahren.

Wie wird das europäische Siegel realisiert?

Per EU-Gesetzgebung – eine „Richtlinie“, die vom Europäischen Parlament und den Mitgliedsstaaten im Rat diskutiert und verabschiedet werden muss. Dies wirkt sich aber nicht auf den freiwilligen Status des Siegels aus. Die aktuellen europäischen Umweltzeichen wurden auf die gleiche Weise realisiert und bleiben absolut freiwillig.

Wie wird das Siegel verwaltet?

Durch einen eigens geschaffenen Europäischen Ausschuss. Die Mitgliedsstaaten können, wenn sie dies wünschen, „nationale Kontrollorgane“ einrichten, die eine „vorläufige Bewertung“ der Bewerbungen durchführen und die Verwaltung und Promotion des Siegels in ihren jeweiligen Ländern unterstützen. Die endgültige Entscheidung über die Mitgliedschaft hinsichtlich des Siegels liegt in der Verantwortung des Europäischen Ausschusses.

Tourismus und Informations-/Kommunikationstechnologien (ICT)

In unserem Newsletter vom Februar haben wir eine Initiative der Europäischen Kommission beschrieben, die verstärkte Nutzung von Tourismustechnologien durch Unternehmen in verschiedenen Bereichen zu fördern.

Ein Teil dieses Projekts wurde als ein „praktisches Support-Portal“ beschrieben, das Tourismusunternehmen bei Entscheidungs- und Geschäftsprozessen unterstützen soll. Die Fertigstellung des Portals mit dem Arbeitstitel Tourismlink ist für Ende 2013 geplant.

Ziel von Tourismlink ist es, „die digitale Verbindung zwischen kleineren lokalen Dienstleistern und der Tourismusindustrie im weiteren Sinn (Gastgewerbe, Tourismus, Kultur und Freizeit) zu unterstützen und zu beschleunigen. Auf diese Weise können Touristikunternehmen besser und schneller auf den sich entwickelnden Markt [und seinen Bedarf für einen] maßgeschneiderten, personalisierten Tourismus reagieren.“

Das Konsortium, das das neue Portal entwickelt, wird von der Partnerorganisation der IAAPA bei NET, Ectaa, mit Unterstützung von Hotrec und technologischen Instituten in Spanien und Italien geleitet. Es hat für den 11. Juli alle Mitglieder von NET zu einem Workshop in Brüssel eingeladen. Auch die IAAPA wird bei diesem Workshop vertreten sein.

Weitere Infos finden Sie auf der Tourismlink-Website unter www.tourismlink.eu. Für diese Website soll in Kürze auch eine Online-Community eingerichtet werden.

Tourismusveranstaltung im Europäischen Parlament

Hotrec, ein Partnerunternehmen der IAAPA bei NET, hat am 19. Juni im Europäischen Parlament ein Seminar abgehalten, um die Position des Gastgewerbes (und implizit des Tourismus allgemein) in der praktischen Politik der EU zu besprechen.

In seiner Ansprache an das Seminar bestätigte Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und Tourismusbeauftragter, einmal mehr sein großes Interesse an der Entwicklung des europäischen Tourismus. So sprach er begeistert von der Rolle des Tourismus als Antrieb der wirtschaftlichen Entwicklung und seinem Bestreben, Tourismusvertreter mit ihren Kollegen aus anderen Bereichen zwecks Besprechung gemeinsamer Initiativen zusammenbringen zu wollen. Er nannte insbesondere die Bau- und Modebranche, für die er innerhalb der Kommission die Richtlinienkompetenz inne hat.

Tajani verkündete außerdem, dass die Kommission eine Vereinfachung der Visa-Bestimmungen in Betracht ziehe, um die Attraktivität der EU für Touristen aus wichtigen aufstrebenden Märkten außerhalb Europas zu steigern (mit Russland wurde dahingehend bereits ein Abkommen getroffen).

Update April 2012

Qualitätslabel für die europäische Tourismusbranche

Die Europäische Kommission hat ein Konsultationspapier vorgelegt und um Stellungnahmen zum lange gehegten Plan der Einführung eines Qualitätslabels für die europäische Tourismusbranche gebeten. IAAPA Europe nimmt an den Beratungen, die am 13. Juli enden, teil. Würden IAAPA-Mitglieder von einem Europäischen Qualitätslabel profitieren?
Finale Vorschläge werden nicht vor Ende des Jahres erwartet.
Die Grundprinzipien der Qualitätskennzeichnung wurden bereits in der Februar-Ausgabe dieses Newsletters erläutert. Einige Themen aus dem aktuellen Beratungsprozess sind jedoch neu und müssen von IAAPA Europe beim Verfassen einer Stellungnahme genauestens geprüft werden. Dazu gehören:
• Die Möglichkeit, dass das geplante Europäische Qualitätslabel auch den Bereich Nachhaltigkeit abdeckt, insbesondere in Sachen Umwelt.
• Die Wahrscheinlichkeit, dass bestehende Pläne und Richtlinien geändert werden müssen, um den europäischen Kriterien zu entsprechen. Dies wird im Zusammenhang mit der Europäischen Regelung unweigerlich zu einer Erhöhung der Kosten führen.
• Die Option eines verbindlichen Europäischen Qualitätslabels. (Wird höchstwahrscheinlich nicht umgesetzt, es scheint jedoch, dass die Kommission aus verfahrensrechtlichen Gründen unter allen Optionen aus dem Konsultationspapier auch diese prüfen muss.)
Während die öffentliche Konsultation anläuft, wird im Auftrag der Kommission eine umfassende Folgenabschätzung zu den Vorschlägen des Konsultationspapiers durchgeführt. Die Bewertung wird von Beratern vorgenommen und wahrscheinlich vier Monate im Anspruch nehmen. In der Zwischenzeit beraten sich die Tourismusexperten der Kommission mit Experten aus anderen Fachbereichen.
Alle Einzelheiten zur Beratung und zur Absicht hinter dem Konsultationspapier finden Sie auf der Webseite der Europäischen Kommission unter „Enterprise and Industry“.

Studie zur Gesetzgebung der EU im Bereich Tourismus

Die Untersuchungsphase zu dieser Studie, für die auch IAAPA Europe konsultiert wurde, ist nun beendet. Der Abschlussbericht wird im Sommer/zum Herbstbeginn veröffentlicht. Im Rahmen des Projekts wird ein Leitfaden über die Fördermittel der EU veröffentlicht, die von den Tourismusbetrieben beantragt werden können. Die Kommission bemüht sich sehr darum, dass die Studie für die Branche wirklich von Nutzen, öffentlich zugänglich und leicht verständlich ist.
Dieser ist nicht besonders benutzerfreundlich, stellt aber die Rolle des Enterprise Europe Network der EU heraus, welches Unternehmen über Fördermöglichkeiten informiert. Die Studie kann auf der Internetseite der Kommission eingesehen werden.

Förderung Europas als Reiseziel

Die Europäische Kommission hat die Kommunikationsagentur Mostra beauftragt, die Entwicklung einer neuen Kommunikationsstrategie zu überwachen, mit deren Hilfe Europa als Reiseziel vorangebracht werden soll. Es handelt sich dabei um eine PR-Strategie, die auf Medienarbeit und Online-Aktivitäten setzt (Facebook Fanpages, Microsites, Wettbewerbe usw.) und bei bestimmten Veranstaltungen eine EU-Präsenz organisiert.
Eine der ersten Aufgaben für Mostra ist die Unterstützung eines laufenden Projekts, das südamerikanische Besucher in der (europäischen) Nebensaison nach Europa bringen soll.Das Projekt, das zwischenzeitlich die „50.000 Besucher-Kampagne“ genannt wird, bis ein geeigneterer Name gefunden ist, beruht auf einer Idee von Antonio Tajani, Vizepräsident der Kommission und zuständig unter anderem für Tourismuspolitik.Ursprüngliches Ziel war es, dass 25.000 Touristen aus Südamerika Europa besuchen und 25.000 Europäer Südamerika bereisen. Verschiedene Mitgliedstaaten der EU, südamerikanische Länder, Fluggesellschaften, Branchenverbände (die Kollegen von NET, dem Verband der Reisebüros, ECTAA, Incoming-Reiseveranstalter, ETOA) und weitere Unternehmen beteiligen sich an diesem Projekt.Die Europäische Kommission agiert als Koordinatorin und bringt den öffentlichen und den privaten Sektor zusammen, sodass Reisepakete angeboten werden können, die den Besuch von mehr als nur einem Land ermöglichen. Selbst zu diesem späten Zeitpunkt ist das Ziel, im Oktober die ersten südamerikanischen Besucher aus dem Projekt in Europa willkommen zu heißen.

