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German Horizonte erweitern Bildung gehört nicht nur ins Klassenzimmer - Parks und Museen bieten kreative Wege, Lernen und Spaß miteinander zu verbinden Von Mike Bederka Besucher von Freizeitparks brauchen ihr Gehirn nicht am Eingang extra einzuschalten und junge Museumsbesucher brauchen die Zeit nicht tagträumend verbringen. Interaktive Bildungs-Touren, Blicke hinter die Kulissen oder spezielle Thementage - Unterhaltung und Bildung können effektiv miteinander verbunden werden und den Besuchern völlig neue Erfahrungen vermitteln - und zwar sowohl für Studenten, Schüler und Lehrer, als auch für Kinder und Eltern. „Das ist ein Weg, den Unterrichtsplan zu beleben“, sagt Michael Palmer, Geschäftsführer der Student and Youth Travel Association. „Manche Kinder erreicht man einfach nicht so gut wenn man über etwas nur spricht oder liest. Sie müssen es einfach sehen, anfassen, tun und erfahren können.“ Auch bei den Kundennachfragen ist eine Entwicklung in Richtung solcher Aktivitäten und Angebote zu beobachten. „Das Interesse an Bildungsreisen ist groß“, sagt Nancy Schretter, Geschäftsführerin von Family Travel Network. „Eltern möchten, dass ihre Kinder etwas über Kultur, Geschichte, Natur und Archäologie erfahren. Mancherorts hat man schon Wege gefunden, solchen Themen mit viel Spaß zu vermitteln.“ Geschichtenerzähler Bildungsspezialist Sam Rubin räumt ein, das er an seinem Arbeitslatz, dem John F-Kennedy Presidential Library and Museum, mit sehr komplexen Themen zu tun hat. Studenten haben heftig gegrübelt und heiß über den Kalten Krieg, die Menschenrechtsbewegung und den Vietnamkrieg diskutiert - Ausstellungen, die diese Bostoner Einrichtung beheimatet - solche intellektuellen Themen bringen Kinderaugen zum Glänzen. Die Museumsmitarbeiter zeigen den Besuchern während der Rundgänge besonders gerne eine der vielfach ausgezeichneten Exponate: eine Kokusnussschale mit einer eingeritzten Botschaft. „Sie erzählt wahrscheinlich die beste Geschichte aller im Museum ausgestellten Objekte“, sagt Rubin. Die Besucher hören die Geschichte eines jungen Kennedy, der Mitglieder seiner Crew heldenhaft rettete, nachdem ein japanischer Zerstörer sein Schnellboot PT 109 im Zweiten Weltkrieg versenkt hatte. Der künftige Präsident und seine Navy-Kameraden trieben tagelang im Südpazifik bis sie schließlich eine Insel erreichten und dort auf eine Gruppe freundlicher Eingeborener stieß. Kennedy wollte ihnen eine Botschaft übergeben, hatte aber nichts bei sich. Er improvisierte und ritzte mit einem Taschenmesser eine kurze Botschaft in eine Kokusnussschale und gab sie den Eingeborenen, um Hilfe zu bekommen. „Das ist eine spannende Geschichte. Es ist eine Überlebensgeschichte“, sagt Rubin. „Ohne die Geschichte ist es für Kinder schwierig, eine Verbindung herzustellen bzw. Interesse für diese Dinge zu entwickeln.“ Die Kokusnussschale befindet sich jetzt in einem Kästchen im Kennedy Museum und Rubin sagt, dass sich Kinder durch dieses Objekt etwas unter einem der berühmtesten Präsidenten des 20. Jahrhunderts vorstellen können. Ed Able, Präsident und CEO der in Washington, D.C., ansässigen American Association of Museums, bemerkt weiter, dass solche Besucherführungen und -rundgänge dem Museum eine persönlichere Note geben. „Durch diesen interaktiven Weg erhält der einzelne Besucher mehr und tiefer gehende Informationen zu erhalten als bei einem passiven Konzept, bei dem nur die Wandtexte eine Ausstellung gelesen werden.Dadurch wird die Lernerfahrung intensiver und der Erinnerungsgrad ist höher.“ Einzigartiges Konzept Der Kampf eines Mannes um Leben und Tod ist sicherlich eine spannende Geschichte, aber würden die Besucher das gleiche Interesse an der Geschichte einer amerikanischen Firma haben? Die Ford Motor Company hatte die Vermutung, dass die Leute zwar schon Interesse daran hätten, aber es nicht allein machen würden. Zur Realisierung der Ford Rouge Factory Tour tat sich also das Unternehmen mit The Henry Ford in Dearborn, Michigan, zusammen. „Ein Bestandteil der Tour wurde immer von Ford entwickelt“, sagt Scott Mallwitz, Leiter der Abteilung Experience Design bei The Henry Ford. „Die Themen waren: Welche Geschichte würde erzählt, wie würde sie erzählt, wer erzählt sie und wie kommen die Besucher zum Werk und wieder zurück. Es machte Sinn für sie, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der sich mit Besuchererfahrung in Bezug auf Verkehrsmanagement, Steuerung von Menschenmassen und Erwartungen auskennt.“ Von der Partnerschaft profitierte auch The Henry Ford, denn laut Mallwitz stand die Werkstour ganz oben auf der Liste der Besucheranfragen: „Wir haben sorgfältig darauf geachtet, dass es bereits eine Besucherpublikum gab und wir nicht versuchen mussten, einen neues zu schaffen.