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German Wir werden immer stärker Einen Vorgeschmack der Vergnügungsindustrie bekam Marcelo Gutglas, als er die erste Münzenjukebox in São Paulo, Brasilien, aufstellte. Später erlebte er die Flippermanie in den 1970er Jahren und brachte die erste Achterbahn in eine der weltweit größten Städte. Heute ist er Gründer, Präsident und Chief Executive Officer der Playcenter Group in São Paulo. Das Unternehmen ist Eigentümer von Playcenter, einem Vergnügungspark in São Paulo, sowie von “Family Entertainment Centers” (FECs) unter dem Namen Playland in Einkaufszentren im ganzen Land sowie in Nachbarländern. Gutglas' Vorreiterrolle in der Vergnügungsindustrie wird sehr wohl anerkannt. Er hat fast 40 Jahre Erfahrung in dem Land und seine Geschäfte von Brasilien bis Argentinien und auch auf andere Länder in Südamerika und Europa ausgedehnt. In einem ausgiebigen Interview mit Funworld erläutert Gutglas die Herausforderungen, denen sich Brasiliens Vergnügungsindustrie infolge der Geldabwertung 1999 gegenübersah. Mit einem Stabilitätsprogramm zur Kontrolle der ungezügelten Inflation erweiterte die Regierung die Bandbreite, mit dem der Real gegen Weltwährungen gehandelt werden durfte. Unmittelbare Folge war die Abwertung des Reals um acht Prozent und es gab Zeiten, wo der Real nur noch ein Drittel seines Wertes gegenüber dem Dollar hatte. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und nachfolgende politische Krise betraf Unternehmen, die von lokalen Investitionen und Auslandsimporten abhängig waren, wie beispielsweise Vergnügungsparks. FUNWORLD: Was ist Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung für die Vergnügungsindustrie, angesichts der fortschreitenden Erholung der brasilianischen Wirtschaft von der Wirtschaftskrise vor einigen Jahren? GUTGLAS: Meiner Ansicht nach ist die Reife der Branche die größte Herausforderung. Zwischen 1995 und 1999 gab es eine Menge großer Projekte mit großen Investitionen. Playcenter war ein Teil dieser Maßnahmen. Die Wirtschaft boomte und die Einkommen der Bevölkerung verbesserten sich. Es gab einige Parks, die in den Jahren 1998 und 99 eröffnet wurde, große Projekte. In Rio de Janeiro gab es Terra Encantada, einen 180 Millionen Dollar Themenpark. Hier in São Paulo eröffneten wir Hopi Hari, einen Themenpark für mehr als 200 Millionen Dollar, der sozusagen Herausforderung und Traum zugleich war, denn wir mussten einen großen und wichtigen Themenpark in Brasilien eröffnen. Zudem eröffneten wir zur damaligen Zeit auch eine Reihe von Wasserparks. Unglücklicherweise trafen uns 1999 die Währungskrise und der Sturz des Umrechnungskurses zwischen Dollar und Real auf 1 zu 3 [von zuvor 1 zu 1] hart. Das und die anschließende politische Krise schadeten unserem Unternehmen. Warum? Weil alle unsere Investitionen in Dollars getätigt waren. Die Fahrgeschäfte wurden importiert, damit waren die Schulden in Dollar fällig. Der Eintritt — der Eintrittspreis, den wir einnehmen — wurde aber in Real erhoben und mit solch einer schwachen Währung war die Schuldenlast kaum zu schaffen. Darunter litten die Erträge all unserer Geschäftspläne. Nicht die Besucherzahlen, aber die Erträge. Somit mussten die großen Investitionen und die meisten der Wasserparks entweder geschlossen werden oder sie liefen sehr schlecht. Weitere Investitionen versiegten, nicht nur in Brasilien, sondern überall in der Welt. Ab 2003 mussten die überlebenden Vergnügungs- und Wasserparks der Realität ins Auge sehen. Das war eine Art Übergangszeit, auch für Playcenter. Also, die große Herausforderung, die ich sehe, besteht darin, dass sich die Vergnügungsindustrie und auch die Tourismusindustrie am Anfang einer neuen Ära befinden. Wir bauen eine neue Bühne auf und sind nun reifer, erfahrener, professioneller — wir haben eine Menge gelernt — und ich glaube, dass wir auf einem guten Weg sind. Die übrig gebliebenen Parks laufen sehr ordentlich und auch mit der Wirtschaft geht es bergauf. Wir schauen optimistisch in die Zukunft, aber es bleibt jede Menge Arbeit zu tun. FUNWORLD: Welche Art von Arbeit? Welche Vorteile und Herausforderungen sind in Brasilien einzigartig? GUTGLAS: Die Menschen daran zu gewöhnen, in die Parks zu gehen. Wir in Brasilien haben alle guten Voraussetzungen für unsere Branche. Wir haben die Bevölkerungszusammensetzung, das günstige Klima und wir haben zunehmend bessere Einkommen. Wir müssen unsere Branche nur so vermarkten, dass wir für Familien eine gute Wahl sind und sie daran gewöhnen, die Parks zu besuchen, so wie sie es in Europa oder den Vereinigten Staaten tun, wo Familien einmal im Jahr in einen Vergnügungspark gehen. Das ist die sofortige Herausforderung für unsere Branche. Eine andere sind die Investitionen. Wir sind sehr kapitalintensiv. Die Importe machen uns immer noch schwer zu schaffen. Für jeden Dollar müssen wir zusätzlich 70 Cents an Importsteuern zahlen. Wir kämpfen mit der Regierung um die Lösung dieser Situation. In den 1990er Jahren, als wir die großen Parks eröffneten, wurde uns eine Steuerbefreiung eingeräumt, allerdings nur für drei Jahre. Also besteht eine weitere große Herausforderung darin, wie bringt man Attraktionen wie diese in andere Parks in der ganzen Welt. Selbst in Chile und Argentinien ist das sehr einfach. Chile erhebt Null Prozent Steuern. Da wir uns solch große Investitionen nicht leisten können, müssen wir mit Software, Promotion und Shows arbeiten. Wir müssen kreativer sein, um die Attraktionen auf einem hohen Niveau zu halten. Wir müssen erreichen, dass die Regierung versteht, dass wir eine arbeitsintensive Branche, die Arbeitsplätze schafft, und eine gute Option für den Tourismus im eigenen Land sind. FUNWORLD: São Paulo dürfte wohl — mit seinen 18 Millionen Einwohnern immerhin eine der größten Städte weltweit — eine unglaubliche Menge an Humankapital und einen nahezu unbegrenzten Markt bereitstellen. Ist die Vergnügungsparkindustrie bereit, diese Ressourcen zu nutzen? GUTGLAS: Ja, definitiv. Das ist auch eine Herausforderung, etwas, das wir der Regierung auch zeigen möchten. Wir bieten ordentliche Schulungen. Wir müssen auch Teil der Gemeinschaft sein. Wir müssen der Gemeinschaft helfen, um selbst die Hilfe der Gemeinschaft zu erhalten, insbesondere bei Playcenter. Wir haben hier in den Parks mit Schulen eine Vielzahl von Schulungsprogrammen. Wir haben Programmen für Lehrer und Schüler, die wir “Playscience” nennen, wo unsere Einrichtungen genutzt werden [dabei lernen Schüler die