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Immer auf Achse

Andy Quinn von Kennywood arbeitet täglich daran, eine Brücke zwischen der Öffentlichkeit und seinem Park zu schlagen.

Von Tim O’Brien

In seiner Position als Direktor für Öffentlichkeitsarbeit für Kennywood Entertainment hat Andy Quinn hart gearbeitet, hart für seine Interessen gekämpft, viel gelernt und hat sich so zu einem wahren „Kenner der Straße“ entwickelt.

„Autobahnprojekte sind wichtig für Kennywood“, erzählt Quinn Funworld. „Unser Park ist in Pittsburgh und in der Umgebung sehr bekannt, und unsere Eintrittszahlen sind zufriedenstellend, aber wie Ihnen jeder, der hierher kommt erzählen wird, ist es nicht einfach, uns zu erreichen. Die Leute zum Park zu bringen, war schon immer eine schwierige Herausforderung“.

Zusätzlich zu seinen anderen Öffentlichkeits- und Regierungstätigkeiten ist Quinn außerdem ein Mitglied des Direktorenrats der Metropolitan Planning Organization (MPO), einer Städteplanungsvereinigung, und hat damit eine wesentliche Position für einen Mann inne, der ein Unternehmen vertritt, das für sein zukünftiges Langzeitwachstum von einer neuen Autobahn abhängt. „In Pennsylvania wird nichts ohne die Genehmigung der MPO gebaut“, sagt Quinn.

Um die Nachfrage nach einer neuen Autobahn, die Teile von West Virginia mit der Gegend von Pittsburgh verbinden soll, zu unterstreichen, haben Kennywood-Funktionäre Anfang des Jahres eine Studie herausgegeben, die zeigt, dass der Park eine jährliche Wirtschaftskraft von 136 Millionen US-Dollar hat. Dadurch ist es das größte Einzelunterhaltungsunternehmen im westlichen Pennsylvania. Als Vergleich wird das Franchiseunternehmen für die oberste Liga des Baseball-Clubs Pittsburgh Pirates mit 125 Millionen US-Dollar genannt, neben 85 Millionen US-Dollar für die nationale Fußballliga Pittsburgh Steelers. Gleichzeitig gab der Park bekannt, dass er etwa 2,6 Millionen US-Dollar für zwei Parzellen angrenzendes Land mit insgesamt ca. 10 Hektar bezahlt hat, um den Park um weitere Achterbahnen und möglicherweise einen Indoor-Wasserpark zu erweitern.

All diese Erweiterungen hängen jedoch vom Bau der Mon-Fayette-Schnellstraße ab. Nur ca. 150 Meter vom bestehenden Kennywood-Parkplatz wird eine Ausfahrtsrampe gebaut und Quinn schätzt, dass bis zu 700.000 weitere Besucher pro Jahr den Park besuchen kommen, sobald die Autobahn fertig ist.

Straßenkämpfer

Quinn ist der Verbindungsmann des Parks zur Regierung des US-Bundesstaats Pennsylvania und fährt daher mehrmals im Monat die ca. 320 Kilometer von Pittsburgh und der Hauptstadt von Pennsylvania, Harrisburg, und wieder zurück. Dort hat er hart dafür gearbeitet, die Vergnügungssteuer in Pennsylvania abzuschaffen, eine Änderung, die für alle Vergnügungsunternehmen dort von Vorteil sein wird. Als Vorsitzender des Ausschusses für Regierungsbeziehungen der IAAPA berät Quinn diese Abteilung sowie den Aufsichtsrat der IAAPA zu Entwicklungstrends auf Bundes- und Landesebene. Er besucht häufig das Parlament von Pennsylvania und entsprechende Mitglieder des US-Kongresses im Capitol Hill in Washington, D.C., um die Beamten über Themen, die die Vergnügungsindustrie betreffen, zu informieren.