“ Seit ihrer Eröffnung im Mai 2004 ist die Werkstour eine bekannte Attraktion von The Henry Ford. Die Besucher fahren mit Bussen von The Henry Ford ab und begeben sich auf eine historische Tour durch den Rouge-Komplex, sie sehen Filme, in denen Menschen und Ereignisse vorgestellt werden, die Ford zu einem globalen Fertigungsriesen gemacht haben, und bei einer Tour zu Fuß durch die Werkshallen werfen sie einen Blick hinter die Kulissen. Laut Mallwitz sind viele Besucher von dem Konzept eines Unternehmens mit geschichtlicher Bedeutung oder einer Organisation der regionalen oder nationalen Geschichte fasziniert. Dadurch wird deutlich, welche Bedeutung der Einfluss eines Unternehmens auf die Gesellschaft hat. „Im Moment ist das noch einzigartig, aber ich denke nicht, dass es das für längere Zeit bleiben wird“, sagt er. „Wenn die Unternehmen tatsächlich einen Schritt weiter und über bloßes Brand Messaging hinausgehen wollen, dann werden sie einzigartige Wege der Zusammenarbeit mit gemeinnützigen und Bildungsorganisationen finden.“ Tausende Kilometer von Ford entfernt stellt in Wolfsburg, Deutschland, ein weiterer Autohersteller erfolgreich die Geschichte seines Unternehmens dar. Das Volkswagen AutoMuseum wurde 1985 eröffnet und 2001 komplett renoviert und neu gestaltet. „Es zeigt, wie Volkswagen die weltweite Massenmotorisierung seit mehr als sechs Jahrzehnten gestaltet hat“, sagt Susanne Wiersch, die bei Volkswagen für die PR-Einrichtungen und Besuchertouren zuständig ist. Die Besucher können mehr als 200 verschiedene Fahrzeuge bestaunen, vom klassischen Käfer über den Golf bis hin zu Konzeptstudien. Es werden auch Spezialautos gezeigt, wie zum Beispiel der „fliegende Käfer“, der sich als Ballongondel in die Luft erhob. Laut Wiersch bestehen die Hauptaufgaben des VW AutoMuseums darin, die Tradition der Autoproduktion durch Nachforschung und Präsentation zu erhalten und auch technische Geschichte und Entwicklung der Volkswagen zu bewahren und weiterzugeben. „Die Geschichten um die Autos sind das Interessante“, sagt sie. „Sie können die Autos überall sehen.“ Effektives Marketing Automuseen und -tours mögen ein Stammpublikum von Autointeressierten haben, die sie besuchen, aber nicht jeder Standort ist wirklich glücklich gewählt. Orte wie das Intrepid Sea, Air & Space Museum in New York City brauchen ein durchdachtes Marketing und clevere Werbung. „Wir sind nicht für Profit“, sagt Denise Downing, Leiter für Public Relations und Eventplanung. „Wir können keine ganzseitige Werbung in der New York Times machen.“ Laut Downing arbeiten die Intrepid-Mitarbeiter bei den Fachausstellungen und ihren Bildungskontakten und auch bei Lehrerfortbildungstagen. Im vergangenen Jahr führten sie alle Lehrer durch die Bildungseinrichtung, wo sie verschiedene Workshops anboten und die Lehrer bekamen auch eine kostenlose Museumsmitgliedschaft für ein Jahr. Darüber hinaus arbeiten die Intrepid-Mitarbeiter eng mit anderen Museen, Organisationen und Besucherattraktionen zusammen. „Das sind unsere Freunde“, sagt Downing. „Wir cross-promoten und unterstützen einander und tun alles Mögliche, um miteinander ins Geschäft zu kommen.“ Ein solches Projekt war beispielsweise die Intrepid’s Kids Week, die im letzten Februar stattfand. An diesem besonderen Promotion-Projekt war eine Reihe von Partnern beteiligt, die dort Shops aufgestellt hatten und sich auch um die Besucher kümmerten. Die American Society of Civil Engineers zeigte den Kinder zum Beispiel wie man ein super-aerodynamisches Papierflugzeug oder das stärkste Papierschiffchen baut oder wie man ein Marshmellowhaus konstruiert, das sogar einem Erdbeben standhält. Der Big Apple Circus zeigte den Kindern wie man jongliert, Pantomime spielt, balanciert und als Zirkusdirektor auftritt. Und die United States Marines zeigten Teile ihrer Ausrüstung und gaben den Besuchern einen Eindruck davon, wie es in einem Ausbildungslager vor sich geht. Das Intrepid bietet für Schüler und Studenten das ganze Jahr hindurch auch eine Reihe anderer und interessanter Aktivitäten. In „Sinken oder Schwimmen: Warum Schiffe schwimmen können“ lernen Schulkinder durch das Untersuchen und Erkunden der fundamentalen Gesetze des Auftriebs wie sie ihr eigenes Schiff bauen können. Mit der „Helden- und Pioniertafel“ lernen die Schüler etwas über die Menschen, die sich für den „American Way of Life“ eingesetzt und aufgeopfert haben. Sie erforschen und untersuchen Fotos und Originaldokumente, um die Rolle des Militärs unter besonderer Berücksichtigung von Frauen und Minderheiten verstehen zu können. „Wir wollen die Menschlichkeit hinter der Hardware zeigen“, sagt Gene Carlucci, Leitender Museumspädagoge. Er fügt hinzu, dass es wichtig sei, die Pädagogen bei der Erfüllung ihrer Lehrplananforderungen und beim Erreichen ihrer akademischen Ziele zu unterstützen. Daher entsprechen alle Materialien und Programme den New York State Curriculum Syllabi and Learning Standards und vielen anderen nationalen Standards. „Wir wollen, dass es sich für Lehrer, Schüler und Studenten gleichermaßen