physikalischen Hintergründe für die Fahrgeschäfte kennen]. Das ist zudem eine Möglichkeit, die Parks in die Schulkalender zu bekommen. Also kommen Schulklassen Donnerstag und Freitag hierher. Die haben dann eine Stunde Unterricht und anschließend genießen sie den Park. Das Programm ist von den Schulbehörden als Teil des Unterrichtsplans genehmigt. FUNWORLD: Welche Anzeichen sehen Sie für den Reifeprozess in der Branche? GUTGLAS: Die Zukunft ist glänzend. Heute gibt es erheblich mehr Professionalität in dem Geschäft, weniger Träumereien und mehr Realitätssinn. Wir sind von der Wirtschaft unseres Landes abhängig. Geht es bergauf, gehen wir mit. Wenn die Arbeitslosigkeit sinkt, wird es uns sofort besser gehen. Ich sehe eine glänzende Zukunft voraus, auch wenn wir vorsichtig sein müssen. Ich sehe hier keinen Raum für große Investitionen. Überinvestition ist einer der großen Fehler, die in unserem Geschäft gemacht wurden. FUNWORLD: Gibt es eine wachsende regionaler Industrie von Lieferanten und Konstrukteuren, damit die Materialien nicht immer im Ausland gesucht werden müssen? GUTGLAS: Eigentlich nicht; da gibt es wirklich wenig. Es war schon einmal besser, aber während der Wirtschaftskrise mussten viele Unternehmen schließen. Heute haben wir höchstens fünf bis sieben Lieferanten. Wir haben gute Lieferanten bei mittelgroßen Fahrgeschäften und andere Lieferanten von kleinen Fahrgeschäften, meistens für FECs. Aber wir sind noch immer von ausländischen Fahrgeschäften abhängig. FUNWORLD: Wie lange sind Sie im Vergnügungsindustriegeschäft, und wie haben Sie damit angefangen? GUTGLAS: Ich bin jetzt 37 Jahre im Geschäft. Ich machte meine Semesterarbeit über elektronische Technik und hatte ein Projekt zur Entwicklung einer Münzenjukebox. Die Jukebox stellte ich in einer Bowlingbahn auf, einer sehr einfachen Bowlingbahn, in der nichts automatisch lief, die Kegeln wurden von Hand aufgestellt. Die Münzen waren Spielmarken, die ich selbst herstellte. Alles an der Jukebox war hausgemacht. Mein Freund in der Bowlingbahn rief mich um 1 Uhr nachts an und sagte, “Marcelo, ich brauch mehr Spielmarken”. Ich sagte, “ich habe dir doch erst Hundert gegeben”. Ich ging also im Schlafanzug über die Straße in die Bowlingbahn. Alle Bahnen waren leer, aber eine Schlange von Leuten versuchte, Münzen in die Jukebox zu stecken. Es war die erste Jukebox in ganz São Paulo. Also sagte ich zu meinem Partner, “das ist ein gutes Geschäft”. Wir stellten 15 bis 20 Jukeboxen auf, alle selbst gebaut. Wir arbeiteten wie die Teufel, mit all der Wartung! Wir stellten Sie in Bars und Bowlingbahnen auf. Dann entschloss ich mich, herauszufinden, wo wir mehr herkriegen konnten. Ich schrieb also ein paar Briefe und einer der Lieferanten schickte mir ein Flugticket, weil ich nicht genügend Geld für einen Flug in die Vereinigten Staaten besaß. Statt der Jukeboxen zeigte er mir Flippermaschinen und ich dachte mir, dass das ein gutes Geschäft sein würde. Der Lieferant gab mir Kredit. So eröffnete ich mit 20 Flippern die erste Spielhalle in São Paulo. Das war 1969. Die Spielhalle war rund um die Uhr geöffnet —faszinierend. Ich blieb vier oder fünf Jahre im Spielhallengeschäft. Wir begannen unser Unternehmen mit 2.500 Maschinen in ganz Brasilien. Es war aber ein begrenztes Geschäft. Einige Behörden sagten, diese Spiele seine wie Geldspiele; wir mussten ständig schließen und neu eröffnen. FUNWORLD: Und da haben Sie sich andere Möglichkeiten gesucht? GUTGLAS: Einer meiner Lieferanten lud mich nach Italien zum Besuch eines seiner Kunden ein. Der war der Eigentümer des Vergnügungsparks in Neapel. Ich sah den Park und dachte, “es gibt nichts dergleichen in São Paulo”. Ich begann, mir darüber klar zu werden, dass jede größere Stadt in Europa und den USA einen Park hatte. Also kam ich mit den Leuten aus Italien ins Geschäft. Ich mietete Fahrgeschäfte von ihnen. Zu der Zeit boomte das Geschäft mit großen Rutschbahnen auf Spielplätzen in São Paulo. Mitten in der Stadt gab es einen kleinen Platz mit Rutschbahnen, die Playcenter genannt wurden. Ich ging zu dem Besitzer und wir stellten eine Achterbahn — die erste hohe Achterbahn in São Paulo — und Autoskooter und ein Karussell auf. Die Leute standen den ganzen Tag an der Achterbahn Schlange. Wir nahmen einen Dollar pro Person und mit jeder Fuhre, damals passten acht Personen in einen Wagen, nahmen wir acht Dollar ein. Ich dachte mir, “das läuft viel besser als Flipperautomaten!” Also verkauften wir das Flippergeschäft an ein Unternehmen in Japan. Mit dem Geld bauten wir den Park hier. Ich kaufte den Namen Playcenter und auch die Rutschbahnen und schließlich eröffneten wir 1972 den Park. Aber wir kauften zu viele Fahrgeschäfte. Der Platz reichte nicht aus. Wir hatten mit einem kleinen Gelände begonnen, so bauten wir die restlichen Fahrgeschäfte auf Volksfesten auf. Das half uns enorm, da die Marke Playcenter damit in ganz Brasilien bekannt wurde. Ich versuchte immer, so professionell wie möglich zu sein und zu lernen, ich reiste viel. 1982 kam ein Partner aus Deutschland zu uns und auch die IAAPA half uns viel, insbesondere durch die Seminare. FUNWORLD: Sie verließen aber Playcenter für eine Weile? GUTGLAS: Meine Geschichte mit Playcenter endete 1997. Ich ging, weil ich Hopi Hari aufbauen wollte. Nach der Eröffnung ging ich praktisch in Rente. Ich war Vorstandsvorsitzender und anschließend im Vorstand des Unternehmens. Im Jahr 2002 beschlossen, die Partner, die das Unternehmen lenkten, das gesamte Sachanlagevermögen von Playcenter zu verkaufen und nur noch Hopi Hari zu behalten. Danach ging es Playcenter durch das Fehlen von Investitionen schlechter. Und nach der Wirtschaftskrise war kein Geld mehr für Investitionen da. Da ging es Playcenter nicht gut. Ich aber sah die Gelegenheit und kaufte Playcenter und die FECs zurück. Was soll ich Ihnen sagen? Ich kaufte da etwas, was ich nie verkauft hatte! Schließlich war ich immer noch Partner der Gruppe, aber 2002 kaufte ich Playcenter zusammen mit einigen Anlegern. FUNWORLD: Sie erkauften sich eine Mehrheitsbeteiligung? GUTGLAS: Ich kaufte das Sachanlagevermögen, nicht die Aktien. In den vergangenen drei Jahren haben wir daran gearbeitet, Playcenter wieder profitabel zu machen. Wir investierten viel in den Park und in Playland … und versuchten, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Einen Park nicht wie ein Finanzunternehmen zu führen, was ein großer Fehler war. Nach drei Jahren bin ich zufrieden. Ich denke, das Unternehmen steht wieder gut