„Andy's solides Wissen um kleine Parks ist für seine Rolle als Vorstand für Regierungsbeziehungen ausgesprochen wertvoll. Nicht nur mag er diese Branche sehr und weiß viel über sie; er macht auch seinen Job außerordentlich gut und hat ausreichendes Wissen hinsichtlich des Bedarfs nach einem kohäsiven Regierungsbeziehungsprogramm“, sagt Randy Davis, Vice President für Regierungsbeziehungen für die IAAPA. „Er versteht, wie die Regierung funktioniert, und er weiß, was er tun muss, um am Ball zu bleiben und die Entscheidungen der Gesetzgeber am besten zu beeinflussen.“ Davis sagt außerdem, dass Quinn dabei geholfen hat, die Zukunftspläne der IAAPA mitzugestalten.

Quinn ist außerdem in der PAPA aktiv, der Gesellschaft für Parks und Attraktionen in Pennsylvania, in deren Vorstand er seit Mitte der achtziger Jahre arbeitet und dessen Präsident er in den Jahren 1991 bis 1992 war. Heute ist der Vorstand für Regierungsbeziehungen der PAPA.

Wenn man den Lebenslauf von Quinn liest, könnte man daraus schließen, dass Regierungsbeziehungen seine Stärke sind. „Ja, der Trend führt eindeutig dort hin“, lacht Quinn. „Ich liebe den politischen Aspekt, aber er macht mich auch komplett verrückt. Einmal wurde ich dazu gedrängt, für ein Amt zu kandidieren und fast hätte ich es getan. Aber dann sah ich die Lohn- und Gehaltsskala und als ich an die obligatorischen Buffets dachte, entschied ich mich dafür, lieber ein Lobbyist zu bleiben“.

„Andy ist besonnen, sympathisch, und soweit ich weiß, niemals aus der Ruhe zu bringen. Nichts scheint ihn abzulenken oder zu entmutigen“, sagt Ausschussmitglied und Industrieanwalt Wayne Pierce der Pierce Rechtsanwaltskanzlei in Annapolis, Maryland. „Er ist ein lustiger Zeitgenosse, aber bleibt trotzdem immer professionell und zuvorkommend. Er fühlt sich in der politischen Arena definitiv wohl“.

Familiäres Vermächtnis

Quinn gehört zur vierten Generation der Nachkommen seines Urgroßvaters, A.S. McSwigan, die für Kennywood arbeiten. McSwigan schloss sich im Jahr 1906 mit F.W. Henninger zusammen, um den 8 Jahre alten Park von der Monongahela Street Railway Company zu übernehmen. Seitdem gehört er diesen beiden Familien und wird von ihnen betrieben (Quinns Vater Tom mochte das Geschäft nicht und arbeitete nur ein einziges Jahr Vollzeit im Park).

Während seiner Universitätsjahre in Wheeling (West Virginia) arbeitete Andy Quinn in den Sommermonaten bei Kennywood, um sich selbst finanziell zu unterstützen. Nachdem er sein Studium im Jahr 1976 mit einem akademischen Grad für Betriebswirtschaft abschloss, wusste er zunächst nicht, welchen Karriereweg er einschlagen sollte. Sein Vater wies ihn darauf hin, dass seit fast einem Jahrzehnt kein Mitglied aus der Reihe der McSwigan-Besitzer des Parks dort gearbeitet hätte und schlug vor, dass sein Sohn dem Familienbetrieb beitreten solle.

„Er war pfiffig“, erinnert sich Quinn mit einem Lächeln. „Er sagte: ‚Andy, geh’ in den Park, gib’ mir fünf Jahre dort und dann kannst du aufhören und tun, was du willst.’ Innerhalb dieser fünf Jahre heiratete ich natürlich und gründete eine Familie und konnte es mir nicht leisten, wegzugehen. Außerdem hatte ich mich in das Parkgeschäft verliebt, und er wusste genau, dass das passieren würde. Er hat mich echt erwischt und rückblickend bin ich wirklich dankbar darüber“.

Beide Parteien der heutigen Eigentumsstruktur, die Henninger-Familie und der Clan der McSwigans, versuchen nicht zu sehr zu betonen, dass er „ein Besitzer dieses Parks“ ist“, sagt Quinn. „Meine Einstellung ist, dass ich hier arbeite. Klar kann man mich nicht so leicht rauswerfen und mich loswerden, aber ich bin dennoch ein Angestellter“. Während all der Jahre und obwohl niemals bekannt gegeben wurde, dass er ein Familienmitglied war, wussten seine Mitangestellten, wer er war. Heute arbeiten zwei seiner Söhne, damit Familienmitglieder der fünften Generation, im Park. Um jegliche Anzeichen potenzieller Vetternwirtschaft zu vermeiden, nennen Sie ihn Andy.