lohnt“, sagt Carlucci. Laut Christopher Naylor, Direktor von Engage, einer Londoner Gesellschaft für Kunstpädagogen und andere Experten aus dem Kunst- und Bildungsbereich, stellen Einrichtungen, die besonders auf Schulen ausgerichtet sind, häufig Lehrer zur Unterstützung ein. „Das kann sehr hilfreich sein, aber tendenziell werden Lehrer Informationen über die Museumsobjekte in der gleichen Weise vermitteln, wie man es Schülern in der Schule tut“, sagt er. Eine bessere Alternative wäre der Einsatz von Experten, die als Museums- oder Kunstpädagogen arbeiten. Ihre Aufgabe ist die Entwicklung neuer Touren, Workshops und Projekte für verschiedene Ausstellungen und unterschiedliches Besucherpublikum. „Sie arbeiten häufig mit Kunstpädagogen zusammen, die den Besuchern sehr interessante und faszinierende Erlebnisse vermitteln und sie zum individuellen Dialog mit den Objekten und der Kunst im Allgemeinen herausfordern“, sagt Naylor. Die Engage-Website, www.engage.org, bietet eine Datenbank für Pädagogen mit Details zu Freiberuflern, die Einrichtungen bei kurzen Projekten unterstützen können. Teil der Erfahrung Die Angebote von Museen sind nicht auf Spaß, sondern noch immer auf Bildung ausgerichtet. Vergnügungs- und Themenparks können ebenfalls ein gutes Ziel für Schulausflüge sein und auch für Eltern, die etwas mehr für das Eintrittsgeld haben möchten. Hersheypark in Hershey, Pennsylvania, bietet eine Reihe von Thementagen besonders für Realschulen und Gymnasien an. Am Physiktag können Gymnasiasten verschiedene Experimente bei Achterbahnfahrten durchführen. „Bei den einfachen Untersuchungen nehmen die Schüler beispielsweise einen Tennisball und machen daraus einen Beschleunigungsmesser, um die g-Kraft während der Fahrt zu messen. Bei den komplexeren Experimenten tragen die Schüler Westen mit Datensensoren, deren Informationen sie dann in einen Laptop eingeben und ausdrucken um zu analysieren, welchen Kräften ihr Körper während der Fahrt ausgesetzt war“, erklärt Susan Kunisky, stellvertretende Vertriebsleiterin der Hershey Entertainment Group. Das ist eine Kombination, um sowohl Bildung als auch den Hersheypark selbst zu promoten. „Viele Aufgaben, die die Kinder in der Schule in Mathe zu lösen haben, sind einfach zu allgemein—ein Zug verlässt den Bahnhof …“, sagt sie. „Wir haben ein Heft mit realen und praxisbezogenen Aktivitäten entwickelt. Und um ihre Wahrscheinlichkeitskenntnisse zu testen, müssen die Schüler beispielsweise verschiedene Sitzanordnungen bei einer Hershey’s-Tilt-a-Whirl-Fahrt herausbekommen. Aus der Geschäftsperspektive betrachtet, profitiert Hershey ebenfalls. Und an diesen Thementagen hat der Park besonderen Zulauf“, sagt Kunisky. Legoland California in Carlsbad kümmert sich ebenfalls besonders um die Kinder. Die pädagogischen und Bildungsmitarbeiter des Parks haben mathematisch-wissenschaftlich ausgerichtete Touren und Projekte entwickelt. Im Projekt „Energy in Motion“ bauen die Kinder ein Minifahrzeug und sammeln, speichern und transformieren dann Solarenergie um es zum Fahren zu bringen. Bei „Funtastic Gears“ wird von den Kindern ein Fahrzeug konstruiert, bei dem verschiedene Zahnräder verwendet werden, um Geschwindigkeit und Richtung zu ändern. Das Projekt „Dig Those Dinos“ lässt Kinder zu kleinen Paläontologen werden, die die Überreste von Dinosauriern aus Sandkästen ausgraben. Laut PR-Managerin Kimberly Clark funktioniert diese Legoland-Nische vor allem mit den Kindern und Eltern, die die Legoland-Ideale von Vorstellung und Kreativität teilen. „Wir setzen auf die Besucher, die nicht einfach irgendwohin gehen, sich zurücklehnen und darauf warten, dass irgendetwas passiert“, sagt sie. „Bei uns machen Hände und Hirn gleichermaßen mit. Sie wollen schließlich auch an der Erfahrung teilhaben.“ Sicher ist sicher Die Unterhaltungsbranche ist T. Harold Hudsons zweite Karriere. Er könnte sich als Führungskraft eines Elektronikkonzerns ebenso gut zurückgezogen haben und in Cleveland leben, wenn seine Frau nicht in einem wärmeren Klima als in Ohio hätte wohnen wollen. „Irgendwann 1978 sagte Betty Lynn mir, sie zöge nach Süden und fragte mich, ob ich nicht mit wolle“, meint Hudson lächelnd und gibt zu, dass dies eine klare Ansage war: Es wurde Zeit, sich eine andere Arbeit südlich von Ohio zu suchen. „Ich hatte Bewerbungslagen in der Post und innerhalb einer Woche Kontakt zu einem Headhunter aufgenommen.