da. Die Familien kommen wieder. Unser Geschäft ist ein Familiengeschäft, kein Teenagergeschäft. Wir haben den Park wieder umgestaltet und eine Menge in die Infrastruktur investiert. Wir wollten mehr Grünflächen, also pflanzten wir rund 500 Bäume im letzten Jahr. Wir wollen erreichen, dass Familien bei dem Gedanken “wir wollen Spaß, lasst uns zu Playcenter gehen” an uns denken. So haben wir die vergangenen 30 Jahre gedacht, Playcenter ein Ort, an dem man Spaß hat. Die Familien waren sehr aktiv. In den letzten paar Jahren etwas weniger, weil es keine Investitionen gab und auch die Gastdienstleistungen litten ein wenig. Aber nun sind wir wieder da, und schulen Menschen, besonders die jungen. Gyorgy Galfi [regionaler Repräsentant der IAAPA, unten in der Bildmitte] hat daran großen Anteil. Wir haben ein gutes Managementteam hier und in den FECs. Playland ist ein sehr wichtiger Teil unseres Unternehmens — 50 Prozent unserer Gewinne stammen aus den FECs. FUNWORLD: Verbreiten die Playland FECs sich auch in ganz Brasilien, haben sie die gleiche Funktion wie seinerzeit die Fahrgeschäfte auf Volksfesten, tragen sie die Marke wieder in anderen Landesteilen? GUTGLAS: Die Marke ist eine andere, aber die Botschaft ist die gleiche. Wir nutzen Playcenter, um für die FECs zu werben und die FECs werben für Playcenter. Crosspromotion hilft viel. Bei den Volksfesten waren wir nicht nur in Brasilien, sondern auch in Argentinien offensiv. Es gab eine komplette Veranstaltung mit 18 großen Fahrgeschäften und einem Dutzend anderer Fahrgeschäfte. Das war sehr erfolgreich. Die FECs sind auch in Argentinien sehr erfolgreich. Wir haben praktisch das FEC-Geschäft in Argentinien erst angefangen. Heute ist Marcelo Periales [von Neverland] die Nr. 1 und zwar nicht nur in Argentinien, sondern mit diesem Konzept auch weltweit. Er ist wirklich fantastisch. Er hat eine Menge von uns gelernt, aber heute lernen wir von ihm. Wir eröffnen gerade einen Betrieb in Portugal, genauer in Lissabon in einem Einkaufszentrum, ein sehr schöne Anlage, 120.000 Quadratfuß mit einer Achterbahn. Im Augenblick haben wir in Brasilien 18 FECs in São Paulo, in Rio, in Porto Alegre, Bahia und anderen Orten. Wir sind also stark und werden immer stärker. Notizen aus dem Untergrund Für David Brady war es seltsamer Tag. Es war einer der sonnigen Freitage im April mitten in Florida. Ein idealer Tag für den Start der aufregenden neuen Walt Disney World Achterbahn “Expedition Everest” im Animal Kingdom. An jenem Morgen saß David Brady an der Seite von Goofy, als er im rasenden Achterbahnwagen den Berg hinauf fuhr. Später, am Nachmittag, hatte er eine nette Unterhaltung mit der renommierten Primatologin Dr. Jane Goodall. Er erinnert sich: von Goofy bis Goodall, all das an einem Arbeitstag. “Ganz schön ungewöhnlich für einen Podcaster”, dachte er. Brady ist einer der ersten eines neuen Schlages in der Vergnügungsindustrie. Teils Public Relations Representative (so sein offizieller Titel), teils Entertainer. Brady ist Moderator des wöchentlichen Podcasts für The Walt Disney World. Ein Podcast, das jeden Donnerstag kostenlos online zu hören ist. Poscasting ist, grob gesagt, eine Radiosendung, die Zuhörer in ihren MP3-Playern mit sich herumtragen können. Es ist zudem eines der neuesten Online-Phänomene — eines, das die Branche gerade erst zu entdecken beginnt. “Vergnügungsparks waren generell eher langsam bei der Einbindung des Internets als Marketingmedium. Eines, das die Leute auf eine Art erreicht, an die man vorher gar nicht gedacht hat”, meint Jeff Putz, Webmaster von CoasterBuzz.com, einer der beliebtesten Fanseiten der Branche im Web. “Alle Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Zielgruppe, hinter der wir her sind, immer mehr Zeit im Internet zubringt, das heißt doch, dass die Möglichkeiten für Podcasting sicher großartig sind.” Was wollen Sie überhaupt tun? Als Brady begann, Vorstellungsgespräche für das erste offizielle Walt Disney World Podcast im Frühjahr 2005 zu führen, musste er kleine Karten an die Kandidaten verteilen und ihnen erklären, worüber er überhaupt redete und was er von ihnen haben wollte. Ein Jahr später: alles anders. Aus einem unbekannten Internet-Format, das es vor dem Sommer 2004 überhaupt nicht gab, sind Tausende von Podcasts entstanden, die von Abertausenden Zuhörern in aller Welt gehört werden. Es gibt unzählig viele und qualitativ ebenso unterschiedliche Varianten, aber alle Podcasts verdanken ihren Namen dem legendären 'iPod', Apples populärem MP3-Player. Alle Podcasts werden aus den gleichen Zutaten zusammengerührt: Menschen reden in ein Mikrofon, zeichnen ihre Stimmen digital auf, schicken ihre Aufnahmen durch einen Computer und bieten dann das Endprodukt online für Andere zu Download an. Podcasts unterscheiden sich vom Radio hören im Internet insofern, als sie den Zuhörer nicht in Form von Streaming Sessions an seine Internet Verbindungen fesseln. Nach dem Auftauchen des komprimierten Audio Formats MP3, sind die Sendungen so kompakt, dass sie locker auf den kleinsten digitalen Music-Player passen. Die kompakte Dateigröße sorgt zusammen mit der Ausbreitung von Breitbandanschlüssen für theoretisch exponentiell schnellere Downloads. Technikfreaks sehen im Podcasting die logische Weiterentwicklung der bisher im Internet verfügbaren Informationsvielfalt an. “Als einer, der immer technikbegeistert war, bin ich der Überzeugung, dass es gut ist, dass es hier die Freiheit der Inhalte gibt” sagt Brady. “Man ist damit viel näher dran an den Parks.” “In letzten paar Jahren kannten wir nur Internet Sites und Message Boards”, sagt Mike Collins, Produzent von CoasterRadio.com. Die Site ist eines der führenden Fan-Podcasts der Branche. “Die kann man zwar schnell lesen, aber bis jetzt hatte diese Dinge keine Stimme. Dass man jemanden wirklich hören, über Etwas enthusiastisch reden hören kann, hat unserer Sendung zu ihrem kometenhaften Start verholfen. Ich könnte zwar auch Bericht darüber schreiben, aber wenn die Leute uns über das Erlebnis reden hören, ist das um Einiges Aufregender.” Wie Millionen Online-Webseiten auch scheint es auch bei den Podcasts Nischen für Alles zu geben. “Podcasts sind eine logische Erweiterung dessen, was das Internet bei den Medien erreicht hat”, sagt Putz. Er hatte CoasterBuzz.com im Jahr 2000 online geschaltet. “Die Massenmedien haben weithin große Anziehungskraft und dazu gibt es viel Nischenmaterial. Das Ärgerliche vor der Internetära war, dass Nischenmaterial sich nur teuer produzieren