Ein Familienmitglied zu sein, hat Vorteile, aber ebenso auch Nachteile, laut Quinn. „Als Familienmitglied wirst du einfach etwas anders angesehen und du musst jederzeit 110 Prozent geben“, sagt er. „Andere Mitarbeiter sehen dich als Führungskraft und folgen deinem Beispiel. Egal, ob wir Müll aufheben oder mit unseren Gästen interagieren: die anderen Mitarbeiter bemerken sofort, wenn wir ein wenig nachlassen und sehen es als ein Zeichen, es uns nachzutun“.

Quinn sagt, dass er damit „zufrieden“ ist, dass die Vielzahl von Arbeitsplätzen, die er bei Kennywood in den vergangenen Jahren innehatte, den Park für zukünftige Generationen verbessern wird. „Als Premier Parks in den 90er Jahren alle Parks in Familienbetrieb aufkaufte, machten Sie uns ein unglaubliches Angebot, das so gut war, dass wir die treuhänderische Verantwortlichkeit hatten, dem Aufsichtsrat diesen Vorschlag zu unterbreiten“, erinnert sich Quinn. Letztendlich war der Familienstolz stärker als das Geld und jeder verpflichtete sich aufs Neue dazu, den Park zu behalten. „Natürlich war es in den nächsten drei Jahren kein Zuckerschlecken“, lacht Quinn.

Er sagt aber, dass sich ihm in diesem Zeitraum etwas offenbarte: „Nachdem mein ältester Sohn Ryan hörte, dass wir einen Verkauf in Betracht zogen, sagte er etwas, dass mich direkt im Herzen traf und viel Sinn machte. Er sah mich an und sagte: 'Papa, wir haben es nicht gekauft, also sollten wir es auch nicht verkaufen.'“.

Familiäre Anpassungen

Nachdem er nach seinem Universitätsabschluss anfing, im Park zu arbeiten, fand Quinn schnell heraus, dass diese Arbeit mehr ein Lifestyle als ein Job war. „Hier muss man sich wirklich einbringen, wenn man überleben will“, betont er. „Für mich als jungen Mann war das eine riesige Verpflichtung und ein echter Nachteil beim Aufbau unserer jungen Familie. Es war seltsam, Leute zu sehen, die im Juli Urlaub machten, denn wir mussten immer die Kinder aus der Schule nehmen und unsere Ferien im September oder Oktober planen“.

Anders als andere Familien in der Parkindustrie verbrachten die Quinns nicht viel Zeit im Park. „Sie kamen zweimal im Jahr raus, einmal zu ihren Frühlingsferien und dann wieder zur Fall Fantasy, einer Werbeaktion kurz vor Schulbeginn. Ich sah den Park einfach als Arbeitsplatz. Möchten Sie Ihre Kinder und Ihre Frau den ganzen Sommer über im Büro haben?“

Quinn heiratete sein „College Sweetheart“, Anne Mathison und sie hatten drei Söhne zusammen: Ryan, J.T. und Pat. Im April 2004 verloren Quinn und seine drei Buben Anne durch eine Krebskrankheit. „Das war eine seh traurige Zeit für unsere Familie und Freunde“, erinnert sich Quinn.

Während seiner Universitätszeit arbeitete er zunächst im Sommer als Parkplatzaufsicht und später als Bediener von Fahrgeschäften. Nachdem er anfing, Vollzeit im Park zu arbeiten, nahm er Jobs als Leiter von vier verschiedenen Gastronomiebetrieben an: Dem Full-Service-Restaurant, der Cafeteria, der Mitarbeiterkantine und den Banketteinrichtungen. Im Jahr 1982 brauchte der Park einen Verkäufer für Firmenpicknicks. „Ich bin ein Ire mit einem großen Mundwerk, also bekam ich den Job“, sagt er.