“ Es dauerte nicht lange, bis der Hudson anrief und ihm sagte, dass der Six Flags Vergnügungspark nahe St. Louis, Missouri, einen Ingenieur suchte. Er bekam die Stelle und arbeitete sieben Monate lang als technischer Leiter bei Six Flags Over Mid-America; am 2. Juni 1979 wurde er nach Kalifornien, zu Six Flags Magic Mountain in Valencia, versetzt, wo er zwei Jahre als Wartungsingenieur arbeitete. Sowohl er als auch Betty Lynn mochten das Klima dort. Als Six Flags expandierte, brauchte man auch einen technischen Direktor, somit versetzte das Unternehmen Hudson nach Los Angeles, Kalifornien, in den Unternehmenssitz und machte ihn zu Corporate Director of Engineering. Als Bally schließlich Six Flags 1984 übernahm, wurde Hudson und die Gruppe zurück in den Norden nach Chicago versetzt. Drei Jahre später wechselte der Besitzer wieder, und der Unternehmenssitz wurde nach Arlington in Texas verlegt. Dort angekommen dauerte es nicht lange, bis Hudson zum stellvertrenden technischen Direktor des Konzerns avanciert war und die Ingenieure der einzelnen Parks ihm direkt unterstellt waren. Time Warner kaufte das Unternehmen 1991 und die Hudsons zogen wieder um, diesmal nach Parsippany, New Jersey, dem neuen Unternehmenssitz und anschließend, im Jahr 1997, wieder zurück in die texanischen Büros von Six Flags Over Texas. Hudson verließ Six Flags 1999, kurz nachdem Premier Parks das Unternehmen übernommen hatte. Betty Lynn und Harold entschieden sich, in Texas zu bleiben und Hudson gründete kurzerhand sein eigenes Beratungsunternehmen für die Vergnügungsindustrie (AAPRA – All About Parks, Rides, and Attractions) in der kleinen Gemeinde Southlake, zwischen Dallas und Fort Worth. Heutzutage reist Hudson geschäftlich in der Welt umher und ist wenig Zuhause, und Betty Lynn findet man häufig an seiner Seite. „Nachdem ich für Six Flags jahrelang alleine unterwegs war, finde ich es spannend, sie nun bei mir zu haben. Wir haben eine Menge erlebt und viel Spaß gehabt - und das alles bei der Arbeit, die ich sehr gerne tue.“ Während der 21 Jahre bei Six Flags hatte Hudson sich den Ruf eines kompetenten und engagierten Sicherheitsexperten für Fahrgeschäfte erarbeitet. „Die Kombination von Hudsons Engagement und sein außergewöhnliches Fachwissen brachte nicht nur unser gesamtes Sicherheitsprogramm, sondern auch das gesamte Unternehmen voran“, meint Hudsons früherer Chef, Larry Cochran, der Spitzenmanager bei Palace Entertainment in Newport Beach, Kalifornien, ist. Cochran setzte Hudson zwar vielfach in anderen Bereichen ein, unter anderem bei Anschaffung von Fahrgeschäften, der Installation, bei Vertragsverhandlungen, bei Durchführbarkeitsstudien und bei der Sicherheit und Wartung. Seine eigentliche Haupttätigkeit war aber die Sicherheit, Entwicklung und Modifikation von Fahrgeschäften. „Ich bin schon stolz auf das, was wir bei der Entwicklung von Fahrgeschäften erreicht haben. Für die damalige Zeit waren wir sehr innovativ“ sagt Hudson gegenüber Funworld. „Larry gab mir vielfach Gelegenheit, mich einzubringen - und ich habe sie genutzt.“ Die Entwicklung der Fahrgeschäfte Vieles von dem, was Hudson und sein Team bei Six Flags im Rahmen der Entwicklung der Fahrgeschäfte umsetzten konnten, war mehr Innovation und Weiterentwicklung als Erfinden im eigentlichen Sinne. „Meist nahmen wir ein Standardfahrgeschäft für Vergnügungsparks und machten es attraktiver, indem wir die Anlage konstruktiv verbesserten“, sagt Hudson und weist darauf hin, dass das nur dank moderner Technik möglich war. „Die Technik hat die Vergnügungsindustrie mehr als alles andere verändert. Ohne die durch die Technologie möglich gewordenen Verbesserungen gäbe es eine Menge unzufriedener Besucher in den Vergnügungsparks.” Das Fassungsvermögen der Fahrgeschäfte sei die größte durch Technik möglich gewordene Veränderung, meint Hudson und merkt an: „Wir konnten beispielsweise 1978 mit zwei Zügen auf einer Achterbahn fahren. Heute sind es dank der Fortschritte bei den elektronischen Sicherheitssystemen vier oder fünf Züge, was das Fassungsvermögen natürlich drastisch erhöht.“ Durch Konstruktion ausfallsicherer magnetischer Bremsen ermöglichte die Entwicklung des Free Fall Ride, laut Hudson eines der drei „innovativsten Fahrgeschäfte überhaupt“. Die beiden anderen sind Rapids Ride und Inverted Coaster. Hudson und Six Flags spielten bei der Entwicklung von allen Dreien eine gewichtige Rolle. Vor dem Inverted Coaster gab es Gondeln, die unter die Schienen montiert waren, sodass unter dem Sitz nur noch Luft war, und Achterbahnzüge, die in den Loopings um die Längsachse rollten. Erst mit dem Inverted Coaster wurden Außenloopings möglich, bei denen die Fahrgäste mit den Füßen nach vorne fahren. Six Flags Great America in Gurnee, Illinois, brachte dieses neue Konzept 1992 als Erster unter dem Namen „Batman the Ride“ heraus. “Wir arbeiteten bei der Entwicklung sehr eng mit Bolliger & Mabillard zusammen, und heute ist dieser Inverted Coaster in Parks überall in der Welt zu finden“, meint Hudson stolz. Redundante Sicherheitsrückhaltevorrichtungen, die durch innovative Technik möglich wurden, hätten den Inverted Coaster erst ermöglicht, so Hudson. „Es war eine innovative Idee, die erst durch die aufkommende Technologie realisierbar wurde. Wir gingen technologisch an die Grenzen des Machbaren, als wir den Inverted Coaster entwickelten.