Saison-arbeitskräfte - Neue Richtlinie

Update Februar 2011

Die Diskussionen befinden sich noch in einem frühen Stadium. Die Organisation der Diskussionen auf dem Niveau des Rats wurde an Ungarn, das die derzeitige EU Präsidentschaft inne hat, übergeben. Dem britischen Mitglied des Europäischen Parlaments, Claude Moraes, wurdedie Aufgabe übertragen, die Antwort des Parlaments auf den Vorschlag zu koordinieren

Tourismus Unternehmen können von den neuen Europäischen Regeln zu Arbeitskräften aus Nicht-Eu-Mitgliedsstaaten betroffen sein. Ein von der Kommission veröffentlichter Entwurf schlägt Europa-weite Prozeduren für die Erteilung von Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen für Saisonarbeitskräfte vor und definiert die Rechte der Arbeiter während ihres Aufenthalts in der EU. Die Anhörungsprozesse im Rat (Regierungen der Mitgliedstaaten) und im Europäischen Parlament sollen bald beginnen.

Die wichtigsten Punkte dieses Vorschlags:
• Saison-Arbeitskräfte müssen einen abgeschlossenen Vertrag oder ein bindendes Job-Angebot vom Arbeitgeber haben, bevor sie eine Arbeitsgenehmigung beantragen können. Die Arbeitgeber müssen dabei sicherstellen, dass die Arbeiter mit adäquater Unterkunft zu fairen Preisen versorgt sind (sofern Miete überhaupt gezahlt werden muss).
• Beschleunigte Prozedur für Anträge auf Arbeitsgenehmigungen – Mitgliedsstaaten stellen innerhalb von dreißig Tagen die Genehmigungen aus.
• Saison-Arbeitskräfte erhalten eine Aufenthaltsgenehmigung die es ihnen erlaubt für einen festgelegten Zeitraum (nicht mehr als 6 Monate) im Kalenderjahr zu arbeiten. Sobald diese Periode abgelaufen ist, müssen sie in ihr Heimatland zurückkehren. Es ist nicht möglich, saisonale Genehmigungen in permanente umzuwandeln.
• Es wird für Saisonarbeitskräfte einfacher, in Folgejahren zum gleichen Arbeitgeber zurückzukehren. Mitgliedsstaaten haben die Möglichkeit Arbeitsgenehmigungen für drei Saisons auszustellen.
• Um faire Behandlung der Saison-Arbeitskräfte sicherzustellen, werden deren Arbeitsbedingungen von den Mitgliedsstaaten festgelegt.
• Und/oder von diesen mit Vertretern der betroffenen Branchen verhandelt.
• Saison-Arbeitskräfte werden gleich behandelt wie permanente Arbeitskräfte in Themen wie Sozialer Sicherheit, Rentenansprüchen und der Freiheit Gewerkschaften beizutreten.
• Diese neue Regelungen werden nicht in Großbritannien, Irland und Dänemark angewandt.

Hintergrund-Informationen
Die Direktive wurde vorgeschlagen um einen Mangel an Arbeitskräften in der EU auszugleichen und, um es mit den Worten der Kommission zu sagen, "den strukturelle Bedarf für Saisonarbeiter zu decken, der von Arbeitern innerhalb der EU immer weniger bedient werden kann ".

Es wird auch als eine Antwort auf einen “bedeutende Anhaltspunkt dass Arbeitskräfte aus Drittländern Ausbeutung und Arbeitsbedingungen erleben, die unter den üblichen Standards liegen und deren Gesundheit und Sicherheit bedrohen können.”

Die Tourismus-Industrie wird von der Kommission als eine von drei Branchen identifiziert, die am stärksten von Nicht-EU Arbeitskräften abhängig sind. Die anderen beiden sind Landwirtschaft und Gartenbau. Alle drei werden wiederholt als diejenigen Branchen identifiziert, die am meisten anfällig für Arbeitskräfte aus Drittländern sind, die sich illegal in der EU aufhalten.

Derzeit wird die Rekrutierung von Saisonarbeitskräften aus Nicht-EU Ländern durch nationale Gesetzgebung in den Mitgliedsländern geregelt, auch wenn es Europäische Regelungen zur maximalen Aufenthaltsdauer (6 innerhalb von 12 Monaten) und Standards für Aufenthaltsgenehmigungen gibt. Der derzeitige Vorschlag ist der erste Versuch EU weite Regelungen und Prozeduren einzuführen. Mitgliedsstaaten werden auch weiterhin das Recht haben zu entscheiden, wieviele und ob überhaupt Saison-Arbeitskräfte aus Nicht-EU Ländern zugelassen werden.

Alle Details zu diesem Vorschlag können auf der Website der Europäischen Kommission nachgelesen werden.