Neue EU-Marktforschungsstudie

In den vergangenen vier Jahren hat das Eurobarometer die Haltung der Europäer zum Thema Tourismus erforscht und insbesondere Reisepräferenzen und -gewohnheiten untersucht. Die Ergebnisse der neuesten Studie wurden im März veröffentlicht und zeigten, dass 72 % der EU-Bürger im Jahr 2011 eine Reise unternommen haben. 80 % planen für das Jahr 2012 eine Reise. Die meisten Befragten bevorzugen Urlaubsziele innerhalb Europas.Die Umfrage wurde um Januar in allen 27 Mitgliedstaaten der EU und mehreren anderen europäischen Ländern durchgeführt. Insgesamt wurden 30.000 Personen befragt.Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie in einer Pressemeldung der Europäischen Kommission.

Tourismusstatistiken

Wie wir bereits im Juni 2011 berichtet haben ist eine neue EU-Richtlinie in Planung, die die Erstellung und Veröffentlichung gesamteuropäischer Tourismusstatistiken fördern soll.Aus dieser Absicht und den neuen Zuständigkeiten der EU im Rahmen der Verträge ist bei Eurostat, dem Statistischen Amt der Kommission, der Wunsch entstanden, mehr für die Tourismusbranche zu tun.
Eurostat führt derzeit eine Zufriedenheitsstudie unter den Nutzern seiner Tourismusstatistiken durch. Insbesondere möchte man erfahren, warum und wie diese Statistiken genutzt werden. Wenn Sie an der Umfrage teilnehmen möchten, können Sie dies unter diesem Link tun.

Europäische Charta für nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus

Diese Charta ist ein neuer Vorschlag der Europäischen Kommission und spiegelt die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit in ihrer politischen Agenda wider. Die Charta erfüllt einen doppelten Zweck:
• Sie soll zur Erstellung von Richtlinien über nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus und entsprechender Maßnahmen in ganz Europa anregen und
• allen im Tourismus Tätigen als gemeinsames Referenzdokument in Sachen Nachhaltigkeit dienen.
Zu den Zielen gehören im Einzelnen:
• die Förderung des nachhaltigen Managements von Zielgebieten und von verantwortungsvollen Best Practices in Tourismusbetrieben und
• die Sensibilisierung der Industrie, insbesondere der kleineren und Kleinstunternehmen, für die Bedeutung von Nachhaltigkeitsprinzipien.

Noch ist nicht klar, wie genau die Charta umgesetzt wird. Die Ergebnisse einer aktuellen Beratungsrunde zur Richtlinie stehen noch aus. Vorgeschlagen wurden unter anderem: Die Einladung von Organisationen (Branchenverbände, Unternehmen), die Charta anzuerkennen und die Veröffentlichung einer vollständigen Liste aller teilnehmenden Unternehmen; Die Entwicklung eines Auszeichnungsprogramms, das die Unternehmen honoriert, die die Charta besonders vorbildlich umsetzen.

Indikatoren für Nachhaltigkeit

Die Kommission hat ein Beratungsgremium ernannt, das ein „Gesamteuropäisches System von Indikatoren für nachhaltiges Reisezielmanagement“ entwickeln soll. Das Gremium nahm seine Arbeit im Dezember 2011 auf und wird diese gegen Ende dieses Jahres abschließen.

Update Februar 2012

Qualitätssiegel für europäischen Tourismus

Die Abgeordneten, die am 25. Januar an der Konferenz in Brüssel teilnahmen, wurden davon überzeugt, dass die von Herrn Tajani, dem Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, geleitete Initiative fortgesetzt wird. Vertreter der Kommission beabsichtigen, rechtzeitig konkrete Vorschläge für das diesjährige Europäische Tourismusforum zu unterbreiten, das am 25. und 26. Oktober auf Zypern stattfinden wird.

Was hat es mit diesem Qualitätssiegel auf sich?

Ziel ist es, ein europäisches Dachsiegel zu schaffen, das andere nationale, regionale und sektorale Siegel anerkennt, die seine Kriterien erfüllen.

Die Mitgliedschaft ist freiwillig und steht nicht einzelnen Unternehmen offen, sondern diesen anderen Siegeln. Unternehmen, die über ein anerkanntes Siegel verfügen, sollten automatisch das Recht haben, das europäische Siegel bei ihren Marketing- und Werbeaktivitäten zu nutzen – ohne dass dabei zusätzliche Kosten entstehen.

Für Vizepräsident Tajani stellt das Siegel im Rahmen seiner Pläne, Europa als Reiseziel zu fördern, ein wichtiges Element dar, indem es als Symbol für die Qualität des europäischen Tourismus fungiert.

Der Anwendungsbereich des Siegels

Obwohl es anfänglich danach aussah, dass sich das Siegel nur auf Beherbergungsbetriebe beziehen würde (zumindest vorerst), ist es nun wahrscheinlich, dass der Anwendungsbereich von Anfang an alle Tourismusbereiche umfasst, einschließlich Besucherattraktionen.

Die Verwaltung des Siegels

Nähere Details hierzu werden noch erwartet, aber auf der Januar-Konferenz sprach man sich eindeutig dafür aus, das Siegel zentral auf europäischer Ebene zu verwalten.

Die Europäische Kommission muss das Siegel mithilfe von Gesetzen einführen, auch wenn die Mitgliedschaft freiwillig sein wird. Sie plant dies momentan mittels einer EU-Verordnung, die einen harmonisierten Ansatz in ganz Europa zu gewährleisten soll.

Vorgeschlagener Ansatz

Die Europäische Kommission plant eine öffentliche Anhörung nach Ostern, um Ideen für die Einführung des Siegels zu sammeln. Die öffentliche Anhörung wird acht Wochen dauern.

Der endgültige Vorschlag wird rechtzeitig zum Europäischen Tourismusforum veröffentlicht werden.

Nach der Veröffentlichung wird er von den nationalen Regierungen im Rat und vom Europäischen Parlament geprüft werden. Das Parlament wird den Vorschlag wahrscheinlich unterstützen, aber in einigen Mitgliedstaaten bestehen Zweifel. Ein oder zwei Mitgliedsländer stellen den „Mehrwert“ des Siegels in Frage bzw. sind der Ansicht, dass die Europäische Kommission ihre Befugnisse überschreitet, die im Vertrag von Lissabon für EU-Aktivitäten im Bereich Tourismus festgelegt wurden.

Das Projekt soll voraussichtlich 2013 genehmigt werden.

[Bei einer Bewilligung wird das Siegel die allererste Maßnahme sein, die mittels der Befugnisse angenommen wurde, welche im Vertrag von Lissabon für den Tourismus-Bereich festgelegt wurden.]

Zugänglichkeit

Das Europäische Parlament hat 1 Million Euro für die Europäische Kommission bereitgestellt, damit sie dieses Jahr mit einer Initiative im Bereich Tourismus und Zugänglichkeit beginnen kann.

Dies wurde auf einem Seminar des Europäischen Parlaments am 9. Februar zum Thema Tourismus und Zugänglichkeit mitgeteilt, das von der Fraktion der Christdemokraten des Parlaments (der Europäischen Volkspartei oder EPP) organisiert und von Carlo Fidanza, einem Parlamentsabgeordneten, der letztes Jahr den Parlamentsbericht über die Tourismus-Strategie der Europäischen Kommission koordiniert hat, geleitet wurde.

Ziel dieser neuen Initiative ist es, den Weg für zukünftige Projekte zu ebnen, mit denen der europäische Tourismus für Menschen mit Behinderungen stärker zugänglich gemacht werden soll.

Auf dem Seminar der EPP sagte der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Antonio Tajani, dass Urlaube ein Menschenrecht wären und bemängelte, dass viele Touristenziele nicht die Mindest-Standards für Zugänglichkeit erfüllen würden. Er verwies auf das „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen” der Vereinten Nationen, das sowohl die EU als auch 20 Mitgliedstaaten separat unterzeichnet haben.

Herr Tajani wies darauf hin, dass das neue Qualitätssiegel Zugänglichkeitskriterien mit einschließen würde.

Neue Initiative der Europäischen Kommission

Die Finanzmittel des Parlaments werden für drei Hauptaktivitäten aufgewandt:

• Eine Studie hinsichtlich der Nachfrage und des Bedarfs an zugänglichem Tourismus in Europa. Ziel wäre hier, ein „besseres Verständnis der Bedürfnisse und Erwartungen von Touristen mit Behinderungen“ zu erhalten und die Zahl der vorhandenen Anlagen zu ermitteln, die diese Nachfrage decken.