“ Berufsweg - erster Teil Mit 17 ging Hudson zur United States Air Force als Radartechniker und verliebte sich sofort in die Elektronik. Nach vier Jahren bei der Air Force ging er 1961 nach Mississippi zum Elektronikunternehmen Hickok Inc. Er hatte nicht vor, aufs College zu gehen, aber er sah sich um und bemerkte, dass Techniker mit Collegeabschluss das Vierfache seines Gehalts bekamen. So kam er zu dem Schluss, dass solch eine Fortbildung ein vernünftiges Ziel sein würde. Zunächst arbeitete er neben dem Studium, stellte aber bald fest, dass er, um in möglichst kurzer Zeit zum Abschluss zu kommen, seine ganze Zeit dem Studium widmen musste; dieser Entschluss führte ihn zum Elektroingenieursdiplom, das er an der Mississippi State University 1967 erwarb. Frisch diplomiert arbeitete Hudson erneut für weitere 11 Jahre bei Hickok, davon die letzten neun in Cleveland. „Mein Entschluss, von Hickok zu Six Flags zu wechseln, war ein sehr wichtiger Schritt in meinem Leben. Es machte mir Spaß dort zu arbeiten, aber zweifelsohne war der zweite Teil meines Berufswegs erfüllender“, so Hudson weiter, allerdings pflegt er immer noch freundschaftliche Beziehungen zu seinem alten Unternehmen, in dessen Vorstand er derzeit auch sitzt. Wie hat der erste Teil seiner Karriere ihn auf die Vergnügungsindustrie vorbereitet? „Ich glaube, dass die Fähigkeiten, die ich als leitender Angestellter entwickelt habe, also die Tatsache, mit vielen Menschen über die Jahre hin zu tun gehabt zu haben, ein großes Plus waren als ich bei Six Flags anfing“, so Hudson. „Als Elektroingenieur hatte ich viel mit anderen Fachgebieten zu tun. Das brachte mir das Grundverständnis für eine Vielzahl von Themen, und das half mir natürlich bei meiner Arbeit für Six Flags.“
Ständiger Wandel Als Hudson 1978 in die Vergnügungsindustrie wechselte, stand die Sicherheit von Fahrgeschäften nicht so im Vordergrund wie heute. Sie war auch weniger deutlich sichtbar. Laut Hudson änderte sich das nach 1978 und Six Flags war eines der ersten Unternehmen der Branche, die anerkannten, dass in den Vergnügungspark mehr technisches Know-how von Nöten war. Hudson ist seit 1979 Mitglied im ASTM F-24 Committee on Amusement Rides and Devices. Sein Engagement für Sicherheit in der Vergnügungsindustrie hat sich zur Leidenschaft entwickelt. Über die Jahre hatte er viele Funktionen für die ASTM ausgeübt, beispielsweise ist er zurzeit in der ASTM Technical Task Group of Amusement Ride Design Criteria, ASTM F-2291. In den vergangenen fünf Jahren arbeitete er in dieser Gruppe mit und war Leiter der Task Group Sections eins bis sieben. Diese Sections befassen sich unter anderem mit allgemeinen Konstruktionskriterien, Toleranzspielräumen, Rückhaltesystemen oder Beschleunigungen bzw. G-Kraft-Grenzen. Seit er dieser Task Group angehört, hat Hudson jede Norm für Fahrgeschäfte der Welt gelesen. „Das war ein sehr umfangreicher und zeitraubender Prozess, aber auf die Ergebnisse dieser intensiven Arbeit sind wir alle stolz“, sagt er. „Die Sicherheit von Fahrgeschäften ist meine Leidenschaft. Es ist mir sehr wichtig, an diesem Prozess weiter mitzuwirken, ein stetiger, nicht endender Prozess. Schließlich können wir mit jedem technologischen Fortschritt auch die Normen verbessern.“ Über die Jahre hat Hudson seine Kenntnisse unzählige Male in vielen AIMS Safety Seminars und IAAPA Safety Workshops anderen zuteil werden lassen. Im Jahr 2003 wurde er für seine Arbeit als Mitglied im Blue Ribbon Panel, das die Zusammenhänge zwischen Hirntraumata und Roller Coasters untersuchte, mit dem IAAPA Public Service Award ausgezeichnet. Ein Jahr später, 2004, bekam er den Jimmy Floyd Award von ASTM für sein Engagement für Fortentwicklung der Vergnügungsindustrie, für vier Jahre engagierte Arbeit als Mitglied der ASTM F-24 sowie für seine herausragenden Beiträge und seine beispielhafte Führungsarbeit in der Task Force für weltweite Normen.“ „Ich war sehr stolz darauf, dass Harold Hudson ein Angestellter von Six Flags war“, meint Spurgeon Richardson, früherer Geschäftsführer von Six Flags Over Georgia und derzeit Präsident/CEO des Atlanta Convention and Visitors Bureau. „Er arbeite sich nach oben und er arbeitet wirklich hart. Das hat ihm jede Menge Anerkennung als Sicherheitsexperte in der gesamten Vergnügungsindustrie eingebracht. Sein Sicherheitsbilanz spricht für sich selbst.“