ließ, weil damit immer diese teuren Medien gebraucht wurden, egal ob bei einem Magazin oder einem Mitteilungsblatt.” Dazu kommt, dass in einer Zeit, in der 'On-Demand-Entertainment', Unterhaltung auf Abruf also, immer wichtiger wird, Podcasting perfekt hineinpasst. Collins sagt, dass sein Publikum sich annähernd in einem Verhältnis von 50:50 aus Zuhörern an herkömmlichen Desktop-Computern und Zuhörern mit tragbaren Music-Playern, zusammensetzt. Collins hat Emails von Pendlern erhalten, die CoasterRadio auf dem langen Weg zur Arbeit hören oder — viel besser — auf der Fahrt zu einem Themenpark hören. Ein Zuhörer schickte Collins eine Nachricht, in der er CoasterRadio dafür dankte, ihn auf dem gesamten Transatlantikflug von London nach Orlando unterhalten zu haben. “Als wir damit anfingen, hatten wir keine Ahnung, dass so losgehen würde. Wir dachten, damit vielleicht hundert Leute zu erreichen und vielleicht nach einem Jahr damit aufzuhören”, sagt Collins, dessen Podcast im April ein Jahr alt wurde. “Aber wenn wir heute eine Woche aussetzen, kriegen wir unsere Zuhörer zu hören.” Stimmen von Superfans Zwischen CoasterRadio und CoasterBuzz kann man sich recht genau das Spektrum des Podcastings ausmalen. Collins sagt, die Idee für CoasterRadio sei tatsächlich vor einigen Jahren entstanden, als er und eine Gruppe von Freunden, die alle aus der Gegend um Washington D.C. kamen, sich auf dem Weg zu einem Park befanden und dabei natürlich über ihr Hobby diskutierten. Alle bis auf einen kommen aus dem Rundfunkumfeld und wir “dachten, wie toll wäre es, könnten wir diese Unterhaltungen von der Autofahrt zu den Parks mitnehmen und in einer Rundfunksendung ausstrahlen”, erinnert sich Collins. Herkömmliches Radio kam sowieso nicht in Betracht. “Eine Sendung über Achterbahnen wurde sich im TV-/Radio-Mainstream keiner anhören bzw. ansehen”, sagt Collins. Online-Radio war aber zu teuer und damals schwer zu handhaben. All das wurde mit Podcasting anders. Einer der Vorteile bei der Arbeit in der Rundfunk- und Fernsehbranche besteht darin, so Collins, dass man stets von neuen Technologien hört, sobald sie irgendwo auftauchen. Als Collins und seine Freunde Podcasting entdeckt hatten, war ihnen klar, sie hatten die Antwort auf die Finanzierungs- und Sendezeitenproblematik gefunden. In seinem Haus in Virginia baute die Crew ein “Studio” für weniger als 1.000 Dollar. Das bringt CoasterRadio mit einer attraktiven Mischung aus Professionalismus und amateurhaftem Auftreten rüber. Jede Sendung wird peinlich genau geplant und Monate im Voraus recherchiert, genau wie beim gewerblichen Rundfunk. CoasterRadio versucht, in jeder Folge ein Interview einzubauen, entweder von einem Kenner der Branche oder von einem Fan. Der Inhalt der Sendung wird dann jeweils auf diese Person zugeschnitten. Bei der Aufzeichnung, sagt Collins, sitzt die Gruppe um einen Tisch bei Selters und Chips oder “hängt auf der Couch herum”, um eine Stimmung als ob man “mit Freunden abhängt” rüberzubringen. Mittwochs- oder Donnerstagsabends werden ein oder zwei Stunden lang Sprüche geklopft, dann wird das Aufgenommene übers Wochenende bearbeitet und vielleicht schon montags in der halbstündigen Sendung veröffentlicht. “Wir versuchen, es so pfiffig und professionell wie möglich zu machen”, sagt er. Während die Jungs bei CoasterRadio ihre Website rund um Podcasting gestalten, hat sich Putz’ wöchentliches Programm bei CoasterBuzz eher an der “logischen Erweiterung” orientiert und entwickelt und liefert somit einen zusätzlichen Grund für den Besuch einer erfolgreichen Website, einer Website, die ein Hilfsmittel für die Vergnügungsindustrie sein soll. “Wir haben den Schwerpunkt der Website immer auf einer Mischung zwischen Faninformationen und allgemeinen Brancheninformationen gelegt” so Putz. “Bei den Podcasts wollten wir das genauso aufteilen. Wir wollten es als eine Art Nachrichtenüberblick zum Genießen, in dem man sich eine halbe Stunde lang vertiefen kann, gestalten.” Putz und seine Kollegen vernetzen sich jede Woche mithilfe eines Internet-Telefonkonferenzprogramms und nehmen so die Sendung auf. Webmaster und Host sagen, sie hätten für die erforderliche Ausrüstung nicht einmal 500 Dollar hingelegt. Die Sendung ist im Wesentlichen eine Zusammenfassung der Nachrichtenthemen, die auf der Website während der Woche angefallen sind. Dazu kommen einige Ergänzungen zu den Themen und manchmal gehört auch ein Gast dazu. Putz (der ebenfalls aus dem Rundfunkumfeld stammt) fügt dann etwas Musik hinzu, bearbeitet die Sendung ggf. und voilà — nach nicht einmal zwei Stunden Arbeit erscheint das Podcast jeden Montag auf CoasterBuzz. “Wir versuchten es so frei wie möglich zu halten und nicht an ein bestimmtes Format zu binden — wenn wir ehrlich sind, könnten wir auch sagen, wir improvisieren,” so Putz. Collins und Putz gehen recht offen mit ihrem relativ geringen Expertenwissen über die Vergnügungsindustrie um. Beide drückten es etwa folgendermaßen aus: “Wir sind keine Experten oder so was”. Beide sind eben einfach langjährige Fans, die aufgrund ausgiebiger Beobachtungen umfangreiches Wissen angesammelt haben. Putz interessiert sich seit einigen Jahren durch CoasterBuzz für Parks. Er sagt, es sei nicht schwer, Gäste in die Sendung zu bekommen. Allen voran Dick Kinzel, CEO von Cedar Fair. Der Anfang bei CoasterRadio war schwieriger, aber all das änderte sich, sobald die Sendung ein paar Wochen existiert hatte. Nun habe er, so Collins, sich neue Geräte zugelegt, da die Parks der Aufzeichnung des Programms innerhalb der Anlagen zustimmten. “Mit der wachsenden Bekanntheit von Podcasts ist es für die Leute einfacher, zu verstehen, was genau wir tun”, so Collins. “Wir respektieren die Gäste, die in unsere Sendung kommen, wir stellen keine verrückten Fragen und wir betrachten Podcasts wie eine professionelle Radiosendung.” Das Live Remote Feature von CoasterRadio Collins' bevorzugter Aspekt dieses Hobbys. Er war auc bei der großen Eröffnung der “Everest” im Animal Kingdom dabei und machte seine Aufzeichnung während der Fahrt mit der Achterbahn. In der darauf folgenden Woche stellte er diese Aufnahme für die Podcast-Sendung online. Er ist überzeugt, dass diese Art von Inhalten den Vergnügungspark-Podcasts zum Erfolg verhelfen. Tatsächlich wird die CoasterRadio Crew eine spezielle Sendereihe für die Tourismusbehörde Pennsylvanias aufzeichnen, bei der sie vier der im Bundesstaat vorhandenen Vergnügungsparks besucht und ihre Sendungen unter VisitPA.com veröffentlicht. “Wir