• Eine Ermittlung der notwendigen Fähigkeiten des Tourismus-Personals, „um die Zugänglichkeit und Sicherheit für alle Beteiligten zu verbessern“, und der Ausbildungen, die bereits verfügbar sind. Herr Tajani sprach von Hotelmitarbeitern und Restaurantkellnern, die wüssten, wie sie Menschen mit Behinderungen helfen können. Die jüngste Version des Arbeitsprogramms der Europäischen Kommission im Tourismusbereich bezieht sich auf „die Entwicklung einer ‚Kultur der Sorgfalt’ in der touristischen Dienstleistungskette“.

• Aufklärungsmaßnahmen – Entwicklung einer Reihe von „Werkzeugen“, die Unternehmen helfen werden, in diesen Bereich zu investieren und zu erkennen, dass es dabei „mehr Vorteile als Nachteile“ gibt. Im Arbeitsprogramm wird von „Marketing- und Informationsmaßnahmen“ gesprochen.

Des Weiteren wurde erwogen, ein Programm zur Verleihung von Auszeichnungen ins Leben zu rufen. Mit diesem Programm sollen die Anstrengungen von europäischen Reisezielen gewürdigt werden, die diese in Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern unternehmen, um die Zugänglichkeits-Standards zu verbessern und diese in der Öffentlichkeit zu fördern. Dies wird auf der Auszeichnung Access City basieren, die von der Generaldirektion Justiz der Europäischen Kommission verliehen wird.

Weitere Initiativen

Die GD Justiz trägt die gesamte politische Verantwortung für die Behindertenthematik in der Europäischen Kommission. Der für diesen Bereich zuständige Beamte sprach auf dem Seminar der EPP und schlug vor, dass europäische Standardisierungsverfahren angewandt werden könnten, um europäische Zugänglichkeitsstandards zu entwickeln.

Die Europäische Kommission arbeitet ebenfalls an Entwürfen für ein neues europäisches Gesetz zur Zugänglichkeit, dessen Zweck laut einer Pressemitteilung der Europäischen Kommission ist, „sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderungen auf gleicher Basis mit anderen Zugang zur physischen Umgebung, zum Transport sowie zu Informationen und zu Kommunikationsdienstleitungen haben. Es wird auch Personen mit eingeschränkter Mobilität zugutekommen, wie beispielsweise älteren Menschen.“

Die neuen Vorschläge folgen auf die Europäische Strategie für Menschen mit Behinderungen, die im Jahr 2010 veröffentlicht wurde und darauf abzielt, „bis 2020 ein Europa ohne Hindernisse für Menschen mit Behinderungen zu schaffen“ und „darlegt, wie die EU und nationale Regierungen Menschen mit Behinderungen ermöglichen können, ihre Rechte zu nutzen“.

Studie über die Auswirkungen des EU-Rechts auf den Tourismus

Die Europäische Kommission hat mit der Arbeit an dieser Studie begonnen, mit der ein besseres Verständnis dafür entwickelt werden soll, wie sich das EU-Recht auf die Unternehmen in der Tourismusbranche auswirkt. Sie hat unabhängige Berater mit der Durchführung dieser Studie beauftragt und hat sie angewiesen, bestimmte branchenrelevante Organisationen zu konsultieren. Der Weltverband der Freizeitindustrie IAAPA ist eine von ihnen.

Den zu befragenden Organisationen werden Fragebögen zugeschickt, die von den Beratern in Zusammenarbeit mit der Abteilung der Europäischen Kommission für die Entwicklung der Tourismuspolitik erstellt wurden. Daraufhin werden Gespräche unter vier Augen oder Telefoninterviews mit den Beratern durchgeführt.

Der Fragebogen wird Fragen zur Verfügbarkeit von EU-Finanzmitteln für Unternehmen der Tourismusbranche beinhalten.

Der endgültige Bericht wird voraussichtlich im April/Mai dieses Jahres fertig sein.

Vertreter der Tourismusbranche haben sich lange dafür stark gemacht, dass sich die für den Tourismus zuständigen Beamten der Europäischen Kommission mehr auf allgemeine EU-Gesetzgebungsfragen konzentrieren, die Tourismusunternehmen betreffen, und sicherstellen, dass touristische Belange beim Verfassen neuer Gesetze oder bei der Vorbereitung neuer politischer Strategien umfassend berücksichtigt werden. Daraufhin hat die Europäische Kommission mit dieser Studie begonnen und angefangen, bessere Verbindungen zwischen den für touristische Fragen verantwortlichen Beamten und den Beamten in anderen Teilen der Kommission herzustellen. Dies ist eine begrüßenswerte Initiative und sie spiegelt die zunehmende Ernsthaftigkeit wider, mit der der Tourismus in den europäischen Institutionen betrachtet wird.

Plattform für Tourismus und IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien)

Dieses neue Projekt wurde nun offiziell ins Leben gerufen. Sein hauptsächliches Ziel besteht darin, die „digitale Integration“ kleiner und mittlerer Tourismus-Betriebe in Reiseziele zu erleichtern und diese zu ermutigen, enger mit großen Reisebüros, Reiseveranstaltern und Vertriebshändlern in den Herkunftsmärkten zusammenzuarbeiten, um die Nachfrage nach „maßgeschneidertem, individuellen Tourismus“ zu decken.

Wie es bei all diesen Projekten üblich ist, wurde ihm ein fiktives Akronym zugewiesen – P.ICT.URISM. Der Vertrag wurde an ein Konsortium vergeben, das von IAAPA-Partnern aus NET, ECTAA (europäische Reisebüros) und HOTREC (europäisches Gastgewerbe) geleitet wird und führende Organisationen aus dem Bereich Technologieentwicklung für den Tourismus involviert. Das Projekt dauert 30 Monate und endet 2014.

P.ICT.URISM ist Teil der Initiative der Europäischen Kommission „IKT für die Tourismusbranche”, die ebenfalls eine neue „hochrangige Expertengruppe” vorsieht, welche neben dem IKT- und Tourismus-Portal eingerichtet werden soll, das Tourismusunternehmen bei jedem Schritt ihrer Entscheidungsfindung und Unternehmensprozesse begleiten soll.

Beobachtungsstelle für den Tourismus

Zur Vorbereitung dieses neuen Projekts wird nun eine „virtuelle“ Beobachtungsstelle eingerichtet, die eine Datenbank und Sammlung an Informationen über Markttrends, Analysen zur Tourismuspolitik und Themen wie den demographischen und Klimawandel bietet. Die erste Phase bildet eine Durchführbarkeitsstudie, mit der im Dezember 2011 externe Berater beauftragt wurden. Der Abschluss der Studie wird für Ende 2012 erwartet.

Update Dezember 2011

Die Europäische Kommission hat einen neuen Einführungsplan für das Aktionsprogramm der Tourismuspolitik veröffentlicht, das innerhalb der Tourismusstrategie vorigen Jahres konkretisiert wurde. Mit Datum vom 26. September ist der Plan auf der Internetseite der Kommission verfügbar unter

Der Plan der Kommission ist sehr umfangreich und erstreckt sich auf 14 Seiten voll mit Aktivitäten und angestrebten Ergebnissen. Eine spätere, unveröffentlichte Version des Plans umfasst sogar 17 Seiten. Einige Beobachter sind der Meinung, dass dieses Programm zu ehrgeizig und unkonkret ist, aber tatsächlich geschieht nun im Rahmen der Tourismuspolitik mehr als je zuvor in der Geschichte der Europäischen Union.

Verbesserungen bei Aktivitäten mit besonderer Bedeutung für den Unterhaltungssektor umfassen die Folgenden:

• Öffentlichkeitsarbeit für Europa als touristisches Reiseziel: Der Plan sieht vor, „den Ruf und das Profil von Europa als Ansammlung von zukunftsfähigen Reisezielen hoher Qualität zu stärken“ und dabei ein „echtes europäisches Markenzeichen“ zu formen.

Von Unternehmen, die an einer Zusammenarbeit mit der Kommission bei Entwicklung und Implementierung einer Kommunikationsstrategie für den europäischen Tourismus interessiert sind wurden bereits Angebote angefordert. Zusätzlich gibt es eine Initiative, die sich speziell auf wachsende Märkte mit Fernreisezielen konzentriert, wie bspw. Lateinamerika und Russland, Indien und China – dieses Projekt, informell als „50.000 Gäste Initiative“ bekannt, ist bereits im Gange.

Es wird auch die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission und der European Travel Commission (ETC, die europäische Dachorganisation für die nationalen Tourismus-Organisationen) verstärkt, indem der Katalog der gemeinsamen Marketingkampagnen erweitert und das Internetportal visiteurope.com der ETC weiter ausgebaut wird.