Vergnügungsparks als Leidenschaft Hudson fährt selten an einem Vergnügungspark vorbei, meist hält er an. Auch wenn er für die Arbeit in einem Park nicht bezahlt wird. „Ich kann es nicht ändern. Ich geh da rein, laufe herum und bin immer auf der Suche nach Dingen, die verbessert werden können. Und wenn ich ein Fahrgeschäft finde, auf dem ich noch nicht mitgefahren bin, springe ich meist rein und fahre eine Runde“, so Hudson. Er merkt an, dass er sich bei seinen Vergnügungsparkbesuchen oftmals wie ein unbezahlter versteckter Käufer benimmt. „Ich verfasse zwar meist keinen Sicherheitsbericht für die Vergnügungsparkleitung, es sei denn, ich finde etwas, was unbedingt geändert werden muss, insbesondere bei Sicherheitsproblemen. Betty Lynn teilt zwar meine Leidenschaft für Vergnügungsparks nicht mit mir, aber sie weiß dass ich Vergnügungsparks liebe und brauche, und sie hat sich damit abgefunden.“ Die drei Kinder Hal, Cynthia und Michele, glaubten, es sei das „Größte überhaupt“, einen Vater zu haben, der für Six Flags arbeitet, und gelegentlich arbeiten auch sie in den Parks. Er erinnert sich, dass sein Sohn Hal in Magic Mountain bei den Test der „Colossus“ Achterbahn mithalf. Der damals 13-Jährige fuhr „um der Sache willen“ 36 Mal hintereinander mit der Achterbahn berichtet der stolze Vater. Magic Mountain spielte auch in anderer Hinsicht eine wichtige Rolle im Leben der Familie Hudson, da Hal, bei seiner Arbeit in der Merchandise Abteilung seine Frau Beverly kennen lernte, die in der Candy Kitchen arbeitete. Die beiden sind die Eltern von zwei der vier Enkelkinder von Harold and Betty Lynn Hudson. Seit der Gründung seines Beratungsunternehmens AAPRA im Jahr 1999 hat Hudson für eine Vielzahl anderer Vergnügungsparks, Fahrgeschäfte und Unternehmen der Unterhaltungsbranche gearbeitet, etwa für Palace Entertainment und The Walt Disney Company. Als Terra Mitica im Jahr 2000 im spanischen Benidorm gebaut wurde, arbeitete Hudson drei Monate lang als Berater für die dortigen Fahrgeschäfte und Einrichtungen vor Ort.
Führungsqualitäten Obgleich bescheiden, entspannt und zurückhalten, kann Hudson durchaus energisch werden. „Er war sehr streng, wenn es notwendig war, aber ließ nie den nötigen Respekt für diejenigen vermissen, die für ihn arbeiteten“, erinnert sich Cochran von Palace. „Er ist ein sehr kommunikativer Mensch und ein Teamplayer.“ Richardson stimmt dem zu: „Er ist immer bereit, zu helfen, wenn jemand Hilfe braucht. Er sorgt sich immer um Sicherheit und ist immer bereit, sein enormes Fachwissen mit jedem zu teilen, der ihn danach fragt.“ Joe Schillaci, seinerzeit Geschäftsführer von verschiedene Six Flags Parks und gegenwärtiger Präsident/CEO der Freemont Street Experience in Las Vegas, Nevada, wusste auch um Hudsons Fähigkeit, Respekt und Freundschaft seiner Kollegen zu erlangen. „Harold ist ein engagierter und qualitätsorientierter Mensch“, so Schillaci. „Ich übertreibe überhaupt nicht, wenn ich sage, dass wir seine Sachkenntnis und seine Fähigkeiten bei Six Flags sehr geschätzt haben. Sein Einsatz und seine Aufsicht sowie seine unaufdringliche Art wurden von allen Kollegen geschätzt. Er leitete eine großartige Abteilung und vermittelte Vielen enormes Wissen.“ Schillaci arbeitete direkt mit Hudson während des tragischen Feuers in den 80-er Jahren im Six Flags Great Adventure Park in New Jersey zusammen. „Er war nicht nur für das Unternehmen sondern für die gesamte Vergnügungsindustrie ein großartiger Wortführer“, erinnert Schillaci. „Er vermittelte jede Menge Taktgefühl und Glaubwürdigkeit in diesen schwierigen Tagen. Seine Beziehung zu den Medien und zur Öffentlichkeit war aufrichtig und ehrlich, weil er immer ehrlich zu beiden blieb.“ Er arbeite nicht mehr so viel wie früher, aber er sei noch lange nicht im Ruhestand, so Hudson. „ich glaube, seit ich nicht mehr um Punkt 9 im Büro sein muss, könnte man sagen, ich bin im Vorruhestand” so Hudson lächelnd. „Aber die Branche mag ich so sehr, dass ich mich nicht daraus zurückziehen möchte. Ich sehe den Tag noch nicht gekommen, an dem ich nichts weiter zu tun habe, außer angeln zu gehen.“ Hudson betrachtet seine Sachkenntnis, die er zumeist durch Erfahrung oder Trial-and-Error erlangt hat, als etwas, das er weiter nutzen muss. „Ich habe jede Menge weiterzugeben und das will ich auch tun“, sagt er. „Ich würde es schrecklich finden, wenn all das über die Jahre erworbene Wissen verloren ginge.“ Cochran fügt hinzu: „Wenn Harold Hudson sich zurückzieht und aufhört zu arbeiten, ist es so, als ob eine Bibliothek abbrennt. Die nächste Welle Hallenwasserfreizeitparks wetteifern mit breiteren und schnelleren Wasserläufen um Leute, die den Nervenkitzel suchen von Dan Emerson Wisconsin Dells im US-amerikanischen Wisconsin war zwar schon lange ein Mekka des Wassersports, aber das Surfen gehörte bisher nicht zu seinen Attraktionen. Das änderte sich jedoch am letzten Wochenende im Mai 2004, als der Kalahari Hallenwasserfreizeitpark die Meisterin im Amateursurfen, Bethany Hamilton, die neue Anlage des WaveLoch FlowRider taufen ließ. Im Sommer 2004 veranstaltete Kalahari dann einen Wettbewerb mit professionellen Surfern, die auf den 1,50 m hohen Wellen mit Geschwindigkeiten von 50 km/h ritten. Die Wellen werden von Düsenstrahlmotoren mit 85 PS Leistung durch das Pumpen von 190.000 Liter Druckwasser je Minute generiert. Obwohl Kalahari bereits der größte Hallenwasserfreizeitpark der USA war, wollte der Besitzer Todd Nelson seine Attraktivität noch vergrößern, um Nervenkitzel suchende Teenager anlocken zu können, die auf andere „Brettsportarten“ stehen, wie Skateboarder und Snowboarder. Wie