Statistiken zum Tourismus

Juni 2013

Tourismuswirtschaft zeigt sich laut Eurobarometer widerstandsfähig

Am 6. März veröffentlichte die Europäische Kommission die Ergebnisse einer Eurobarometerumfrage zum Urlaubsverhalten der Europäer. Daraus geht unter anderem hervor:

  • dass ähnlich wie 2011 70% der Europäer 2012 verreisten.
  • dass 88% der europäischen Urlauber ihre Ferien innerhalb der EU verbrachten, also entweder in ihrem eigenen Land oder in einem anderen EU-Mitgliedsstaat.
  • Auch für 2013 wird erwartet, dass die Tourismusbranche Stabilität und Widerstandsfähigkeit zeigt.
  • Drei Viertel der befragten Teilnehmer einer jüngst durchgeführten EU-weiten Umfrage (75%) planen demnach, dieses Jahr zu verreisen, wobei allerdings 34% angaben, ihre Urlaubspläne von ihrer persönlichen wirtschaftlichen Situation abhängig zu machen. Die für 2013 genannten Urlaubsziele ähneln weitgehend denen von 2012. Spanien (12%), Italien (8%) und Frankreich (7%) liegen in der Gunst der Reisenden an der Spitze, und 51% der Urlauber planen einen Urlaub im eigenen Land.

Bei der Umfrage wurde außerdem nach den Gründen für eine Urlaubsreise, der Art der Urlaubsplanung, der Zufriedenheit der Reisenden mit ihrem Urlaub und ihren zukünftigen Reiseplänen gefragt.


Europäische Tourismuskommission veröffentlicht ersten Quartalsbericht für 2013

Die Europäische Tourismuskommission (ETK) veröffentlichte im Mai ihren ersten Quartalsbericht für 2013 zu Trends & Perspektiven. Zu den wichtigsten Inhalten des Berichts zählen folgende Aspekte:

  • Die Welttourismusorganisation der UN erwartet für das laufende Jahr weltweit ein Wachstum der Tourismusbranche um 3% bis 4%.
  • Zu den Wachstumsmärkten zählt China: die Zahl der Reisenden aus dem Reich der Mitte wird in den meisten europäischen Ländern weiterhin - wenn auch von einem niedrigen Ausgangsniveau aus - stark ansteigen. Die touristische Nachfrage aus Indien lag zu Beginn des Jahres 2013 unter der aus China, doch auch hier wird für das aktuelle Jahr wieder ein Wachstum erwartet.
  • Das Feedback aus den meisten Reisezielen deutet nach den Zahlen aus den ersten Monaten des laufenden Jahres europaweit auf ein langsames, aber beständiges Wachstum bei der Zahl der Übernachtungen und der Touristen aus Ländern außerhalb der EU hin.
  • Indikatoren für den Luftverkehr bestätigen eine anhaltend robuste Entwicklung auf den Langstreckenmärkten, wobei auf Strecken innerhalb Europas das Wachstum 2013 sogar noch größer ausfällt.

Der Bericht unterstreicht, dass der Tourismus sowohl in Europa wie auch weltweit über das Potential verfügt, eine Schlüsselrolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung und der Schaffung von Arbeitsplätzen einzunehmen. Werbung für Europa und entsprechende Marketingstrategien werden in der nahen Zukunft touristisches Interesse im außereuropäischen Ausland ankurbeln. Damit die Tourismusbranche diese Entwicklung maximal nutzen kann, muss der Weg in die EU für Besucher (Stichwort Visumspflicht) vereinfacht werden und eine steuerliche Entlastung erfolgen, so Eduardo Santander, Geschäftsführender Direktor der Europäischen Tourismuskommission. Wachstumsfördernde Maßnahmen sind insbesondere für schwache Volkswirtschaften in den Randgebieten Europas erforderlich, um dort bestmöglich vom Wirtschaftsmotor Tourismus zu profitieren.


April 2013

Der neueste Bericht der Europäischen Tourismuskommission zum europäischen Tourismus im vierten Quartal des Jahres 2012 hebt die folgenden Ergebnisse hervor

  • Die europäische Reise-Leistung hat die Erwartungen in einem überwiegenden Teil des Jahres 2012 übertroffen. In vielen etablierten und neu entstehenden Reisezielen wurde ein Wachstum verzeichnet.
  • Der Trend bestand im Laufe des Jahres in einem Rückgang, da das wirtschaftliche Umfeld sich verschlechtert hat.
  • Insbesondere die Reisenachfrage innerhalb Europas war widerstandsfähiger als erwartet, wenn man die wirtschaftlichen Bedingungen berücksichtigt.
  • Die entwickelten Märkte kehren dem Tourismus trotz der Wirtschaftskrise nicht den Rücken zu.