• Auffächerung der Tourismusangebote: Dies umfasst das EDEN Netzwerk mit aufstrebenden Reisezielen und die Planung von Erkennung und Förderung „länderübergreifender thematischer Tourismusprodukte“, wie bspw. Kulturrouten

Die Arbeiten, die im Zusammenhang mit dem Calypso Projekt zur Förderung von Tourismus außerhalb der Saison begonnen hatten, werden ebenso fortgesetzt. Das Programm Fast Track der britischen BBC erstellte kürzlich einen Bericht zu diesem Programm - (Link am 30. November gültig)

• Erstellung einer IKT-Plattform (Informations- und Kommunikationstechnologie), um das Tourismusgeschäft durch besseres Verständnis und Bewusstsein für die Entwicklung neuer Technologien wettbewerbstauglicher zu gestalten. Der Vertrag für diese Arbeit wird schon bald abgeschlossen werden. Er wird ein Internetportal umfassen, das als „One-Stop-Shop“, also als zentrale Anlaufstelle für Tourismusunternehmen bei technologischen Fragen funktioniert und eine Plattform, die dazu dient, kleine Unternehmen mit den verschiedenen großen Netzwerken zu erschwinglichen Kosten zu verbinden.

• Erstellung eines "Virtual Tourism Observatory" als Datenbank und Bibliothek mit Informationen über Markttrends, Tourismuspolitikanalysen und Themen wie Demografie und Klimaveränderung. Dies ist ebenso Gegenstand einer Ausschreibung der Kommission, bei der die Arbeiten im Jahr 2012 beginnen werden.

• Europäisches Qualitätszeichen: Gemäß einer Beratung im Herbst wird die Europäische Kommission am 25. Januar 2012 in Brüssel eine Tagung abhalten, um ihre Pläne genauer zu besprechen. Zu diesem Zeitpunkt wird wahrscheinlich nur dem Hotelsektor die Möglichkeit geboten, sich für ein EU-Zeichen zu bewerben, aber das schließt die Möglichkeit nicht aus, das Verfahren auch auf andere Branchenbereiche (inklusive Publikumsunterhaltung?) auszudehnen.

Mitglieder von NET diskutierten diese Initiative mit Repräsentanten der Europäischen Kommission bei Ihrem Treffen im September. Viele stellten dabei den Wert und die Erforderlichkeit eines solchen Zeichens in Frage. Die Kommission hob hervor, dass es ein übergreifendes Schirmzeichen sein würde, das die bestehenden nationalen Qualitätsverfahren anerkennt. Letztendlich würde bei Weiterführung der Idee der Erfolg bzw. Misserfolg von der Aufnahme durch den Tourismussektor abhängen.

Alle diese Projekte der Europäischen Kommission werden über mehrere Finanzierungsprogramme der Europäischen Kommission bezahlt, die nicht direkt mit Tourismus zu tun haben. Das ist eine Nachwirkung des Vertragswerkes vor Lissabon, als wegen der unzureichenden Kräfte der europäischen Tourismuspolitik keine fest zugeordneten Tourismusbudgets zur Verfügung standen. Die Budgets der Europäischen Kommission werden in Zeiträumen von sechs oder sieben Jahren verplant, wobei die nächste Haushaltsperiode von 2014-2020 reicht. Momentan werden Anstrengungen unternommen, eine Budgetlinie für touristische Aktivitäten während dieses Zeitraums zu erreichen.

Update Oktober 2011

In einer Plenarsitzung des Europäischen Parlaments am 27. September wurde der Bericht von MdEP Carlo Fidanza zur Tourismuspolitik als offizielle Position des Parlaments angenommen. Die Europäische Kommission setzt ihr Tourismuspolitik-Programm fort.

Der im letzten Monat angenommene Bericht stimmt in weiten Teilen mit dem im Sommer von dem unterstützenden Ausschuss, dem Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr, angenommenen Bericht überein. Eine Pressemitteilung und eine Kopie der Endversion des Berichts sind auf der Website des Parlaments verfügbar:

Einige der wichtigsten Punkte wurden bereits in früheren Ausgaben des Newsletters hervorgehoben. Diese sind in dem Bericht in folgenden Abschnitten zu finden:

  • Die Koordinierung der Tourismuspolitik mit anderen relevanten EU-Strategien – siehe Absätze 2 und 3.
  • Die Forderung nach einer Tourismus-Marketingkampagne unter Leitung der Europäischen Kommission – Absatz 8.
  • Eine „Europäische Touristikkarte“, über die Reisende Rabatte und Informationen zu ihren Rechten erhalten – Absatz 23.
  • Ein „Europäisches Tourismus-Qualitätssiegel“ – Absatz 25.
  • Harmonisierung der Klassifizierungssysteme – Absatz 27.
  • Brandschutz – Absatz 28.
  • Nachhaltiger Tourismus – ab Absatz 38.
  • Reform der Pauschalreise-Richtlinie – Absatz 73.
  • Mehrwertsteuer – Absatz 74.
  • Tourismussteuern – Absatz 75.

Es handelt sich hierbei um einen nicht-legislativen Bericht. Er ist im Wesentlichen eine Antwort auf die 2010 von der Europäischen Kommission veröffentlichte Tourismusstrategie und gibt die Positionen der MdEPs zu den vorgeschlagenen Initiativen wieder. Die Kommission ist in keiner Weise verpflichtet, diese Positionen bei der Umsetzung der Strategie zu berücksichtigen.

Dennoch ist es ein wichtiger, einflussreicher Bericht, nicht zuletzt da er das erste vom Parlament veröffentlichte Tourismus-Dokument seit Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon im Jahr 2010 ist. Dies ist der erste europäische Vertrag, der den europäischen Institutionen Entscheidungsbefugnisse im Bereich Tourismus einräumt, die bisher allein die Mitgliedsstaaten innehatten.

Die Europäische Kommission arbeitet unterdessen weiterhin an der Umsetzung ihres Programms. Zu den jüngsten Entwicklungen gehört die Veröffentlichung einer Ausschreibung, die sich an Organisationen richtet, die Europa als Reiseziel in nichteuropäischen Märkten bewerben wollen – insbesondere in Lateinamerika (Argentinien, Brasilien und Chile). Mit diesen hat die Kommission ihre Initiative „50.000Touristen“ entwickelt. Darüber hinaus hat sie Berater engagiert, um die nicht-tourismuspolitischen Angelegenheiten, die die Tourismusunternehmen besonders betreffen, besser überschauen zu können. Des Weiteren gibt es Pläne für die Ausarbeitung von Initiativen im Bereich des Kulturtourismus und der Förderung des industriellen Erbes.

Europäisches Parlament

Fidanza-Bericht über Tourismuspolitik

MdEPs (Mitglieder des Europäischen Parlaments) widmen sich mehr denn je dem Thema Tourismuspolitik, vor allem aufgrund der neuen Befugnisse im Bereich Tourismus, die der Vertrag von Lissabon der EU zusichert. Es wurden mehr als 260 Änderungsanträge zum Text von Carlo Fidanza MdEP eingereicht. Viele davon spiegeln sich in der endgültigen Textversion des Ausschusses wider.

Update August 2011

Europäisches Parlament

Fidanza-Bericht über Tourismuspolitik

MdEPs (Mitglieder des Europäischen Parlaments) widmen sich mehr denn je dem Thema Tourismuspolitik, vor allem aufgrund der neuen Befugnisse im Bereich Tourismus, die der Vertrag von Lissabon der EU zusichert. Es wurden mehr als 260 Änderungsanträge zum Text von Carlo Fidanza MdEP eingereicht. Viele davon spiegeln sich in der endgültigen Textversion des Ausschusses wider.

Wir haben einige der wichtigsten Ideen von Herrn Fidanza bereits im April diesen Jahres vorgestellt (siehe unten), aber die vom Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr im Juni abgesegneten Zusätze enthalten unter anderem folgende Änderungen:

• Viel stärkere Betonung der Notwendigkeit, die Auswirkungen von nicht-touristischen Maßnahmen auf den Tourismus zu bewerten, und die Forderung nach „einem System, das den Tourismus wirklich fördert". Darin spiegeln sich Forderungen der IAAPA und anderen Verbänden der Branche wider, was sehr begrüßenswert ist. (Mit „nicht-touristischen Maßnahmen" ist die Politik in anderen Bereichen gemeint, die sich auf den Tourismus auswirken, z.B. Arbeitsrecht, Steuerwesen, Verbraucherschutz.)

• Die Forderung nach einer Tourismus-Marketingkampagne unter Leitung der Europäischen Kommission (in Zusammenarbeit mit nationalen und regionalen Kampagnen).