fordern die Agenturen, die für den Commonwealth of Pensylvania arbeiten, auf, an der vordersten Front der neuen Medien zu sein, um die Botschaft hinauszutragen und Kommunikationserlebnisse zu ermöglichen, die die Menschen freundlich stimmen, sobald sie an Pennsylvania denken”, meint Mickey Rowley, stellvertretender Staatssekretär für Tourismus den Commonwealth of Pennsylvania. “Das sind keine großen Initiativen — das kostet uns nicht annähernd so viel wie Webekampagnen. Es stellt einen erschwinglichen und gangbaren Weg dar, mithilfe eines neuen Mediums einen Markt zu erreichen und die Leute zu veranlassen, positiv über das touristische Erlebnis in Pennsylvania zu denken.” Es gibt so viel zu erzählen Obwohl die Walt Disney Company offiziell der erste Vergnügungspark war, der Podcasts regelmäßig sendete, kommen immer mehr Parks dazu. “Es gibt einen richtige Heißhunger für diese Dinge” mein Brady, dessen Walt Disney World Podcast am 25. Dez. 2005 gestartet wurde und seitdem wöchentlich erschienen ist. (Disneylands Version hatte ein paar Wochen später sein Debüt und kommt einmal im Monat heraus.) “Er war völlig klar, dass die Leute die Story hinter der Story hören wollten. Es ist großartig, endlich eine Möglichkeit zu haben, der recht kostengünstig und recht für den Verbraucher, der letztlich all diese Dinge hört, einfach zugänglich ist.” Obschon Disney das ABC Television Network besitzt und eigene Disney-Kabelkanäle betreibt, sind Sendezeiten im hektischen Sendplan nur schwer zu bekommen und geben sich auch notwendigerweise für dieses Randpublikum, die Abonnenten des Walt Disney World Podcasts sind, her. “Beim Podcasting müssen ihr Programm nicht in einen vollgequetschten Sendeplan hineinpressen. Sie brauchen es auch nicht in die 24 Stunden Rundfunksendeplans einpassen”, so Brady. “Es macht sehr viel Freude, von jemandem zu hören, der Fahrgeschäfte für das Leben konstruiert”, meint Collins, einem Fan, dessen heiß ersehnter Traum kürzlich in Erfüllung, als er Joe Rhode interviewte, den Vizepräsidenten und Chefkonstrukteur für Walt Disney Imagineering und leitenden Konstrukteur des “Everest” Projektes. “Schon allein das Glück zu haben, ihn [“Everest”] aussprechen zu hören, ist viel interessanter als darüber zu lesen, weil diese Leidenschaft in seiner Stimme mitschwingt. Solch ein 20-minütiges Interview mit jemandem wie ihn hätten Sie vor dem Podcasting nie zu hören gekriegt.” Dennoch ist Disney nicht mehr der einzige Park auf dem Podcast-Markt. Zur Drucklegung hatte auch Universal Orlando in der Vorproduktionsphase und Vorbereitung des Starts eines eigenen monatlichen Podcasts. Mittlerweile haben auch Dollywood in Pigeon Forge, Tennessee, und Knoebels Groves Amusement Resort & Campground in Elysburg, Pennsylvania, Podcasts zu speziellen Projekten veröffentlicht. Pete Owens, Public Relations Manager für Dollywood, schuf eine neue “Figur” mit Namen Dottie, für den Park Podcast, der im April sein Debüt hatte. Die erste Folge diente zwar der Werbung für Dollywoods neuen “Timber Tower”. “Wir versuchen aber”, so Owens, “schnell komische Stories zu finden, Dinge eben, die die Leute interessant finden”. Für Dottie (im wahren Leben Publicity Coordinator Corinn Paradice) hat die Aufgabe, durch den Park zu ziehen und auch hier die hinter den Attraktionen steckenden Geschichten zu finden. Während die Disney Podcasts im Allgemeinen 15 bis 20 Minuten dauern, weist Owens modernes Dollywood Programm eher die Merkmale eines Berichts aus dem United States National Public Radio aus — kurz und prägnant, alles innerhalb von bis zu fünf Minuten Länge. Das Ziel besteht darin, sagt Owens, eine Vielzahl dieser Quick-Hits aufzubauen. Die sollen Traffic auf die Website des Parks lenken und die Fans mit weiteren Informationen über den Park versorgen und den Abonnenten die Ideen dahinter näher bringen. Vertreter der Parks, die mit Podcasting zu tun haben, sind sich einig, dass die Probleme der Technik und der Mitarbeiter in Zusammenhang mit diesem Medium vergleichsweise gering bzw. kostengünstig zu lösen sind. Die von Funworld befragten Vertreter von Parks sagen unisono, dass die Sendungen schnell und einfach an einige wenige Mitarbeiter delegiert werden können. Dazu müssen keine Neueinstellungen erfolgen. Joe Muscato, Sprecher von Knoebels, der gerade einmal 150 Dollar benötigte, um seinen Podcast für die neue “Flying Turns” Achterbahn auf Sendung zu bringen, meint, der schwierigste Teil bestünde darin, die Zeit zu finden, Interviewthemen zu finden und reden. “Es ist wirklich etwas sehr Einfaches” so Owens. “Wir bestellten einen Podcasting Recorder und ein Mikrofon für ein paar hundert Dollar.” “Haben Sie erst mal losgelegt und das Format verstanden, so ist es recht einfach die Kurbel auf Drehzahl zu halten”, stimmt Brady zu.
‘Sie brauchen nur abwarten’ Obschon mittlerweile sehr populär, ist Podcasting immer noch weit außerhalb des Mainstreams. Mit dem Auftauchen der Apple iTunes Abonnementfunktionen und Unternehmen, wie The Walt Disney Company, die da mitspielen, wurde das Medium sicher bekannter als noch vor einem Jahr, aber nach oben hin ist noch Luft, sagen Experten. “Podcasting hat mehr Möglichkeiten für eine breitere Akzeptanz in der Öffentlichkeit,” so Brady. “Ich kann sagen, der Download eines Podcast einfach für mich. Aber könnte meine Mutter beispielsweise das auch? Oder meine Großmutter? Nein. Bis zu dem Zeitpunkt, dass das Podcast sie quasi unmerklich erreicht, wird es noch einige Zeit dauern.” Hinsichtlich der Produktion ist “wirkliche Frage, die jeder zum Podcasting hat - wie kann man damit überhaupt Geld machen”, meint Putz. “In Nischenmärkten waren wir seit jeher davon abhängig, Bannerwerbung einzusetzen, um Erträge für Websites zu erwirtschaften. Beim Podcasting ist es anders herum — jede Menge Leute haben entschieden, Podcasting zu verwenden, sie wissen aber nicht, wie man damit Geld verdienen kann.” Bis zur Klärung dieser Frage begnügen sich die Podcaster damit, das Format vorläufig zu nutzen, um die Geschäfte auf die Website zu lenken. “Es dient der Stärkung ihres Markenamens schafft Bekanntheit” so Putz. “Es scheint immateriellen Wert zu haben, aber es gibt auch einen greifbaren.” Unabhängig vom eher nebelhaften Status des Mediums als solchem in seinem jungen Entwicklungszustand, sagen einmütig alle Experten, dass Podcasting in naher Zukunft nur nach vorne gehen kann. “In den kommenden ein oder zwei Jahren werden vermutlich alle wichtigen Themenparkketten diese Art Podcasting