Die Prognosen des Berichts hinsichtlich der Solidität des Sektors in 2013 sind optimistisch:

  • Es wird damit gerechnet, dass der Einreiseverkehr aus wesentlichen Langstreckenmärkten in 2013 zunehmen wird, aber der Erfolg des Sektors in 2013 wird in weiten Teilen von intereuropäischen Reisen abhängen.
  • ETC erwartet ein durchschnittliches Wachstum europäischer Reiseziele von 1% bis 3% im nächsten Jahr, jedoch mit Marktdifferenzen innerhalb der Regionen.


Juni 2011

Das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union haben eine neue Verordnung bezüglich der Erhebung statistischer Daten im Bereich des Tourismus verabschiedet. Diese beruht auf dem Textentwurf, auf den man sich im März dieses Jahres geeinigt hatte – siehe hierzu den letzten Newsletter.

Da es sich bei dieser neuen Gesetzesvorlage um eine Verordnung handelt (eine Form der Gesetzgebung, die zentral umgesetzt wird und europaweit einheitlich gilt), liegt die Umsetzung in der Verantwortung der Kommission und ihrem statistischem Amt Eurostat. Würde es sich um eine EU-Richtlinie handeln, hätten die einzelnen Mitgliedsstaaten die vereinbarten Mindestanforderungen jeweils in nationales Recht umsetzen müssen. Die daraus möglicherweise resultierenden unterschiedlichen Ansätze hätten nach Ansicht der EU im Widerspruch zu dem Bedarf an zuverlässigen gesamteuropäischen Tourismusstatistiken gestanden.

Die ersten statistischen Erhebungen im Rahmen dieser neuen Gesetzgebung werden für das Jahr 2012 durchgeführt; die Veröffentlichung ist für 2013 geplant.

April 2011

Vertreter des Europäischen Parlaments, des Rates und der Europäischen Kommission verhandeln derzeit noch immer über einen Vorschlag der Kommission, die Rahmenbedingungen für statistische Erhebungen zum Fremdenverkehr innerhalb der Europäischen Union zu überarbeiten. Am 9. März einigte man sich auf einen gemeinsam ausgearbeiteten Entwurf. Wird dieser vom Parlament insgesamt gebilligt, so wird voraussichtlich auch die Kommission keine weiteren Änderungen oder Erweiterungen beantragen und zustimmen. Ein Termin für die Abstimmung im Parlament wurde noch nicht angesetzt.

Der vereinbarte Wortlaut entspricht der Fassung, die vom Ausschuss des Parlaments für Verkehr und Fremdenverkehr (TRAN) am 28. Februar befürwortet wurde.

Brian Simpson MdEP, Berichterstatter des Parlaments und Vorsitzender des TRAN, sprach sich im Großen und Ganzen für den Vorschlag der Kommission aus. Dennoch kritisierte er, dass Tourismus-Satellitenkonten nicht in den Geltungsbereich eingeschlossen wurden und äußerte sich unzufrieden mit den Bestimmungen für Eurostat, das statistische Amt der Europäischen Union sowie darüber, dass wichtige Bestandteile der Richtlinie (z. B. die Begriffsbestimmungen, die adressierten Themenbereiche) ohne Einbindung des Parlaments oder des Rates verändert werden sollen.

Die Mitglieder des Ausschusses für Verkehr und Fremdenverkehr setzten sich außerdem für Erweiterungsklauseln ein, die eine Erhebung von Daten über die Zugänglichkeit von Touristenunterkünften für Personen mit eingeschränkter Mobilität vorsehen. Diese wurden am 9. März in den vereinbarten Text integriert.

[Ein Tourismus-Satellitenkonto enthält fremdenverkehrsbezogene Statistiken und gibt sozio-ökonomische Indikatoren wieder, die zeigen, welche Auswirkungen der Tourismus auf den Arbeitsmarkt und die gesamtwirtschaftliche Situation hat. Satellitenkonten werden bereits in manchen EU-Staaten erstellt. Die Arbeitsgruppe Tourismus der Europäischen Kommission versucht seit geraumer Zeit, die Regierungen davon zu überzeugen, ihre Anwendung auszuweiten.]

Das Ziel des neuen statistischen Rahmenwerks ist, die Zuverlässigkeit, Genauigkeit und Aktualität europäischer Statistiken zum Fremdenverkehr zu verbessern. Das System wird weiterhin darauf beruhen, dass die Mitgliedsstaaten grundlegende Daten übermitteln, doch es ist erforderlich, dass alle dies auf die gleiche Weise tun. Das ist derzeit nicht der Fall.

Eine Neuerung, die für Betreiber von Besucherattraktionen von Bedeutung sein wird, ist die neue von der EU festgelegte, obligatorische Übermittlung von Daten zu Tagesbesuchen. Diese werden definiert als „Tagesausflüge außerhalb der gewohnten Umgebung, die von der Wohnbevölkerung im Alter von mindestens 15 Jahren angetreten wurden.“ Die Erhebung von Daten über Besucher unter 15 Jahren wird optional sein.

Die ersten Statistiken werden 2012 nach dieser neuen Regelung erstellt und 2013 veröffentlicht.