• Verstärkte Bezugnahme auf die Sicherheit von Unterkünften, einschließlich der Forderung nach „alternativen regulatorischen Maßnahmen für Bereiche, in denen die Selbstregulierung versagt."

• Die Forderung nach ermäßigten Mehrwertsteuersätzen im Tourismusbereich und der Harmonisierung dieser Sätze in ganz Europa „als eine notwendige Bedingung für transparenten Wettbewerb zwischen den touristischen Unternehmen innerhalb der EU sowie in Nicht-EU-Staaten". Momentan gelten in einigen Ländern reduzierte Sätze für touristische Dienstleistungen und in einigen nicht. Sofern es ermäßigte Steuersätze gibt, variieren diese in der Regel von Land zu Land.

• Eine sehr willkommene Anerkennung der brancheninternen Beorgnis in Bezug auf Tourismussteuern, einschließlich lokaler Ortstaxen sowie Flughafen- und Kraftstoffabgaben. Einige Verbände, insbesondere die European Tour Operators Association (unsere Kollegen bei NET), äußerten sich besorgt über die oft sehr kurzfristige Einführung oder Erhöhung solcher Steuern. Auch wenn die EU in diesem Bereich keinerleit Amtbefugnisse besitzt, kann ihr niemand verbieten, sich in dieser Frage für die Branche einzusetzen.

Der Bericht wird dem Parlament im September nun als Ganzes zur endgültigen Ratifizierung durch alle MdEPs vorgelegt. Obwohl nicht bindend für die Institutionen der Europäischen Union, handelt es sich doch um einen wichtigen Bericht, und das große politische Interesse daran wird sicher einen Einfluss auf zukünftige Aktivitäten und Entwicklungen innerhalb der Tourismuspolitik haben.

Europäische Kommission

Europäisches Qualitätssiegel

Dieses Projekt wurde erstmals im letzten Jahr im EG Tourismuspolitik-Programm erwähnt, wo es als Idee „basierend auf bestehenden nationalen Erfahrungen zur Erhöhung von Verbrauchersicherheit und dem Vertrauen in touristische Produkte bzw. als Belohnung der hartnächigen Bemühungen von Touristikexperten, deren Ziel die Qualität des Tourismus-Service und mehr Kundenzufriedenheit ist“ beschrieben wurde. Ziel war es, ein Dachsystem ins Leben zu rufen, das sowohl auf nationalen als auch regionalen Maßnahmen in den Mitgliedsstaaten basiert.

Die Arbeit daran befindet sich in vollem Gange und wird von einem Beamten aus dem Privatbüro von Antonio Tajani, dem zuständigen EU-Kommissar für Tourismuspolitik bemerkenswert rasch vorangetrieben. Ziel ist es, die Detailplanung des Programms bis Ende des Jahres (2011) abschließen zu können. Die Teilnahme an diesem Programm beruht ausschließlich auf Freiwilligkeit.

Über die Reichweite des Projekts und die Art und Weise seiner Handhabung wird weiterhin diskutiert. Das ursürngliche Augenmerk scheint im Bereich Touristenunterkunft zu liegen. Vertreter von Hotels, Campingplätzen, Jugendherbergen und Reiseveranstaltern nehmen an den Gesprächen mit Beamten der Europäischen Union und den Mitgliedsstaaten teil.

Detaillierte Vorschläge werden voraussichtlich rechtzeitig für eine Konferenz im November zur Verfügung stehen.

Eine Ausweitung des Programms auf Vergnügungsparks ist bislang nicht geplant. Dennoch wird IAAPA Europe die Entwicklungen weiterhin verfolgen.

Plattform für IKT und Tourismus

Dieses Projekt, das bereits im vergangenen Jahr Teil des Tourismuspolitik-Programms war, wurde von der Europäischen Kommission auf einer Sitzung im Mai diskutiert.

Es ist noch nicht klar, was genau mit diesem Projekt erreicht werden soll. Bekannt ist nur, dass

• es speziell auf kleine und mittlere Unternehmen ausrichtet ist, um ihnen zu helfen, Entwicklungen in den neuen Informationstechnologien zu übernehmen und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

• es von ähnlichen Plattformen inspiriert wurde, die bereits für die Modebranche, die Automobilindustrie und den Transport-/ Logistiksektor geschaffen wurden.

An der Mai-Sitzung nahmen Tourismusverbände (darunter eine Reihe von NET-Mitgliedern) und Technologie-Organe wie Amadeus (das weltweite Vertriebssystem) und die Open Travel Alliance teil. Einige dieser Körperschaften sprachen sich für eine Plattform zur Marketing-Unterstützung aus, andere wünschten sich die Förderung von Back-Office-Systemen. Die Diskussion war streckenweise sehr technisch.

Die zuständigen Beamten scheinen nun zumindest die Vielfalt und Komplexität der Tourismusbranche im Vergleich zu anderen Sektoren, für die bereits IKT-Plattformen vorliegen, erkannt zu haben. Daher denken sie über die Einrichtung eines eigenen Forums mit Vertretern der Branche nach, um Themen rund um Tourismus und IKT zu besprechen und zu diskutieren, inwiefern eine Plattform nützlich sein könnte. Das ist eine positive Entwicklung. Allerdings drängt sich die Schlussfolgerung auf, dass sie mehr von politischer Notwendigkeit als einem identifizierten Handlungsbedarf angetrieben wird.

In der Zwischenzeit prescht die Kommission bereits mit einem Pilotprojekt voraus, das als „erste Maßnahme zur Umsetzung der Plattform für IKT und Tourismus" gedacht ist. Die Ausschreibung für dieses Projekt wurde Ende Juni veröffentlicht. Das Projekt verfügt über ein Budget von 2 Millionen Euro und auf eine Laufzeit von 2,5 Jahren angesetzt.

Die fünf Phasen des Pilotprojekts lassen sich in etwa wie folgt zusammenfassen:

1. Marktanalyse der Tourismusbranche - das Ausmaß der IKT-Integration; die verwendeten Systeme.

2. Entwicklung von einfachen, kostengünstigen Verfahren und Spezifikationen (keine Software), die Transaktionen und Datenaustausch zwischen Unternehmen und ihren Kunden ermöglichen.

3. Demonstrationsprojekte/Prototypen, die verwendet werden, um die entwickelten Verfahren zu verfeinern und zu zeigen, warum KMUs diese übernehmen sollten.

4. Ausarbeitung von Vorschlägen, wie die Grundstruktur aufrechterhalten werden kann, wenn das Pilotprojekt abgeschlossen ist.

5. Sensibilisierungskampagne, um Unternehmen dazu zu bringen, das neue System zu übernehmen: Publikationen und andere Werbematerialien; öffentliche Konferenzen; Schulungen.

Das Projekt wird von der Kommission und einer Beratergruppe, die sich anderem aus mehreren von Mitgliedstaaten ernannten „externen Experten" zusammensetzt, überwacht.

Update Juni 2011

Die Arbeitsgruppe Tourismus der Europäischen Union ist auch weiterhin damit befasst, das neue politische Rahmenprogramm im Bereich Tourismus umzusetzen.

Folgende Projekte werden aktuell von der Kommission verfolgt:

• Programm zur Stärkung des Reiseverkehrs zwischen Lateinamerika und Europa in der Nebensaison.

• Fortführung des Eden-Programms, das die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus in neuen Reisezielen fördert.

• Fortführung des Calypso-Projekts, das die Auswirkungen der Saisonalität im Tourismus reduzieren will, indem „benachteiligte Bürgerinnen und Bürgern aus Europa“ die Möglichkeit erhalten, in der Nebensaison zu verreisen. Die Initiative richtet sich vor allem an Menschen mit Behinderung, an ältere Menschen, an Familien mit geringen Einkommen und an „unterprivilegierte Jungendliche im Alter zwischen 18 und 30 Jahren“.

• Die Entwicklung „thematischer“ europäischer Reiserouten.

• Die Schaffung einer Online-„Beobachtungsplattform“ mit Tourismusstatistiken, Berichten über Markttrends und -Entwicklungen sowie Analysen der Tourismuspolitik und der Gesetzentwürfe einzelner Staaten. Erst vor kurzem wurde eine Ausschreibung veröffentlicht, um Angebote von Organisationen einzuholen, die an der Durchführung einer Machbarkeitsstudie bezüglich dieser Idee interessiert sind.

• Die Entwicklung einer ICT- und Tourismus-Plattform, um kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei zu helfen, Informations- und Kommunikationstechnologien besser zu nutzen (beziehungsweise um ihnen die Einbindung in die „digitale Lieferkette“ zu erleichtern).