sich gezeigt hat, lag er damit wohl richtig. Diese Anlage ist nun wegweißend für den heißesten Trend in Hallenwasserfreizeitparks: größere, höhere, schnellere, aufregendere Wasserläufe und –bahnen. Der FlowRider zieht die Teens wegen seiner Spannung an, aber nicht weniger auch durch das neue Element zur Geschicklichkeitsprüfung. Hier können die Surfer Kurven und Cutbacks fahren sowie andere Manöver vornehmen. Die meisten verwenden hier Bodyboards, auf denen sie auf dem Bauch liegen oder knieen. Das aufrecht stehende Surfen ist aber erlaubt, wenn man eine Verzichtserklärung zur Sicherheit unterschreibt. Nelson bestellte beeindruckt von „einer der coolsten Surffahrten, die wir je gesehen haben” noch einen zweiten FlowRider für den neuesten Freizeitpark von Kalahari in Sandusky im US-Bundesstaat Ohio. Geniale Ausführungen für die Halle Nelson erklärt, dass die Branche der Hallenwasserfreizeitparks sich an Las Vegas in Nevada orientiert hat. „Die Besucher wollen, dass man an der Spitze ist und dass man ihnen etwas bieten kann, dass ihren Urlaub spannend macht,“ erzählt er. „Es ist unschätzbar wertvoll für unsere Positionierung und Verkaufsförderung unserer Ressorts, wenn wir sagen können, dass wir an erster Stelle stehen oder am größten sind. In dieser Branche muss man den eigenen Einfallsreichtum nutzen, damit die Gäste weiterhin wiederkommen, sonst schlagen andere Kapital aus ihren Ideen. Das ist etwas, das Las Vegas schon lange wusste. Unternehmen investierten Milliarden, um sich weiterhin im Blickfeld der Verbraucher entfalten zu können. „Unser Ziel besteht in der Umsetzung des Extremen von draußen in der Halle, damit sich die Leute an unseren Fahrten das ganze Jahr über erfreuen können. Das Geheimnis liegt in der Attraktivität für die gesamte Familie, einschließlich der Personen, die den Nervenkitzel suchen“, so Nelson. „Unsere Philosophie ist, an die Grenzen zu gehen und sie zu brechen, was wir schon in beiden Kalahari-Ressorts getan haben.“ Im Mai debütierte Kalahari auch in seinem neuen 7250 m² großen Freizeitpark in Sandusky mit dem ZipCoaster von Whitewater West Industries, der als erste „gewichtslose“ Wasserachterbahn angepriesen wird. Durch seine Konstruktion erleben die Insassen ein Gefühl der Schwerelosigkeit, während sie in freien Fällen, stark abschüssigen Strecken und Kurven mit extremer Schräglage bei Geschwindigkeiten bis zu 32 km/h fortbewegt werden. Im Gegensatz zu den meisten Geschwindigkeits- und Achterbahnen, bei denen die Geschwindigkeit in der Nähe der Anhöhenspitze abgebremst wird, treibt der ZipCoaster die Schlauchboote durch das Wasser nach oben. (Näheres über den ZipCoaster auf Seite 92.) Bei vielen Hallenanlagen werden zum Steigern der Spannung herkömmliche Außenwasserachterbahnen in Hallen eingebaut. Zu den Einrichtungen im Park Great Wolf Wisconsin zählt beispielsweise ein ProSlide Howlin’ Tornado im Wert von 3 Millionen USD mit sechs Ebenen für Wasserröhrenfahrten und einem 16 m steil nach unten abfallenden Teilstück. Andererseits hat das in Florida ansässige Unternehmen Innovative Rock Climbing sein Produkt Hydrophobia in verschiedenen Hallenanlagen installiert, das aus einer Kombination eines Wasserfalls mit einer fast 8 m hohen Kletterwand besteht. „Diese Hallenprojekte werden immer größer und bringen dadurch klassische Außenanlagen in die Hallen,“ berichtet der Präsident der World Waterpark Association, Rick Root. „Die Anbieter stehen ständig in der Pflicht, neue Generationen von Bahnen herauszubringen und auch neue Techniken in vorhandene Bahnen zu integrieren.“ Ein weiteres Zeichen für den Trend zu Größerem und Schnellerem ist die Werbung im Vorfeld für den Waterpark of America (WOA), der im nächsten Sommer in Bloomington, Minnesota, nördlich von der Mall of America eröffnet werden soll. In diesem 100 Millionen US-Dollar teuren Hallenfreizeitpark wird es die höchste Wasserrutschbahn der Welt geben. Die 23 m hohe, Rutschkanalkonstruktion aus durchsichtigem Fiberglas von ProSlide soll den Leuchtturm Split Rock Lighthouse nachbilden, der sich am Oberen See auftürmt. Sie schlängelt sich um die Gebäudeaußenseite, verläuft dann weiter im Inneren des Gebäudes und schlängelt sich schließlich draußen wieder weiter. „Das ist nicht nur spannend für die Benutzer der Bahn, sondern stellt auch „eine sehr effiziente Raumnutzung dar,“ bemerkt WOA-Konstrukteur Jeff Nodorft der in Wisconsin ansässigen Firma Ramaker and Associates. Der vom Minneapolis-Entwicklungsplaner Jeff Wirth gebaute (70,000-square-foot) 6.500 m² große Hallenfreizeitpark wird an eine Familienferienanlage mit 403 Zimmern angeschlossen. Neben den Spielbereichen für Kinder auf mehreren Ebenen mit Anlagen wie Kippkübel und Wasserkanonen, Kletterwänden und kleineren Wasserrutschbahnen (10 bis 14 feet hoch; 3 bis 4,3 m hoch), wird es in dem WOA-Park auch einen FlowRider-Surfsimulator, Amerikas längste Hallenfloßfahrtstrecke für Familien, eine Felskletterwand mit Wasserfall, Geysire, Kajakkurse und andere Attraktionen geben, darunter auch ein (5,000-square-foot) 4.650 m² großes Areal mit Passagen, Einlösestelle, Gastronomiebereich, Festsälen 7 Umkleideräumen.