anbieten. Mag sein, dass das nicht wöchentlich geschieht, ich glaube aber, dass sie das Medium einsetzen werden, um die Botschaft zu senden, insbesondere wenn Video-Podcasting herauskommen wird,” so Collins. “Die Leute finden ja erst heraus, was Podcasting ist. Für die Vergnügungsindustrie wird es ein weiteres Promotion-Werkzeug sein, denn man kann es tatsächlich hören und sehen — das war vorher unmöglich.” “Es ist ausgezeichnetes Transportmittel für die Kommunikation zu unseren Gästen” so Brady. “Dadurch bleiben die Leute interessiert unserem Produkt, wenn sie nicht auf dem Gelände sind. Ich war von Anfang an infiziert. Ich glaube nicht, dass ich das noch einmal loswerde.” “Man braucht nur abwarten” stimmt Owens zu. “Es ist immer wichtig, sich neue Technologien anzusehen. Wir alle haben gesehen, wie die Menschen im Eiltempo die Internetreiseplanung erobert haben. Wenn Podcasts den Leuten, die Online sind, hilft, eine Entscheidung herbeizuführen und wir ein Wachstum beim Online-Ticketverkauf feststellen, ist das ein großer Erfolg.” Wo sind sie jetzt? Roy Gillian Es ist neun Uhr am Samstagabend und die normalen Menschen haben ihr Abendessen hinter sich und beginnen, auszugehen. Sie wurden während der vergangenen drei Stunden von einem Freund, dem Nachbarn und Profipianisten Roy Gillian, unterhalten. Im wirklichen Leben ist der Gründer und früherer Eigentümer des Wonderland Pier in Ocean City, New Jersey (USA) und 1993 IAAPA Präsident. Das ist der zweite Grund für die Bitte an Gillian, am Freitag- und Samstagabend für “Hintergrunduntermahlung” im Speisesaal des Greate Bay Country Club zu sorgen. “Ich habe letztes Jahr gespielt und verdammt, die wollten mich wieder haben” so Gillian zu Funworld über sein Abenteuer. “Sie gaben es in der Klubzeitschrift bekannt und sagten, ich würde aufgrund der der vielfachen Nachfrage wieder auftreten.” Es stand aber kein Becher fürs Trinkgeld auf dem Stutzflügel. “Ich glaub auch nicht, dass das hilfreich wäre. Die Leute kennen mich und meine Familie ja schließlich. Sie denken wahrscheinlich, ich sei zu reich für das passende Trinkgeld” scherzt der 76-jährige frühere Bürgermeister, der Zeit seines Lebens Amusement Impresario von Ocean City war. Gillian wuchs auf den Planken des Gillian’s Fun Deck Park auf, den sein Vater 1929, im Geburtsjahr von Roy Gillian gegründet hatte. Dennoch galt, obwohl der Park für den Jungen Spaß bedeutete, Gillians wahre Leidenschaft immer der Musik. In der gesamten High School Zeit und für einige Jahre danach, war er Berufsmusiker — zumindest im Winter, wenn sie ihn nicht im Park brauchten. Die Truppe machte sich als Roy Gillian & His Orchestra machte einen Namen und spielte auf Tanzveranstaltungen und Parties rund um Philadelphia. Das endete mit dem Eintritt in den Militärdienst im Jahre 1951. Als er 1953 zurückkam, arbeitete er ganztägig für seinen Vater. Im Jahre 1965 war Gillian bereit, zu gehen und sein eigenes Geschäft zu eröffnen und handelte so einen fabelhaften Miet-/Kaufvertrag für ein Stück Land an der Promenade unterhalb des väterlichen Parks aus. An diesem Ort begann er mit dem Aufbau von Wonderland, sich seither zu einer immer wichtigeren Attraktion entwickelt hat. Im Jahre 1965 unterzeichnete Gillian einen 30-Jahres-Miet-/Kaufvertrag, der ihm das Recht gab, das Grundstück 1995 für 300.000 Dollar zu kaufen. Das tat er auch. Gillian hebt hervor, das sei schon “ein Schnäppchen” gewesen, wohl wissend, dass der Grundstückswert 1995 bereits bei 10 Millionen US-Dollar lag. Zur seiner eigenen Überraschung honorierte die Familie den Vertrag ohne Widerrede. Gillian arbeitete als Präsident der IAAPA von 1993 bis zum vergangenen Jahr, war in vielen Gremien aktiv, zuletzt im Hall of Fame Committee. Im Jahre 1990 kehrte er der Politik den Rücken, um sich mehr um die Arbeit bei der IAAPA zu kümmern. “Im Verlauf von 18 Jahren hatte er verschiedene politische Ämter in der Stadt und im County bekleidet, darunter vier Jahre als Bürgermeister”, so Gillian. “Im Jahre 1990 dachte ich über eine zweite Legislaturperiode nach, wurde aber gefragt, ob ich als dritter Vizepräsident der IAAPA antreten wollte. So schlug ich einen Weg ein, der mich schließlich 1993 ins Präsidentenamt der IAAPA führen sollte.” Das Committee hatte ihn gefragt, ob er denn die Zeit für die IAAPA finden würde, wo er doch einen Park betrieb und als Bürgermeister arbeitete. “Ich antwortete sofort, dass mein Herz für die Branche und diesen Verband schlug. Und dass ich, falls ich zum dritten Vize gewählt werden würde, nicht mehr als Bürgermeister kandidieren und die Politik aufgeben würde.” Er sagte, dass die Jahre, in denen er im Vorstand arbeitete, für ihn selbst und seine Frau Pat eine großartige Zeit waren. “Sie war immer eine große Befürworterin meiner politischen und meiner IAAPA-Karriere”, so Gillian.. “Ich hatte das Glück, einige Ehrungen zu erhalten, aber zweifelsone gehört das Präsidentenamt für die IAAPA zu den Höchsten.” Die Stadt dankte ihm seine Hingabe für Ocean City als “legendärer einheimischer Geschäftsmann, Philanthrop und Klavierspieler”, indem das Besucherzentrum Roy Gillian Welcome Center taufte. Nach seinem erfolgreichen Kampf gegen eine Kehlkopfkrebserkrankung im Jahre 2003 beschloss Gillian, dass es Zeit sei, einen Schritt langsamer zu treten und seinen drei Söhnen die Verantwortung für den Familienbetrieb zu übertragen. Seine Söhne Jim und Steve sind jeweils zu 50 Prozent beteiligt und sind nun Betreiber des Wasserparks der Familie, Gillians Island. Im Jahre 2005 übernahm Jay, der jüngste Sohn, die Stimmrechtsaktien an Wonderland Pier und ist nun Großaktionär und Betreiber dieses Parks. Weitere 3 Mio. USD von Roy Gillians Anteil werden für den Aufbau einer Wohltätigkeitsstiftung für das Ocean City and Shore Memorial Hospital, eine Einrichtung, in deren Aufsichtsrat er 25 Jahre lang saß, aufgewendet. “Gerade jetzt bin ich glücklicher als je zuvor”, sagt er. “Es geht mir gesundheitlich wieder sehr gut, für meine Familie ist gesorgt, Pat und ich haben ein sicheres Auskommen, ich schulde keinem einen Cent und meine Frau liebt mich auch noch immer. Könnte es einem Mann meines Alters besser gehen?” Bob Ott Als Bediener bei Bingo- und Pokereno-Spielen hatte der damals 15-jährige Bob Ott in Allentown, im Central Park von Pennsylvania 1934 seine ersten Erfahrungen mit der Vergnügungsindustrie machen dürfen. Als dieser Sommer zu Endge gegangen war, wusste er, dass er für den Rest seines Lebens in der Branche zubringen wollte. 