Der Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr des Europäischen Parlaments hat die Abstimmung über den Berichtsentwurf von Carlo Fidanza über die Tourismuspolitik der EU vertagt.

Update April 2011

Nach ihrer öffentlichen Beratung zum Jahreswechsel hat die Arbeitsgruppe Tourismus der Europäischen Kommission damit begonnen, das neue politische Rahmenprogramm umzusetzen.
In der Zwischenzeit hat der Ausschuss des Europäischen Parlaments für Verkehr und Fremdenverkehr einen ersten Berichtsentwurf zum Programm vorgelegt. Es wird erwartet, dass der Ausschuss Ende Mai über den Bericht abstimmen wird. Das Parlament als Ganzes wird Ende Juni über den Bericht entscheiden.

IAAPA Europe hat in einer Stellungnahme zum Programm der Arbeitsgruppe Tourismus nachdrücklich betont, wie wichtig es sei, dass die Arbeitsgruppe die Initiative ergreift und sicherstellt, dass andere Gremien der Kommission sich der Folgen ihrer politischen Vorschläge für die Tourismusindustrie bewusst sind. Wir haben die Europäische Kommission außerdem dazu aufgefordert, ihr Augenmerk verstärkt auf marktorientierte Initiativen und Vertriebsunterstützung zu richten und weniger auf Versorgungsprobleme. Die Stellungnahme der IAAPA im Wortlaut finden Sie hier: [Link einfügen].

Der Entwurf des Berichterstatters des Europäischen Parlaments, Carlo Fidanza MdEP, stützt im Großen und Ganzen das Programm der Kommission. Der Bericht bekräftigt den Fokus auf tourismusspezifische Maßnahmen und misst den Auswirkungen anderer politischer Maßnahmen auf die Tourismuswirtschaft offensichtlich weitaus weniger Bedeutung bei. Die wenigen nicht-tourismusspezifischen Themen, die im Bericht zur Sprache kommen, sind die Mehrwertsteuer, die Reform der Pauschalreise-Richtlinie und die Visapolitik.

Zu den Vorschlägen Fidanzas gehören:

• Eine europäische Touristikkarte, über die Reisende Rabatte erhalten.

• Schrittweise Harmonisierung der nationalen Systeme zur Hotelklassifizierung nach dem Vorbild der Hotelstars-Initiative von Hotrec. [Hotrec ist der europäische Dachverband der Hotellerie-Branche].

• „Gebührende Beachtung“ für das Thema Sicherheit in Unterkünften.

• Fortschreitende Harmonisierung der Mehrwertsteuersätze in ganz Europa im Interesse des Wettbewerbs. [Siehe auch den Sonderartikel der IAAPA Europe im Grünbuch der Europäischen Kommission über die Zukunft der Mehrwertsteuer].

• Bildung einer Arbeitsgruppe innerhalb des Europäischen Parlaments, in der „Experten aus dem Tourismussektor“ tätig werden.

Noch während der Arbeit an diesem Artikel wurde bekannt, dass insgesamt über 260 Änderungsanträge zu dem Bericht vorliegen. Das zeigt, mit welcher Ernsthaftigkeit das Parlament das Thema nun behandelt, da den EU-Institutionen durch den Vertrag von Lissabon Entscheidungsbefugnisse im Bereich Tourismus eingeräumt wurden.

Update Februar 2011

Im Dezember des vergangenen Jahres hat die Arbeitsgruppe Tourismus der Europäischen Union eine öffentliche Anhörung zur Umsetzung der neuen Tourismus-Politk gestartet. IAAPA Europe wird im Namen seiner Mitglieder eine Stellungnahme einsenden.

Update Dezember 2010
Europa, die weltweit bedeutendste Tourismus-Destination – ein politischer Rahmen für den Tourismus in Europa, die von EUder Europäischen Kommission vorgeschlagene neue Tourismus-Politik für die Europäische Union, wurde Ende Juni veröffentlicht. Dies ist seit Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon die erste Grundsatzerklärung und gibt der Europäischen Kommission zum ersten Mal Europa-weite Kompetenzen im Bereich Tourismus. Der komplette Text ist hier verfügbar.

Die im Wettbewerbsrat der EU organisierten Mitgliederstaaten haben bereits zugestimmt; das Europäische Parlament befindet sich noch in der Meinungsbildung.

Programm-Themen
Die Kommission hat ihre Politik auf die vier folgenden Zielsetzungen ausgerichtet:

• Förderung des Wettbewerbs im Europäischen Tourismus. Dieses teilt sich auf in:
- Förderung der wirtschaftlichen Diversifizierung des Angebots an touristischen Dienstleistungen
- Entwicklung von Innovationen in der Tourismus-Branche
- Verbesserung der professionellen Ausbildung
- Ermutigung zu einer Ausweitung der touristischen Saison
- Konsolidierung der sozio-ökonomischen Wissensgrundlage für den Tourismus

• Förderung der Entwicklung von nachhaltigem, verantwortungsvollem und qualitativ hochwertigem Tourismus.

• Konsolidierung des Erscheinungsbildes und Profils Europas als eine Vielzahl von nachhaltigen qualitativ hochwertigen Destinationen.

• Maximierung des Potentials der EU Politik und der bestehenden finanziellen Instrumente zur weiteren Entwicklung des Tourismus. Dies beinhaltet die Überwachung von EU Gesetzgebungs-Initiativen und deren Auswirkungen auf den Tourismus.

Highlights
Das Dokument umfasst 21 mögliche Maßnahmen zur Erreichung der vier Ziele. Aktionen von besonderem Interesse für IAAPA Europe Mitglieder sind:

• Sicherstellung einer "besseren Integration des Tourismus” in die Politik der Europäischen Kommission so dass die Europäische Gesetzgebung das volle Potential der Branche freigeben kann. Dies bedeutet, dass die Interessen der Tourismus Branche in den politischen Entscheidungsprozessen in allen Tätigkeitsbereichen der EU berücksichtigt werden - lange Zeit das wichtigste Ziel für viele Branchen-Vertreter. Es ist positiv zu bewerten, dass die Kommission und der Rat nun die Bedeutung dieser Arbeit anerkannt haben. Wir hoffen, dass das Parlament bald folgen wird.

• Schaffung einer “wirklichen” Europäischen Marke um Europäische Destinationen besser von internationalen Wettbewerbern abgrenzen zu können und eine Zusammenarbeit mit der European Travel Commission (ETC) zur Förderung dieses auf der Internetseite visiteurope.com. Die ETC ist ein Verband von nationalen Tourismus Organisationen.

Europäisches Tourismus Forum
Die Implementierung der neuen EU Tourismus Politik war dieses Jahr das Top-Thema bei dem Europäischen Tourismus Forum am 18. und 19. November in Malta. Bei dem Forum handelt es sich um eine von der Arbeitsgruppe Tourismus der Europäischen Kommission organisierte, jährliche Veranstaltung, die von Repräsentanten der wichtigsten Verbände der Tourismus-Industrie besucht wird, unter diesen dieses Jahr auch IAAPA Europe.

Ein Entwurf für einen Umsetzungsplan wurde am Anfang des Meetings an die Delegierten verteilt. Dieser umfasst eine Anzahl an Maßnahmen, die von Beamten der Kommission als vorrangig für die nächsten 2-3 Jahre identifiziert wurden. Geplant ist zu Beginn des neuen Jahres eine finale, kürzere Liste an Prioritäten zu veröffentlichen.

Die derzeitige lange Liste umfasst auch die Pläne der Integration der Tourismus-Politik in der breiteren EU Politik und der Wunsch nach einer neuen “Marke Europa”, was in Malta sehr ausführlich diskutiert wurde. Weitere Ideen beinhalten:

• Entwicklung einer ICT (Information und Kommunikations Technologien) und Tourismus Plattform um kleinen Unternehmen zu helfen, Ihre neuen Technologien bestmöglich zu nutzen.

• Initiativen zum Training im Bereich Tourismus.

• Ein ‚virtuelle‘ Beobachtungs-Plattform – Forschungsergebnisse und Informationen online zugänglich machen.

• Ein Europäisches Qualitäts-Label – vielleicht eine Dachmarke, die bestehende nationale und regionale Qualitäts-Sicherungssysteme zusammenbringt. (Dieses hat zu einer langen und schwierigen Debatte in Malta geführt und blieb ohne Ergebnis. Dennoch scheint die Kommission festgelegt, dieses weiter zu verfolgen.)