In jenen Tagen hieß es, dass jemand, der im Büro sitzt, sein Job nicht macht, bemerkt Quinn. „Früher reisten Vertriebsleute durch die Gegend, machten unangemeldete Besuche und konnten damit höchstens vier bis fünf potenzielle Kunden pro Tag treffen“, sagt er. „Das sind vier bis fünf persönliche Kontakte, verglichen mit den 40 bis 50 Kontakten, die man heute per Telefon erreicht“. Er richtete ein Anrufsystem ein und hatte jedes Mal, wenn er das Büro verließ, bereits einen festen Termin – ein Konzept, das viele Kollegen zu jener Zeit nicht verstanden. „Es war einfach logisch. Und einfach zu verkaufen. Entweder sie wollten ein Picknick im Kennywood oder nicht. Mit einem Anruf konnte ich das sofort klären“.

Die Technik, die Quinn anwandte, war rationeller und es dauerte nicht lange, bis die anderen davon überzeugt waren, dass es ein guter Ansatz war. „Schon im ersten Jahr konnte ich 35 neue Firmen überzeugen“, sagte er. Er blieb drei Jahre lang ausschließlich im Verkaufsbereich. Carl Hughes, der zu dieser Zeit Firmenpräsident war, war für alles zuständig, das nicht den Betrieb betraf, einschließlich Öffentlichkeitsarbeit und Verkaufsförderung. Im Jahr 1985 dachte er, es seit Zeit, den Kommunikationsbereich an jemand anderen zu übergeben und Quinn war der Auserwählte.

„Es machte Spaß und war außerdem sehr kreativ“, sagt Quinn. „Damals boten wir keine Rabatte an, um Leute in den Park zu bringen, statt dessen erfanden wir Initiativen, die sie anlockten, wie z.B. „Jell-O-Jumps“, bei denen Leute in eine Grube voller Wackelpudding sprangen, um nach einem Schlüssel für ein neues Auto zu suchen (als Randbemerkung weist Quinn darauf hin, dass er diese Werbeinitiativen nicht nur plante, sondern auch am Tag des Events immer „sehr früh“ da war - um zum Beispiel den Wackelpudding zu machen).

Aus seinem Job für Öffentlichkeitsarbeit und Verkaufsförderung bewegte sich Quinn langsam in Richtung Werbung. Im Jahr 1982 kaufte Kennywood den nahe gelegenen Idlewild Park und im Jahr 1989 baute es seinen ersten Wasserpark, Sandcastle. Im Jahr 1990 war Quinn der Leiter für Marketing- und Werbung für alle drei Parks. 1992 „hatten wir für jeden Park eine Person, die sich um Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung kümmerte, und ich ging wieder zurück zum Konzernvertrieb, wo ich mit den großen Unternehmen arbeitete“, sagt er.

In dieser Zeit wurde Quinn in Öffentlichkeits- und Regierungsbeziehungen involviert. Wegen des Bekanntheitsgrades des Parks gab es ziemlich viele Anfragen für Kennywood-Mitarbeiter, sich in den Gemeinden und den Aufsichtsräten anderer Organisationen zu engagieren. Quinn war derjenige, der diesen Schritt unternahm. 1997 wollte er sich der IAAPA anschließen. „Carl (Hughes) wollte, dass ich mich in unserer Branchenvereinigung engagiere und gleichzeitig aus den Aufsichtsräten verabschiede, die nicht direkt mit unserem Geschäft zu tun hatten“, sagt Quinn. Im Jahr 1998 wurde er bei 10 lokalen Vorständen ausgewechselt und wurde in den Aufsichtsrat der IAAPA gewählt.

Ironischerweise hat Quinn praktisch jeden Job im Park gemacht, hatte aber niemals Ambitionen zum Führen des Unternehmens. „Ich hatte immer das Gefühl, dass ich als Familienmitglied die Richtung des Parks auf andere Art und Weise bestimmen konnte“, sagt er. „Mir war immer klar, was ich gut konnte und was ich beitragen konnte, und blieb immer innerhalb dieser Grenzen“.