Komfort schaffen Es überrascht nicht, dass die größte Herausforderung für die Planer und Betreiber von Hallenfreizeitparks darin besteht, herauszufinden, wie am meisten Spaß und Spannung je Quadratmeter geboten werden kann sowie ausreichend Platz zum Abtrocknen, Ausruhen und Beobachten der Spaßaktivitäten vorhanden bleibt. „Wir versuchen, so viel Spannung in einem Raum zu schaffen, wie wir können,“ erklärt Matt Freeby, Leiter für Geschäfte bei Beaver Dam von der in Wisconsin ansässigen Firma Water Technology, Inc. „Natürlich brauchen die Besucher neben dem Nervenkitzel auch einen Platz, an dem sie sich wieder entspannen können,” merkt Freeby an. “Es ist etwas dran, an den Rückgängen bei wiederkommenden Besuchern. Diese Parks funktionieren nicht so gut, wenn man versucht, zu viel in sie einzubauen, ohne dass hinreichend Platz für die Leute zum Sitzen und Erholen gegeben ist. Sonst haben sie das Gefühl, dass der Park überfüllt und unbequem ist. Und was die Leute in ihrem Urlaub nicht missen möchten, ist es bequem zu haben.” Dem Präsidenten und Hauptgeschäftsführer des im kanadischen Ottawa beheimateten ProSlide Rick Hunter zufolge bringen die neuen Parks „nahezu alle der beliebtesten Außenbahnanlagen in die Halle, woran vor einigen Jahren niemand zu denken gewagt hätte“. So wurde beispielsweise die Familienfloßfahrtanlage Mammoth River von ProSlide in den neuen Parks von Great Wolf Lodge in Poconos und Williamsburg im US-Bundesstaat Virginia eingebaut. Ergebnis davon ist nach Hunters Ausführungen „dass die Hallenfreizeitparks ein sehr breites Publikum finden, das zahlreicher ist, als je angenommen wurde. Das war ein überragender Erfolg auf dem Markt. Das liegt an den dermaßen spannenden Erfahrungen, die das Produktangebot mit sich bringt.“
Das ist erst der Anfang ProSlide beschäftigt eine 6-köpfige Personalgruppe, die sich mit der Ausarbeitung von Ideen für größere und bessere Hallenwasserfahrten beschäftigen. Die neuen Attraktionen benötigen eine gewisse PS-Grundleistung, damit das Wasser schnell fließen kann, aber „Wasser ist ein hervorragendes Schmiermittel“ wie Hunter richtig bemerkt. „Durch Schwerkraft angetriebene Wasserfahrten können auch Antischwerkraft in sich bergen, sowohl nach oben als auch nach unten. Das ist großartig.“ Unterdessen haben sich auf dem europäischen Markt der Hallenwasserfreizeitparks die gleichen Wasserachterbahnfahrten, die in den USA für Begeisterung für diese Parks sorgten, „gut etabliert“, so der Branchenberater mit internationalen Kunden Wally Lamb. Das ist allerdings kein neuer Trend. „In Europa ist man uns 15 Jahre voraus,“ meint Lamb. Während Hallenwasserfreizeitparks erst vor kurzem in Amerika einen Boom erleben, “sind sie in Europa, kein neues Phänomen“, so der CEO des in Wisconsin ansässigen Freizeitparkplanungsbüros Ramaker and Associates, Terry Ramaker, der als Berater für verschiedene geplante Hallenfreizeitparks in Russland tätig war. „Diese Parks hatten dort vor 25 Jahren ihren Ursprung. Das ist einer der Aspekte, der sich günstig auf das explosive Wachstum auswirkt, das es dafür gegenwärtig in den USA gibt: Wir befinden uns nicht etwa in einer Erfahrungskurve. Die Technologie und Bauverfahren dieser Parks haben sich bewährt.“ Im Verlaufe der Zeit “wird das Produkt immer ausgeklügelter. Rutschbahnen werden breiter gebaut, damit vier oder fünf Familienmitglieder zusammen die Erfahrung teilen können,” erklärt Ramaker. Mit Blick in die Zukunft prognostiziert David J. Sangree, Leiter für Gästeberatung für US Realty Consultants in Cleveland, Ohio, dass sich der Trend zum „Größeren und Schnelleren” für Anlagen in Hallenfreizeitparks in der vorhersehbaren Zukunft fortsetzen wird, worauf 19 neue Hallenressorts oder -erweiterungen hinweisen, die in diesem Jahr ihre Toren öffnen sollen. Wie auch in der Branche der Vergnügungsparks haben die Besitzer und Betreiber von Hallenwasserfreizeitparks erkannt, dass sie ständig daran arbeiten müssen, neue Elemente hinzuzufügen und das Konzept „frisch“ zu halten, um neue Familien anzulocken und damit Besucher immer wieder zurückkommen, meint Sangree. Da bedeutet „schnellere, höhere, steilere, kompliziertere Wasserrutschbahnen und -röhren“. Nelson zufolge kann Kalahari dies bieten: „Wir versuchen in größerem Rahmen zu denken und uns bei unseren Ideen nicht von räumlichen Begrenzungen beschränken zu lassen. Wenn wir glauben, dass etwas stark genug ist, machen wir Platz. In diesem Geschäft muss man eine offene Denkweise behalten und die Dinge so gestalten, dass sie funktionieren. Unternehmen, die keine Wände einreißen möchten, um eine großartige Bahn mit aufnehmen zu können, werden Verluste hinnehmen müssen.“
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