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German Eine neue Welt Die Tage, an denen man das Telefon benutzte, um eine Eintrittskarte für den Themenpark zu bestellen oder nach Informationen über die neueste Attraktion zu fragen, könnten bald der Vergangenheit angehören. Immer mehr Anlagen verlagern ihre Marketingkampagnen in das Internet und Websites übernehmen die Kommunikation mit dem Publikum. Zum Beispiel Worlds of Fun und Oceans of Fun (www.worldsoffun.com) in Kansas City, im US-Bundesstaat Missouri, Gewinner der Brass Ring Auszeichnung für Website-Marketing an der IAAPA Orlando 2004. Der Cedar Fair Freizeitpark wurde zu einem Branchenführer nach dem Neustart ihrer Website im Jahr 2004. Sowohl das Design, als auch der Inhalt der Website erscheinen in einem neuen Gewand. Mit dem Ziel, den Cyberspace wirkungsvoll zu nutzen, ist das Marketingteam von Worlds of Fun ständig dabei, die Kunden auf neuartige und aufregende Art und Weise anzusprechen. “Wir stützen uns sehr auf unsere Website, die fortwährend weiterwächst”, sagte Chris Ozimek, Director of Marketing von Worlds of Fun. “Die Internettechnologie verändert sich ununterbrochen und wir wollen in der Lage sein, damit Schritt zu halten. Ich denke, wir werden alle paar Jahre die Site ein wenig umgestalten, um topaktuell bleiben zu können.” Aus anderen Bereichen in der Industrie vernimmt man Ähnliches. Tara Nahrup, Executive Marketing Manager von The Beach Waterpark in Mason, im US-Bundesstaat Ohio, sagt, dass die Website des Freizeitparks, www.thebeachwaterpark.com (ebenfalls Brass-Ring-Sieger im Jahr 2004), nun die meist besuchte Anlaufstelle sei für Anfragen von den Besuchern. “Wir versuchten, unsere Website so weit als möglich auszubauen”, erklärte sie. “In allen unseren Werbekampagnen weisen wir die Besucher auf unsere Website hin. Und tatsächlich verteilen wir nun die meisten unserer Rabattgutscheine auf diese Weise.” “Es ist die Schlüsselstelle zur Kommunikation mit der Öffentlichkeit”, stimmt Terry Caddo bei, Senior Manager of Marketing von Ontario Place in Ontario, Kanada, der auch mit einem Brass Ring ausgezeichnet wurde für Internetmarketing an der IAAPA Orlando 2004. Er erläuterte, dass rund die Hälfte aller Besucher von Ontario Place www.ontarioplace.com (in Englisch und Französisch) für Informationen aufrufen würden und geht davon aus, dass diese Zahl künftig noch weiter zunehme. “Dies wird zur bedeutendsten taktischen Entscheidung der letzten drei Jahre werden, wegen der Kosteneffizienz des Kundenbeziehungsmarketing”, sagte Terry Caddo weiter. Kundengewinnung Eine Website würde viel mehr Informationen und Annehmlichkeiten bieten, als es durch traditionelle Werbung oder telefonische Kundengewinnung je möglich sein werde, sagten sie. Im Internet können die Kunden sich das Angebot eines Freizeitparkes in aller Ruhe gemäß ihren Vorlieben ansehen. “Es ist eine Gelegenheit, jemandem viel mehr Informationen anzubieten”, sagte Tara Nahrup. “Sie können sich, solange sie wollen, auf der Website aufhalten. Wir führen nicht einmal mehr unsere Telefonnummer so häufig auf wie früher, da es heißt: ‘Bietet noch mehr Infos auf der Website’.” Tara Nahrup, die seit drei Jahren für The Beach arbeitet, meinte, dass das Internet ein speziell wirkungsvolles - und kosteneffizientes - Mittel sei, um potenzielle Kunden außerhalb des unmittelbaren Einzugsbereiches des Parkes zu finden. “In der Reisebranche ist es die bevorzugte Weise, um nähere