Acht Jahre später, mit 52 Jahren, ist Quinn nun froh dass er mit der IAAPA beschäftigt ist. „In ungefähr fünf Jahren möchte ich ein wenig von meiner Arbeit bei Kennywood zurückziehen, mich mehr in der IAAPA involvieren und mich durch die verschiedenen Ämter arbeiten“, sagt er Funworld. Er fügt hinzu, warum er glaubt, dass er eine gute Führungskraft für die größte Vereinigung von Attraktionen in der Welt sein würde: „Mein Background ist anders als der anderer in diesem Geschäft und damit könnte ich einige neue Gedanken und Erfahrungen auf den Tisch bringen“.

In der Zwischenzeit heißt es Achterbahnen, Karusselle und Politik für Quinn. „Ich habe Visionen von diesem wundervollen 12 Meter langen Boot, auf dem ich in den Florida Keys leben würde und mit dem ich jeden Sommer nach Norden segeln könnte. Das könnte sehr wohl passieren, ich weiß bloß noch nicht wann“, träumt er.


Startbereit zu neuen Faszinationen
Eine neue Generation junger Designer signalisiert eine vielversprechende Zukunft für Attraktionen
Von Keith Miller

Viele von uns waren schon in Themenparks, Vergnügungsparks, Zoos und Museen und bewunderten die innovative Begabung, die hinter vielen dieser Attraktionen steckt. Von lebensechten Robotern und statischen Figuren über detaillierte Skulpturen bis hin zu atemberaubenden Rides, die Nervenkitzel hervorrufen, und zu hervorragendem Theming werden wir von der Magie dieser bemerkenswerten Werke erfasst. Aber haben Sie sich je gefragt, wie die Designer dieser erstaunlichen Arbeiten anfingen, wo sie ihre Fähigkeiten erlernten und wovon sie inspiriert werden?

Für einige dieser aufsteigenden Designer entwickelte sich diese Leidenschaft, als sie noch Kinder waren und in Themenparks, Zoos und Museen gingen und von dem, was sie dort sahen und erfuhren, begeistert waren. Bei anderen kam es vom Kino und von Videospielen, oder von etwas, das sie in der Schule lernten. Aber alle mussten erst einmal ihr Handwerk lernen, um ihr glühendes Interesse und ihr ungeschultes Talent in etwas Greifbares umzuformen, das wir nun alle genießen können.

Eine Schule, die viel davon vermittelt, was junge Designer benötigen, um neue Werke für die Vergnügungsindustrie zu schaffen, ist das Art Institute of Pittsburgh (AIP) im US-Bundesstaat Pennsylvania. Diese Universität gibt es bereits seit über 80 Jahren, sie hat sich aber in den 80er Jahren mehr und mehr auf die Fähigkeiten spezialisiert, die für Industriedesigner für Attraktionen notwendig sind. Studenten des Lehrplans für Technologisches Industriedesign der Schule lernen, wie man Designprojekte vom Konzept über die Modellerstellung bis hin zur Präsentation eines Prototyps trägt.

„Im Jahr 1988 sah unser Leiter für Industriedesign die Notwendigkeit für 3D-Design und 3D-Modelle, aber dachte nicht wirklich an Industriedesign“, sagt Jim Yedinak, der Leiter der akademischen Abteilung für Industriedesign. „Schließlich führte es doch dazu, was wir heute anbieten können, den Studiengang Bakkalaureus der Wissenschaften (BS) für Industriedesign. Wir bieten außerdem einen akademischen Grad (Associate Degree) für Modellhersteller und –produzenten.“

AIP bietet laut Yedinak einen Kurs für Umweltdesign an, der sich oft in Richtung Theming bewegt, und zusätzlich drei Kurse für Mechanische Geschöpfe, sowie zwei Kurse für Mechanische Masken, die ein Teil der Schiene Spezialeffekte der Abteilung sind. „Zur Fertigstellung eines richtig guten mechanischen Geschöpfes braucht ein Student zwei oder drei Quartalssemester“, bemerkt Yedinak. „Da stecken viele Stunden Arbeit drin". Aber es geht nicht nur um die mechanischen Einzelheiten eines Designs. „Sie verbinden immer die Maske oder das Geschöpf mit einer Geschichte“, fügt er hinzu.