1937, drei Jahre später, fragte der Konkurrent des Central Park und Inhaber des Dorney Park, Robert Plarr, ob Ott nicht als Saisonkraft bei ihm arbeiten wolle. Das tat er und 1940 heiratete Ott “die Tochter des Chefs”, Sally Plarr, und kurze Zeit später segelte er als Mitglied der Handelsmarine über die Weltmeere. Im Jahr 1946 legte sein Schiff wieder an und er kehrte nach Dorney zurück. Schließlich wurde er Mitinhaber und arbeitete ganztags im Park. Neununddreißig Jahre später, am 12. Mai 1985 um 17 Uhr ging Bob Ott in den Ruhestand. Er verkaufte seine Anteile und ging seines Weges. “Sally und ich dachten, es sei ein guter Zeitpunkt, zu gehen. Wir waren beide über 60, hatten ein paar, mittlerweile überwundene, gesundheitliche Probleme, und wir haben beim Verkauf einen guten Preis bekommen”, so Ott zu Funworld. “Mit dem Geld konnten wir uns entspannt weiteren Reisen widmen, wie wir es auch getan hatten, als wir den Park hatten.” Er ist vielleicht seines Weges gegangen, aber er blieb nicht verschwunden. Seit dem Antritt seines Ruhestands hat er den Park vielfach in jeder Saison besucht und ist fasziniert von dem, was Cedar Fair seit dem Kauf des Parks daraus gemacht hat. “Ich kenne nur wenige Dinge wieder”, fügt er hinzu. “Wenn es ein noch sichtbares Vermächtnis von mir gibt, dann sind es diese schönen, großen Bäume überall im Park. Ich habe viel Zeit damit verbracht, die passenden Bäume auszusuchen, die Löcher zu graben und sie einzupflanzen. Toll, sie sollten mal sehen, wie riesig die heute sind. Ich habe eigenhändig 135 Bäume in dem Park eingepflanzt.” Heute ist der 87-jährig Ott ein gefragter Redner bei Stadtclubs und Organisationen. “Ich habe über die Geschichte von Dorney und über die Dinge, die da im Laufe der Jahre passiert sind, gesprochen, ich habe ja selbst eine Menge gemeinsamer persönlicher Erinnernungen. Die Leute mögen die Geschichten und kommen danach oft zu mir, um eigene Geschichten zu erzählen. Es ist verrückt, wie viele frühere Angestellte im Publikum sind.” Ott erinnert sich daran, als er nach Dorney 1946 zurückkehrte und zu allem bereit war: “Mechanische Dinge sind mir immer leicht gefallen, dazu hatte ich als erster Maat bei der Handelsmarine hatte ich nur mit Wartung zu tun. In Dorney kamen diese Fähigkeiten mir sehr zugute, weil ich jeden Tag Etwas zu befestigen, reparieren zu bauen hatte.” Als Bob Plarr 1966 starb, wurde sein Bruder Steve Plarr Präsident, starb aber kurz nach der Übernahme des Parks. Ott wurde 1967 Präsident. In den frühen 60-er Jahren hatte man Ott gefragt, ob er für den IAAPA-Vorstand tätig sein wollte. Er wurde Vorstandsmitglied 1970 und wurde 1973 Präsident. “Es war für mich eine große Ehre, ich erinnere mich an diesen Tag mit einem Lächeln”, sagt er. “Das habe ich nie unter politischen Gesichtspunkten gesehen und beim ersten Mal habe ich die Gelegenheit auch noch abgelehnt.” In Erinnerung an seine erste Versammlung 1954 in Chicago sagt Ott, er habe “jede Menge” von den damaligen Verantwortlichen gelernt: “Ich war ein junger Hund und hatte jede Menge Ehrfurcht vor diesen Kerlen. Die Männer waren wundervoll und zögerten nicht, ihr Wissen und ihre Erfahrung Anderen mitzuteilen.” Heute leben Sally und Bob in einem Seniorenheim in Allentown, und laut Ott ist sein Hauptinteresse, ein “Schläfchen zu machen”. Sowohl er als auch Sally erfreuen sich guter Gesundheit, etwas worüber er sich besonders freut. “Es ist großartig, alt zu werden und noch Dinge tun zu können”, merkt er an. Mein Leben war eine ordentliche Achterbahnfahrt, behauptet Ott, und er wisse, wovon er rede, schließlich säße er ja auf einer. “Ich habe immer prickelnde Achterbahnfahrten geliebt und ich bin auf allen gefahren”, sagt er. “Im vergangenen Jahr bin ich nach Dorney gefahren und habe mir ‘Talon’, die Überkopfachterbahn zugemutet, und ich habe es genossen.” Ob der Achtzigjährige in diesem Sommer etwas derartiges vorhat? “Darauf können Sie wetten” verkündet er und fügt hinzu, dass er sich krümmt vor Lachen, wenn er sich vorstellt, wie die Parkbetreiber daran denken. “Das hätte doch was, wenn ich auf der Achterbahn das Zeitliche segnete, oder? Eine seltsame Art, zu gehen. Natürlich wäre es schlechte Werbung für den Park, aber was für ein Abgang wäre es für einen alten Parkie, der nur eines möchte: noch eine Achterbahnfahrt.” Earl Gascoigne Wenn Sie jemals in Deland, Florida (USA), nach dem Präsidenten der IAAPA con 1985, Earl Gascoigne, gesucht haben, haben Sie wahrscheinlich ein Problem. Jeden Tag zwischen Mittag und 13:30 stehen die Chancen gut, dass Sie ihn in OB’s Restaurant antreffen. Wenn Sie reingehen, treffen Sie auf einen Horde alter Hasen die herumsitzen und Geschichten erzählen, und da werden Sie auch Gascoigne finden. “Es bringt uns jede Menge Spaß und es hat Tradition hier”, meint der 79-jährige frühere Parkeigentümer gegenüber Funworld. “In unserem Alter ändert sich die Gruppe ständig.” Gascoigne zog sich aus der Vergnügungsindustrie 1990 zurück und er sagt, er “hat die Arbeit keinen Tag vermisst”. Er liebte dieses Geschäft “zu Zeiten, als ein Handschlag ein Geschäft sicher besiegelt hat”. Heute ist das anders, beobachtet er. “Ich schau mir die Branche heute an und merke, dass wir, verglichen zu den Problemen, mit denen die Parkeigentümer sich heute plagen müssen, recht wenig Probleme hatten.” Im Rahmen seiner Tätigkeit als College Professor war Gascoigne 1962 von den Eigentümern des Cedar Point in Sandusky, Ohio (USA), gebeten worden, im Sommer als Bindeglied zwischen den Erwachsenen im Management und den saisonal beschäftigen Kids zu fungieren. Er arbeitete in diesem einen Sommer, war dann wieder als Lehrer tätig, und erhielt im Herbst dieses Jahres einen Anruf, in dessen Verlauf ihm ein Posten als Geschäftsführer des Breakers Hotel in Cedar Point angeboten wurde. ER kündigte, lehrte noch bis zum Ende des Sommersemesters und begann seine Vergnügungsparkkarriere im Januar 1963. Zwei Jahre später war er Marketing Director des Parks, eine Position, die er bis 1970 bekleidete. Damals gründeten Gascoigne und seine Mitgesellschafter bei Cedar Point, Gasper Lococo und Dale Van Voorhis, Funtime Inc., gingen schließlich an die Börse und übernahmen den Geauga Lake Park im Süden Clevelands. “Wir brachten es auf 1,5 Millionen beim Börsengang und kauften den Park für 750.000 Mio. USD”, so Gascoigne. Cedar Fair übernahm den Park von Six Flags (die den Park ihrerseits von Funtime 1995) 2004 für 145 Mio. USD übernommen hatten. 