Informationen zu erhalten”, erklärte sie. “Mit viel mehr Einfluss auf die Kunden, als es sich das Unternehmen durch traditionelle Anzeigenkampagnen je erhoffen könnte.” Sobald der Freizeitpark eine Onlinekommunikation mit den Besuchern etabliert hat, sind die Marketingfachleute mit dem Computer in der Lage, dank der Aufzeichnung von Websiteaktivitäten in einer Reihe von Kategorien, den Erfolg oder Fehlschlag einer Internetkampagne zu beurteilen. Chris Ozimek benutzt die Worlds of Fun Site, um festzustellen, aus welchen Regionen die Websitebesucher stammen. Entsprechend ändert er dann die Marketingpläne. Thebeachwaterpark.com wurde im Jahr 2002 komplett neu entworfen. Tara Nahrup stellte seither eine größere Zunahme bei den Website-Besucherzahlen fest: “Jährlich werden es mehr und mehr.” Gesamthaft registrierte die Website letztes Jahr 486.849 Besucher und 4.957.827 einzelne Seitenaufrufe. Die Zahlen von Ontario Place seien ähnlich hoch mit fast 500.000 Besuchern und 2 Millionen aufgerufenen Seiten, ergänzte Terry Caddo. Websites erlauben eine persönliche Kommunikation, wie sie vor dem digitalen Zeitalter noch nicht möglich war. Die meisten Websites bieten als Standardfunktion die Möglichkeit von Email-Updates, für die sich die Kunden anmelden können, um danach die aktuellsten Informationen über Neuigkeiten im Park, spezielle Anlässe, vergünstigte Eintritte usw. zu erfahren. Es sei sehr wichtig, diese Updates so zu gestalten, dass sie der Aufmerksamkeit des Kunden würdig sind, erklärte Terry Caddo, mit reellen Angeboten und Neuigkeiten und nicht mit sinnlosem Spam. “Jedes Mal, wenn man mit Kunden spricht, muss man sich vor Augen halten, dass ihre Zeit wertvoll ist”. Er fügte an: “Und man muss ihnen einen guten Grund geben, die Registration aufrecht zu erhalten.” Dabei ist es erstaunlich, wie wirksam diese Nachrichten funktionieren, wenn die Freizeitparks etwas ankünden. Terry Caddo sandte kürzlich ein Email an alle Kunden, die sich im Online-Adressbuch registriert hatten, bezüglich eines speziellen 2-für-1-Angebotes des Ontario Place Cinesphere IMAX Kinos. “Von meinem Schreibtisch erreichte es 83.000 Computer und wurde innerhalb von 10 Tagen 45.000 Mal gelesen”, freute er sich. “Das ist die Power des Internets. Wie viel müsste man für ähnlich erfolgreiche Anzeigenschaltungen ausgeben? Mich hat das nichts gekostet.” Ausprobieren Chris Ozimek kam letzten Juni zu Worlds of Fun/Oceans of Fun (nachdem das Redesign abgeschlossen war) und wurde Zeuge eines der erfolgreichsten Vorhaben in der Industrie: Eintrittskarten zuhause ausdrucken. Worlds of Fun verkaufte Eintrittskarten schon seit einigen Jahren online, jedoch mit der alten Methode: die Parkmitarbeiter verarbeiten die Bestellungen und die Eintrittskarten werden dann mit der Post an die Kunden versandt. Im Jahr 2004 wurde dann die Website des Freizeitparks aktualisiert und die Kunden können nun die Eintrittskarten und Saisonpässe zuhause ausdrucken, anstatt darauf warten zu müssen, dass sie mit der Post ankommen. Die Karten erscheinen direkt auf dem Bildschirm, die Kunden müssen nur auf “Drucken” klicken und den Ausdruck zum Park mitbringen. Dank dieser einen Veränderung nahm der Online-Kartenverkauf bei Worldsoffun.com explosionsartig zu. Chris Ozimek sagte: “Die Verkaufszahlen haben die Schallmauer durchbrochen! Es ist einfach unglaublich. Wir schafften es vom Verkauf von ein paar hundert [Online] Eintrittskarten in einer Saison zu Abertausenden. Dies