Das Format des Forums verhinderte tatsächlich eine ernsthafte öffentliche Debatte zu den Fragen in der Liste der Kommission, ausgenommen hiervon die Idee einer Europäischen Marke und eines Qualitäts-Labels. Auch gab es kaum Diskussion zu einem der wichtigsten Punkte: wie die vorgeschlagenen Maßnahmen finanziert werden sollen. Tourismus mag jetzt eine Kompetenz der EU sein, doch gibt es bis dato noch kein eigenes Budget (abgesehen von dem, welches die Personal-Kosten der kleinen Arbeitsgruppe Tourismus abdeckt). Und dies zu einer Zeit, wo die Mitgliedsstaaten und das Parlament sich nicht auf ein EU Budget für das Jahr 2011 oder eine Formel für die darauffolgenden Jahre einigen können.

Dennoch hat das Forum die politische Unterstützung von vielen Seiten für die EU sich im Bereich des Tourismus ernsthaft zu betätigen bestätigt. Antiono Tajani, der Vize-Präsident der Kommission und für den Tourismus verantwortliche Kommissar, beteiligte sich rege an der Veranstaltung wie auch weitere Minister von nationaler Ebene sowie ein führendes Mitglied des Komitees des Europäischen Parlaments für Transport und Tourismus, Carlo Fidanza MdP.

Kommentar
Die EU Institutionen haben wahrscheinlich nie zuvor so rege über Tourismus diskutiert wie es derzeit der Fall ist und es geht durchaus schnell voran. Dies macht Mut, genauso wie der Eifer von Tajani sich selber als führender Tourismus Experte in der Kommission zu präsentieren.

Dies sind natürlich die Anfänge und Branchenverbände versuchen bereits jetzt mit dem Kommissar und seinen Beratern ins Gespräch zu kommen. IAAPA Europe stellt da keine Ausnahme dar, und hat gemeinsam mit den Kollegen von NET an einem Meeting mit Mr. Tajani am 28. September teilgenommen. NET hat seine Unterstützung für die neuen Vorschläge im Bereich des Tourismus als einen ersten Schritt zu einer Unternehmer-freundlicheren Tourismus-Politik unterstrichen.

Tajani hat NET’s Nachfrage nach einer Einrichtung eines permanenten und regelmäßigen Forums durch die Kommission, welches Beamte mit Repräsentanten der Tourismus-Branche zusammen an einen Tisch bringt, sofort zugestimmt.

Diese sind kleine aber willkommene Entwicklungen. Es ist jedoch auch weiterhin alles andere als klar, ob die Kommission (und insbesondere die Arbeitsgruppe Tourismus), längerfristig zu einer vollen Kooperation bereit sind und sich als effektiver Unterstützer der Tourismus Industrie erweisen. Es bleibt auch weiterhin wichtig für IAAPA Europe und die weiteren Verbände im direkten Kontakt mit allen EU Institutionen zu stehen um sicherzustellen dass die Stimme der Tourismus-Branche gehört und respektiert wird.

Update Juli 2010
Die Europäische Kommission setzt auch weiterhin ihre Arbeit an einer EU Tourismus Politik fort. Damit will sie die Europäische Tourismus-Industrie stärken und deren Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Qualitäts-orientierte Entwicklung fördern, um die Bedeutung Europas als herausragende Tourismus Destination zu unterstreichen.

Eine der geplanten Initiativen ist eine mögliches Quality Tourism Label, welches an die besten touristischen Unternehmen, Aktivitäten und Destinationen, darunter auch Attraktionen, vergeben werden könnte. Die Zielsetzung der Kommission ist es, dass die neue Qualité Tourisme Marke eine ähnliche Funktion wie Michelin Sterne hätte, in diesem Fall auf alle Arten von Sehenswürdigkeiten bezogen. Das Siegel braucht noch einen endgültigen Namen oder Logo, aber Ideen sollen in den nächsten Monaten weiter ausgearbeitet werden, sofern die Mitgliedsstaaten und das Europäische Parlament der Idee zustimmen.

Der Vorschlag ist einer von 21 von der Kommission am 30. Juni 2010 präsentieren Ideen. Die gesamte Liste können Sie hier einsehen – eine Zusammenfassung gibt es hier. IAAPA Europe wird auch weiterhin diese Vorgänge genau verfolgen.

Update Mai 2010
Am 14. und 15. April 2010 hat die Spanische EU Präsidentschaft die wichtigsten Akteure der Europäischen Tourismusindustrie zu einem zweitägigen Seminar geladen, bei dem die neue EU Tourismus Politik diskutiert wurde. IAAPA Europe hat an dem vom Vize-Präsidenten der Europäischen Kommission, Antonio Tajani, eröffneten Meeting teilgenommen.

Hintergrund der Konferenz war die Tatsache, dass der neue Lissabon Vertrag Tourismus nun zu den Aufgabenfeldern der EU zählt. Kommissar Tajani dazu: “Tourismus zählt zu den Branchen mit einem signifikanten Potential für zukünftiges Wachstum und mehr Beschäftigung in der EU zu generieren. Wie alle anderen Wirtschaftssektoren war auch der Tourismus von dem jüngsten ökonomischen Abschwung betroffen, aber hat dennoch gezeigt, dass er einer der elastischsten Branchen ist und zuletzt sogar Anzeichen von verhaltener Erholung und Wachstum spüren lassen.”

Die Europäische Tourismus Industrie generiert mehr als 5% des EU Bruttoinlandsprodukts mit circa 1,8 Millionen Unternehmen, die 5,2% der gesamten Arbeitskraft (ungefähr 9,7 Millionen Jobs) beschäftigen. Unter Einbeziehung verwandter Branchen ist der geschätzte Anteil des Tourismus am BIP noch sehr viel höher: Tourismus generiert dann indirekt mehr als 10% des BIP der Europäischen Union und beschäftigt circa 12% der Arbeitskräfte.

Im Rahmen der Madrider Konferenz wurden spezifische Themen wie Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, nachhaltiger und sozial verantwortlicher Tourismus diskutiert sowie Möglichkeiten erörtert, wie das Image Europas als Tourismus-Destination wieder gestärkt werden kann. Der Konferenz folgend, haben die in den EU Mitgliedsstaaten für Tourismus zuständigen Minister die ‘Madrid Declaration’ verabschiedet, die eine Reihe an Empfehlungen zur Implementierung einer Europäischen Tourismus Politik an die Europäische Kommission auflistet. Dazu zählen unter anderem:

- Eine bessere Koordinierung der derzeitigen Tätigkeiten um sicherzustellen, dass den Tourismus betreffende Initiativen besser aufgestellt sind.
- Förderung des „sozialen Tourismus“ in Kombination mit besserem und verlängertem Nutzen von touristischer Infrastruktur.
- Sensibilisierung für die Bedeutung von Innovation und Informations- und Kommunikations-Technologien um die Wettbewerbsfähigkeit der Tourismus-Unternehmen zu stärken.
- Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in den Tourismus-relevanten Branchen stärken (Transport, Abfall, Wasseraufbereitung etc.).
- Gemeinsame Bewerbung des Europäischen Tourismus-Markts in fernen Märkten.
- Eine Überarbeitung der derzeitigen Visa-Politik welche die wachsende Nachfrage aus Ländern wie Indien, China und Russland nicht behindert.
- Harmonisierung von Verbraucher-Rechten.

Die aufgelisteten Punkte sind alle Bausteine der neuen (und erstmaligen) Tourismus-Politik der EU. Tajani betonte in seiner Eröffnungsrede in Madrid: „Heute ist der erste Tag in der Entwicklung eines Europäischen Tourismus-Projekts“, und das Ergebnis der Konferenz wird den Weg ebnen für eine abgestimmte Herangehensweise bei den Tourismus betreffenden Initiativen.

Die Madrid Declaration können Sie hier herunterladen.

Update März 2010
Die neuen EU Kommissare haben am 10. Februar ihren Dienst angetreten. Wie auch das Parlament reicht deren Amtszeit bis 2014. Dabei handelt es sich um die erste Europäische Kommission nach Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon im Dezember 2009.

Die Runde setzt sich zusammen aus alten und neuen Kommissaren, wobei jeder der 27 EU Mitgliedsstaaten einen Vertreter stellt. Diese wurden jeweils durch die nationalen Regierungen vorgeschlagen und daraufhin nach mehreren Anhörungen vom Parlament bestätigt.

Eine vollständige Liste der Kommissare und deren Verantwortungsbereichen finden Sie hier.

Der neue für Tourismus zuständige Kommisar ist der Italiener Antonio Tajani. Er ist gleichzeitig einer der Vizepräsidenten der Kommissionen und gilt als glühender Unterstützer der Tourismus-Industrie.