1982 meinte Gascoigne, es sei an der Zeit, sich von Funtime zurückzuziehen. So ging er eine Partnerschaftsvereinbarung ein und betrieb Spielhallen im Old Indiana Amusement Park in Thorntown, Indiana (USA). 1990 ging er in den verdienten Ruhestand und baute sich ein Haus Deland, das er und seine Frau heute Ava heute als ihr Heim bezeichnen. Nach dem Umzug nach Florida kaufte Gascoigne ein Rassepferd und brachte es im Spring Garden Training Track in DeLeon Springs, Florida, nicht allzuweit von seinem Wohnort, unter. Das erste Pferd war Waycount Hanover und zudem im ersten Jahr, als Gascoine es besaß, das Pferd das den ewigen Rekord über eine Meile aufstellte. “Das Pferd brachte mir eine Menge Geld und hatte mich infiziert”, sagt er. “Im Laufe der Jahre waren es dann 40 Pferde. Es hat mir eine Menge Spaß gebracht, auch wenn es insgesamt nicht finanziell lukrativ war.” Heute hat er mit Pferden nichts mehr zu tun. Gascoigne war in mehreren Gremien und für eine Legislaturperiode im IAAPA Vorstand in den 1970-er Jahren aktiv. Bei einer der zahlreichen Sitzungen in den frühen 1980-er Jahren fragte IAAPA Generaldirektor Bob Blundred ihn, ob er als Vorstandsmitglied arbeiten wolle. So wurde er schließlich Präsident. “Ich glaube, er dachte, ich würde sagen, ich denk’ drüber nach”, erinnert sich Gascoigne. “Zu seiner Verwunderung schaute ich ihn an und sagte sofort zu. Ich hab die Entscheidung nicht ein einziges Mal bereut. Es war eine atemberaubende Erfahrung.” Zu der Zeit, als er IAAPA Präsident war, “hatte ich nur ein paar Spielhallen in Betrieb. So blieb mir eine Menge Zeit für die IAAPA.” Nach dem Ruhestand nahmen er und Ava an einigen Versammlungen teil, leider konnten sie im vergangenen Jahrzehnt nicht viel reisen. “Nein, es ist schwer für mich, zu verreisen” sagt er. “Gesundheitlich geht es mir gut, und mein Körper ist immer noch stark, aber meine Beine sind schwach und wackelig.” Schnell fügt hinzu, was er vergessen hatte, zu erwähnen: “Ach ja, und mein Kopf funktioniert auch noch ganz ordentlich!” Boyd Jensen Boyd Jensen hatte. grob gesagt, seit 1953 den gleichen Job im Lagoon Park in Farmington, Utah (USA), aber nicht genug damit, dass er den immer noch gut macht, nein, er ist auch immer noch völlig fasziniert bei der Arbeit. Der 79-jährige arbeitet nach wie vor vier oder fünf Mal in seinem Kämmerlein und transportiert seine Begeisterung über den in die Schulgruppen. Er begann als Saisonarbeiter, als er im Winter zur Rechtsakademie ging. Nach dem Abschluss an der University of Utah im Jahr 1957 arbeitete er gelegentlich weiter im Park und baute dabei sein eigenes Unternehmen, das er 18 Monate lang betrieb, auf. “Es war in Ordnung, sein eigenes Unternehmen zu haben, aber es war nicht so, dass ich es liebte, sodass ich, als ich eines Morgens einen Zettel von Bob Freed (Eigentümer des Lagoon Park) auf meinem Schreibtisch fand, auf dem er mir eine Ganztagesstelle im Park anbot mit einem Gehalt, was dem eines guten Anwalts in Salt Lake City entsprach, diese Chance wahrnahm und ganztags im Park arbeitete.” Er erinnert sich, dass sein erstes Jahresgehalt 16.000 Dollar betrug. “Nicht allzu übel für 1959”, betont er. Er trat die Stelle des Group Sales Managers an und es gelang ihm, im Laufe der Jahre den Konzernumsatz auf über 50 Prozent des Gesamtumsatzes des Park hochzuschrauben. Er leitete auch einen Außentanzsaal für die “Freeds” und er befasste sich “mit allen möglichen Aufgaben, einschließlich des Einkaufs”. Als er, 67-jährig, im Jahre 1995 beschloss, etwas langsamer zu treten, übergab er den Vertrieb komplett, eben bis auf die Schulgruppen, an Dick Andrew. Um die kümmert er sich heute noch, nicht aus dem edlen Büro, das er an Andrew übergeben hat, sondern von seinem Kämmerchen aus. Lagoon war in der Branche und der IAAPA jahrelang sehr prominent, bis Jensen kam, und zusammen mit Bob Freed 1963 und Clark Robinson 1981 Präsident des Verbandes wurden. Jensens nahm erstmalig 1966 in Chicago an einer IAAPA-Versammlung teil. Damals stellte Freed ihn nicht nur der IAAPA, sondern auch gleich den bewegenden Kräften in des Verbandes vor. Ab den frühen 1970-er Jahren besuchte Jensen die regelmäßig die Herbsttreffen und hat seither auch keine einzige ausgelassen. Seine Frau Beverly und er haben nur einige wenige Sommertreffen ausfallen lassen, allerdings nur “weil sie an Orten stattfanden, die wir nicht mochten”. Fast von Beginn an arbeitete er in unzähligen Gremien und hielt viele Seminare über das Gruppengeschäft und Werbung bei der Versammlung. Branchenlegende Charles Wood schlug Jensen als dritten Vizepräsidenten vor und der Vorstand stimmte zu, sodass Jensen schließlich 1990 der dritte IAAPA Präsident des Lagoon Parks wurde. “Es war eine sehr gute Entscheidung, die Nominierung anzunehmen”, sagt er. “Keiner hatte mehr Spaß als ich bei der Arbeit.” Er wurde auf der einzigen IAAPA Versammlung, die in Washington D.C. stattfand, in sein Amt eingeführt. Während seiner Präsidentschaft stattete Jensen dem Grona Lund Park in Stockholm in Schweden einen offiziellen Besuch ab. Dabei wurde ihm im Rahmen der Willkommenszeremonie der Schlüssel der Stadt überreicht, was er als sehr ironischen Moment empfand: “1950, vierzig Jahre zuvor, war ich in Stockholm als Bote der 'Latter Day Saints' der 'Church of Jesus Christ', und damals wurden wir nicht gerade respektvoll empfangen. Daran musste ich denken, als ich da oben stand und den Schlüssel erhielt.” Jensen wurde erst in seinen späten Teenager-Jahren ein frommes Mitglied der Kirche. Seine Eltern waren zwar in der Kirche, waren aber nicht sehr religiös. Während der ersten Jahre der Prohibitionszeit braute sein Vater Bier im Kellergeschoss und Boyd bediente die einfache Abfüllmaschine und kümmerte sich um andere illegale Aufgaben, die ihm aufgegeben wurden. Heute lacht Jensen, wenn er sagt, dass er vielleicht der einzige “Alkoholschmuggler mit hohem Ansehen” in der Mormonenkirche ist. “Das Leben bringt so viele wundervolle Dinge mit sich”, sagt Jensen gegenüber Funworld und merkt an, dass seine Frau Beverly und er seit 54 Jahren ein Paar sind. “Ich bin immer noch so weit gesund und arbeite vier oder fünf Mal die Woche und ich habe heute einen besseren Appetit als je zuvor.” Er betont, dass der Mittelpunkt seines heutigen Lebens die Zeit ist, die er zusammen mit seiner Familie verbringen kann. Die Jensens haben fünf Kinder, 29 Enkel und drei Urenkel. “Wir verbringen viele wundervolle Stunden mit ihnen”, sagt Jensen mit glänzenden Augen. “Sie sind ein Segen für uns.”
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