war ein großartiges Projekt, über das wir uns extrem freuten.” Warum dieser Sinneswandel bei den Konsumenten? “Ein Teil kommt vom Soforterlebnis”, erklärte Chris Ozimek. Diese Methode spart den Kunden auch Zeit, die sie im Park nutzen können, da sie mit der Eintrittskarte in der Hand einfach zum Eingang gehen können. Chris Ozimek fügte an, dass die meisten Besucher, die in der Nähe wohnen, die Eintrittskarten sowieso im Voraus kaufen würden. “Kein Rumstehen in der Warteschlange mehr - Zack! Und Sie sind drin” erklärte Terry Caddo, dessen Ontario Place das Ausdrucken von Eintrittskarten zuhause auch anbietet. 20 Prozent der Kartenverkäufe im Jahr 2004 erfolgten online. Dies entspricht einer Zunahme von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (Siehe Seite 41 für weitere Informationen über Online-Ticketing.) Obschon bei The Beach Waterpark die Onlinetickets noch mit der Post verschickt werden, erwähnte Tara Nahrup, sie hätte das Ausdrucken der Eintrittskarten zuhause auch ins Auge gefasst. In der Zwischenzeit verlässt sich The Beach auf ihr Gutscheinsystem, um die Aufmerksamkeit neuer Kunden auf ihre Website zu lenken. Tara Nahrup meinte, die Onlinerabatte für The Beach seien beim Publikum inzwischen bekannt geworden, da die Kunden regelmäßig vor dem Parkbesuch auf der Website nachsehen würden, um spezielle Rabatte zu erhalten. Diese Rabattgutscheine, zusammen mit dem Veranstaltungsprogramm, seien die beliebtesten Angebote auf der Website. Während das Online-Ticketing in unglaublichem Masse zunimmt, haben andere Internet-Marketingprojekte nicht den gleichen Erfolg. Tara Nahrup erinnert sich an ein solch schicksalshaftes Experiment, das vor zwei Jahren in ihrem Park gestartet wurde: Damals machten die Angestellten des Beach diverse Fotos und stellten diese dann in eine Online-Fotogalerie. Die Besucher konnten dann im Internet Kommentare zu den Fotos auf der Website des Freizeitparks abgeben. “Das wurde ein mächtiges Schlamassel”, erklärte Tara Nahrup: “da sich die Kommentare von anfänglich nett und höflich nach gemein und unangebracht änderten.” Zuerst versuchte The Beach die negativen Kommentare jeweils zu löschen, Tara Nahrup entschied sich dann aber dafür, das Projekt komplett zu beenden. Die Fotogalerien sind immer noch sehr populär, jedoch müssen die Gäste die Kommentare nun für sich behalten. Platz für alle Kevin Denny, Sales and Marketing Manager von Magic Mountain Fun Centers in Columbus, Ohio, sagte, seine Website (www.magicmountainfuncenter.com) sei “ein informatives Mittel”, spezifisch ausgerichtet auf den lokalen Markt, aber ein weiteres Element in seinem generellen Marketingplan. “Ich betrachte es als eine betriebliche Grundlage”, sagte er. Die Website wird heutzutage im Hause von Productions Manager Mike Samuelson unterhalten. Der Aufbau ist sehr familiennah, da die Kunden der Fun Center keine Informationen über die neueste Millionen-Dollar-Achterbahn suchen: “Sie sind mehr daran interessiert, wie wir ihrer Familienfeier helfen können oder wie sich eine Geburtstagsfeier bei uns von anderswo unterscheidet”, fügte Kevin Denny an. “Die Website kann auf die lokalen Aspekte ausgerichtet werden.” Das soll nicht heißen, dass Magic Mountain nicht ständig nach Verbesserungen ihres Onlineauftrittes sucht. Tatsache ist, dass das Fun Center Erfolge feiern konnte mit Internetrabatten, ähnlich der Resultate von The Beach Waterpark. Magic Mountain bietet Onlineermäßigungen für alle Besucher