Sobald die Studenten reif für den Abschluss sind, gehen sie zu Kristin Miller, der Stellenberaterin für die Abteilung Technologisches Industriedesign. „Pro Quartalssemester kommen 20 bis 25 Studenten, die ihren Abschluss im Kurs Spezialeffekte und Produktdesign machen und Arbeit suchen“, sagt sie. „Einige von ihnen erhalten die Chance, ein Praktikum bei einer Firma für Spezialeffekte hier in der Stadt zu machen“.

Yedinak sieht eine der Hauptaufgaben für Studenten in der Abteilung für Industriedesign darin, den harten mechanischen Geschöpfen ein Gesicht zu geben. „So können beispielsweise Maschinenbauingenieure Roboter machen, aber sie wissen nicht, wie man es anstellt, sie wie Menschen aussehen zu lassen", erklärt er. „Nachdem der Roboter funktioniert, geben sie ihn weiter an einen Industriedesigner, der dafür sorgt, dass er gut aussieht. Fünfundneunzig Prozent des gesamten Herstellungsmaterials der Welt wird dazu verwendet, die mechanische Last zu tragen ... es sind die restlichen 5 Prozent, die die Illusion hervorrufen“.

Im Anschluss finden Sie die Kurzbiografien von fünf jungen, talentierten Designern, alle Anfang Zwanzig. Einige arbeiten in der Unterhaltungsbranche, während andere noch zur Schule gehen oder kürzlich ihren Abschluss machten und über ihre nächsten Schritte nachdenken. Sie erörtern, was ihr Interesse an der Designarbeit weckte, was sie mit ihren Talenten anfangen möchten und was sie inspiriert.

Robert Bennett

Robert Bennet hat schon seit seiner Kindheit mit offenen Augen von lebensechten Robotern geträumt. „Als ich ein Kind war, gingen wir zu Disney und Six Flags und ich war immer schon begeistert von lebensechten Robotern“, sagt Bennett. "Aber erst als er „Jurassic Park“ sah, wurde ein ernsthaftes Interesse an diesen „Animatronics“ in ihm erweckt. Ich fing an, mit verschiedenen Materialien zu experimentieren und damit das Haus meiner Eltern in die Luft zu jagen, also entschied ich mich dafür, dies lieber an der Uni zu tun. Ich war bestimmt keines dieser „High School-Kids“, die nicht wussten, was sie mit ihrem Leben anfangen sollten“.

Der einundzwanzigjährige Bennett hat für SeaWorld und Disney gearbeitet und hat ihm Januar bei KX International in Orlando, Florida angefangen, die für Themenparks, Zoos, Museen und andere Attraktionen maßgeschneiderte, lebensechte Roboter, Requisiten und Theming herstellen. Er äußert: „Im Moment arbeiten wir an einigen lebensechten Robotertieren für einen Zoo und einigen Geschöpfen für das „Rainforest Café“.

Bennet machte seinen Abschluss am AIP in Pittsburgh im Jahr 2004 und sagt, dass er an der Universität gelernt hat, wie man CAD-Systeme (Programme für computergestütztes Design) und Form-Z, einfortschrittliches Computerprogramm für 3D-Modelldesign benutzt. „Außerdem lernten wir in den Kursen Mechanische Geschöpfe 1 und 2, wie man Geschöpfe formt und sie richtig gießt“, erklärt Bennet. "Weiterhin verwendeten wir Servomotoren, um zu lernen, wie man sie in Bewegung bringt“.

Auf die Frage, was seine Eltern und Freunde von seiner Leidenschaft halten, antwortet Bennett: „Sie lieben es. Sie verstehen nicht genau, um was es sich handelt, aber sie glauben, dass es der wunderbarste Job überhaupt ist. Viele Leute müssen einfach täglich ganz nüchterne Arbeiten verrichten. Aber ich würde diesen Job wahrscheinlich auch machen, wenn sie mich nicht dafür bezahlen würden“.