Mr. Tajani wird am 14. und 15. April zu Meetings nach Madrid reisen um die zukünftige Marschrichtung der EU Tourismuspolitik zu diskutieren. Das erste Treffen ist eine Anhörung mit Vertretern der Tourismus-Industrie, Abgeordneten des Europäischen Parlaments (MEPs) und nationalen Ministern, beim zweiten handelt es sich um ein Treffen auf Minister-Ebene.

Beide Sitzungen folgen der Veröffentlichung eines von der Arbeitsgruppe Tourismus im Februar herausgegeben, kurzen Diskussions-Papieres. Dieses hat drei Prioritäten für die zukünftige Arbeit der Kommission in diesem Bereich hervorgehoben und alle interessierten Parteien um Kommentare und Ideen zur Umsetzung dieser gebeten. Diese Ziele sind:

- Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Tourismus-Industrie
- Ausbau des nachhaltigen Tourismus in Europa
- Europa als Reiseziel in Drittländern außerhalb der EU zu fördern.

IAAPA Europe hat auf diese Anfrage geantwortet und die Wichtigkeit der Implementierung eines Europäischen Rahmenwerks für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie betont. Diese Antwort wurde von dem neuen Government Relations Komitee abgesegnet und wurde am 1. März an die Europäische Kommission versandt. Eine Kopie ist hier abrufbar.

Gemeinsam mit einigen Vertretern anderer Interessensverbände planen wir an den Anhörungen in Madrid teilzunehmen. Wir verfolgen gleichzeitig auch weiterhin die Entwicklung des neuen Rahmenwerks für die Tourismuspolitik, welches von der Kommission für Ende dieses Jahres angekündigt wurde.

Update Dezember 2010
Der Lissabon Vertrag tritt am 1. Dezember 2009 in Kraft. Dabei handelt es sich um das erste derartige Dokument, welches den Tourismus zur politischen Verantwortung der EU-Institutionen zählt und dem Europäischen Parlament in diesen Fragen eine Stimme gibt.

Was sagt der Vertrag
Der Vertrag mag bereits in Kraft sein, allerdings ist die finale Version des Textes noch nicht veröffentlicht. Dies wird für den Anfang des Jahres 2010 erwartet sobald alle rechtlichen Zwickmühlen und kleinen Macken ausgeräumt sind. Bis dahin kann es noch keine Sicherheit zur Anzahl an Artikeln und Pragraphen geben, aber im Bezug auf die im Offizielen Journal veröffentlichte Version vom 9. Mai 2008, die Referenzen zum Tourismus sind die folgenden:

Artikel 6 (d) gibt der EU die Möglichkeit tätig zu werden, um Mitgliedsstaaten bei Entscheidungen im Bezug auf Tourismus zu unterstützen und zu koordinieren-

Artikel 195 geht dann ein wenig mehr in Detail:

1. Die Union soll Tätigkeiten der Mitgliedsstaaten im Tourismusssektor ergänzen, insbesondere durch die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der Handlungsbereiche der Union in diesem Sektor.

Zu diesem Zweck wird die Union anstreben:

(a) Förderung der Schaffung eines günstigen Umfelds für die weitere Entwicklung der Unternehmen in diesem Sektor;

(b) Förderung der Kooperation zwischen den Mitgliedsstaaten, insbesondere durch den Austausch von best practices.

2. Das Europäische Parlament und der Rat sollen, gemäß dem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren, die Handlungen der Mitgliedsstaaten unterstützen um die in diesem Artikel festgelegten Ziele zu erreichen unter Ausschluss jeglicher Harmonisierung der Rechts-und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten.

Was bedeutet das?
Es wird keine EU Vorschriften geben, die nicht auf bereits bestehende Maßnahmen der EU Mitgliedsstaaten aufbauen. Eine tourismus-spezifische Gesetzgebung auf EU Level ist derzeit nicht möglich. Darüber hinaus teilen der Rat und das Europäische Parlament die Verantwortung für die Tourismuspolitik unter Verwendung des Mitentscheidung-Verfahrens für die Prüfung von neuen Vorschlägen betreffend die Tourismus Industrie. Beide Institutionen müssen also einem Vorschlag zustimmen, bevor dieser umgesetzt werden kann. Der Rat kann insofern nicht länger ignorieren, was das Parlament sagt.

In der Tat ist der Artikel so vage um den Institutionen Interpretationsspielraum zu gewähren, auf welche Bereiche sie diesen anwenden. Dieses wird von vielen in der Industrie mit Bedenken gesehen. Und so werden sie die Entwicklung sehr genau auf Anzeichen verfolgen, ob der neue „offizielle“ Status der Branche als Vorwand für politische Eingriffe und insbesondere neue Rechtsvorschriften verwendet wird, die Dienstleister und Unternehmen in der Ausübung der von Kunden nachgefragten Dienste behindern.

Wie kommt der Tourismus in der Organisation der Europäischen Kommission unter?
Der Präsident der Europäischen Kommission, José-Manuel Barroso, hat soeben sein neues Team von Kommissaren und deren Aufgabenbereiche für die nächsten 5 Jahre angekündigt.

Tourismus wird in die Verantwortung einer neuen Generaldirektion für Industrie und Unternehmertun fallen, welches die Aufgaben der bestehenden Generaldirektion Unternehmen und Industrie übernimmt. Neuer Kommissar wird der Italiener Antonio Tajani, derzeit noch Kommissar für Transport. Er wurde außerdem nominiert, während seiner zweiten Amtszeit Vize-Präsident der Kommission zu sein.

Das Team derjenigen, die für die Entwicklung und Umsetzung von Tourismus-politischen Initiativen verantwortlich ist, ist der neuen Generaldirektion untergeordnet. Der derzeitige Vorsitzende, Franco Ianniello, wird 2010 in Rente gehen. Es bleibt abzuwarten, welche Ideen sein Nachfolger in Zukunft umsetzen will.

Vorsicht: die neuen Kommissare werden nicht vor Februar 2010 ihr Amt antreten. Von den nationalen Regierungen berufen, müssen sie nun im Januar im Europäischen Parlament vorstellig werden. Am 26. Januar stimmen die Europa-Parlamentarier dann über die neue Kommission ab. Dieses ist keine Formalie. Die Abgeordneten haben die Macht, die Nominierten abzulehnen (nur im Ganzen). Auch wenn ein solcher Schritt unwahrscheinlich ist, ist es durchaus möglich, dass von einzelnen Abgeordneten Druck ausgeübt wird, dass einige Nominierungen fallen gelassen werden und durch andere Kandidaten ausgetauscht werden.

Sobald das Parlament den Nominierungen zustimmt, sind die Mitgliedsstaaten dazu aufgerufen, ihren formellen Vermerk zu geben. Dies wird für Februar 2010 erwartet.

Die derzeitige Riege von Kommissaren bleibt im Amt, bis die neue genehmigt ist. Dies bedeutet, dass der Vize-Präsident der Kommission, Günter Verheugen, solange noch die Verantwortung für die Tourismus Politik inne hat.

Prioritäten der Tourismus-Politik
Die derzeitigen Projekte geben eine grobe Idee darüber, welche Richtung die Arbeitsgruppe Tourismus in Zukunft einschlagen wird. Dazu zählen zum Beispiel:

• European Destinations of Excellence awards. Das Thema für das Jahr 2010 wird 'aquatic tourism' sein.
• Calypso Projekt. Eine Initiative zur Entwicklung des sozialen Tourismus und damit zur Reduktion der Saisonalität.
• Iron Curtain trail. Eine Initiative zur Förderung des Fahrrad-Tourismus.

• Außerdem gibt es Pläne für ein neues mehrjähriges Tourismus-Programm. Dieses wird durch ein im Lissabon Vertrag verankertes Budget für Tourismus-Politik finanziert.

Außerdem wird an einigen weiteren Projekten wie der Schaffung von Tourismus-Netzwerken, the commissioning of consultancy studies und – aus Sicht der Industrie wohl am wichtigsten - der Beobachtung von die Tourismus Industrie betreffendeEU Programmen und Gesetzgebungs-Initiativen, die die Tourismus-Industrie betreffen, gearbeitet.

Etwas, was der Lissabon Vertrag nicht ändern wird ist die Tatsache dass die meisten EU Initiativen betreffend Tourismus Industrie, sei es Attraktionen, Gastgewerbe oder Transportwesen – nichts zu tu haben mit der Arbeit der Tourismus-Einheit. IAAPA und die weiteren in Brüssel vertretenen Branchenvertreter müssen auch weiterhin wachsam die Initiativen verfolgen, die anderweitig in der Kommission angestoßen werden. Beispielhaft sei hier der am 26. November angekündigte Vorschlag zu nennen, die Direktive zu Pauschalreisen zu überarbeiten.