durch seine Website und bietet noch bessere Angebote in ihrem e-Newsletter, um dadurch bei den Kunden in Erinnerung zu bleiben. Das Fun Center begann mit den Onlinerabatten vor weniger als einem Jahr, dennoch zahle sich das Projekt bereits aus, sagte Kevin Denny. Magic Mountain schaut sich nun eine Methode genauer an, bei der die Kunden Partys oder Geburtstagsfeiern online buchen und bezahlen können. Kevin Denny weiß von anderen Fun Centern, die ähnliche Wege eingeschlagen haben, fand aber die Lösung zu seiner vollsten Zufriedenheit noch nicht. “Es existieren ein paar Systeme, über die wir mit Leuten in der gleichen Situation sprachen. Leider bereiten diese Systeme aber immer noch Schwierigkeiten”, erklärte er. “Es müssen noch weitere Verfeinerungen vorgenommen werden. Wir arbeiten aber alle in die gleiche Richtung.” Ungeachtet der Richtung, in welche sich die Onlineprojekte von Magic Mountain entwickeln würden, gäbe es eine Sache, welche die Fun Center nie fallen lassen werden, sagte Kevin Denny: persönlicher Kundenservice. Im Fun Center sind es immer noch Menschen - nicht Computer -, die Telefonanrufe beantworten. Auch wenn die Onlinebuchungen erfolgreich verlaufen, werden die Kunden immer noch von Magic Mountain sofort persönlich kontaktiert. “Selbst wenn alles von Computern erledigt wird, schätzen wir immer noch den persönlichen Kontakt”, sagte Kevin Denny. “Und auch dann, wenn wir alles via Internet erhalten, rufen wir die Gäste noch an, um mit ihnen persönlich zu sprechen.” Alles herausholen Selbst nach dem Erfolg ihrer neuen Website wird sich Worlds of Fun nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Rechtzeitig zum Start der Saison 2005 im Frühjahr installiert Chris Ozimek Videokameras, die auf den Achterbahnen des Parks installiert sind – einschließlich den Kinderbahnen (siehe entsprechenden Bericht auf Seite 27). Ferner arbeitet er an einer “virtuellen Tour”, dank der die Besucher in der Lage sein werden, diverse Attraktionen von Worlds of Fun online “zu besuchen”. Durch das Zusammenfügen von mehreren Fotos zu einem Bild entsteht der Eindruck, als ob der Besucher mitten im Park steht und sich umsieht. Während man sich in der “Tour” aufhalte, erläuterte Chris Ozimek, gäbe es verschiedene so genannte “Hot Spots” in den Fotos: “Wenn der Besucher eine Achterbahn sieht, kann er diese anklicken und wird dann direkt mit der entsprechenden Worlds of Fun Website verbunden, wo er dank der Point-of-View-Videokamera auf der Achterbahn “mitfahren” kann.“ “Dies wird einen Gesamteindruck ermöglichen”, sagte Chris Ozimek, der während des Jahres 2005 an diesem virtuellen Parkrundgang arbeiten wird. “Die Besucher erhalten ein viel besseres Bild darüber, wie der Park aussieht.” Chris Ozimek hofft, dass sich, dank dem virtuellen Rundgang und den Achterbahn-Kameras, der Anreiz der Website während des Jahres verbessert. In der Saison 2004 (Mai bis Oktober) registrierte Worldsoffun.com beinahe 500.000 Websitebesucher und 6,6 Millionen einzelne Seitenaufrufe. Jedoch verringern sich diese Zahlen dramatisch außerhalb der Saison. Worlds of Fun will die neuen Funktionen benutzen, um das Interesse vor dem Parkbesuch zu wecken und um die Erinnerungen nach dem Parkbesuch, wenn die Besucher wieder zuhause sind, wach zu halten. “Wir wollen alle Spaß haben”, sagte Chris Ozimek. “Wir wollen, dass unsere Gäste Spaß haben, sowohl im Park, als auch auf der Website.”
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