„Das aufregendste für mich ist, dass ich irgendetwas in einem Warenhaus irgendwo mache – ein Geschöpf, das weint oder lacht oder so was – und die Leute sehen das und freuen sich jahrelang darüber“, sagt er. „Kinder möchten bestimmte Geschöpfe unbedingt sehen und wir machen ihre Träume wahr.“ Er sagt, dass seine größte Bestrebung ist, einen lebensechten Roboter-Dinosaurier zu machen, der „echter“ aussieht und reibungslosere Bewegungen macht. „Ich hätte gerne meine eigene Firma, damit ich die Leitung übernehmen kann“, sagt er. „Ich würde gern an größeren Projekten für Themenparks arbeiten“.

Die Arbeit in der „wirklichen Welt“ hat den Enthusiasmus von Bennett nicht gedämpft. „Seit ich hier bin (Orlando), war ich fast jeden Tag in den Parks“, erklärt er. „Mein Favorit ist immer noch „Spaceship Earth“ (Epcot), aber ich liebe „Revenge of the Mummy“ (Universal Orlando) und kann es kaum erwarten, den Yeti in „Expedition Everest“ (Disney’s Animal Kingdom) zu sehen“.

Dan Kanitz

„Ich glaube, dass Sie in Einkaufspassen und Firmen von Robotern begrüßt werden". Dies ist der faszinierende Blick in eine mögliche Zukunft von Danny Kanitz, einem Zweiundzwanzigjährigen, der gerade sein akademisches Abschlussexamen für Industriedesign mit Konzentration auf Spezialeffekte am Art Institute of Pittsburgh gemacht hat.

Wie alle anderen Jungdesigner hat Kanitz sein leidenschaftliches Interesse an der Welt der Unterhaltungsattraktionen in Vergnügungs- und Themenparks entwickelt. „Als ich jung war, ging ich in den Cedar Point-Park und zu den Universal Studios und fand das Zeug einfach wunderbar“, sagt er. „Filme wie „Star Wars“ haben mich ebenfalls beeinflusst“.

Aber sein wirkliches Interesse liegt bei lebensechten Robotern. „Ich habe mein ganzes Leben lang mit funkgesteuerten Autos gespielt, also hatte ich ein Gefühl dafür, wie „Animatronics“ funktionieren“, bemerkt er. „Am Art Institute lernten wir viel über mechanische Masken, an welcher Stelle ein mechanisches Gerät über einem menschlichen Kopf platziert wird und wie man einen Schädel formt und dann Servomotoren hinzufügt“.

Kanitz sagt, es gibt immer noch viele Probleme mit lebensechten Robotern, die gelöst werden müssen: „Die Pneumatik ist zu laut und ich denke darüber nach, wie man das verbessern könnte“. Was er am aufregendsten findet, ist, dass er etwas schafft und die Leute nicht wissen wie es funktioniert. Er fügt hinzu: „das Schwierigste ist die Planung dessen, wie es funktioniert, und man muss außerdem sehr organisiert arbeiten“.

Kanitz wurde in das „Master's Program" an der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh aufgenommen, denkt aber darüber nach, ob er mit seiner Ausbildung weitermachen soll oder ein Jobangebot vom Creation Museum in der Nähe von Cincinnati, Ohio annehmen soll. Er fügt dann aber hinzu: „Eigentlich ist es mir egal, was ich mache, Hauptsache, ich arbeite mit lebensechten Robotern“.

Jason Battin

Jason Battin, ein Designstudent am Art Institute of Pittsburgh macht seinen Abschluss im Dezember und er hat bereits ein Konzept für eine neue Achterbahn im Kopf. „Ich habe eine Idee für eine Unterwasser-Autobahn. Den technischen Teil habe ich noch nicht komplett ausgearbeitet, aber diese Achterbahn würde über dem Wasser beginnen, dann werden Sie in einen Plexiglas-Polycarbonat-Tunnel gezogen und das alles liegend, mit Blick auf den Himmel, mit Spezialeffekten auf dem Wasser. Das Wasser würde zwar an einem vorbeifließen, aber man bliebe trocken“.

Der einundzwanzigjährige Battin erwähnt, dass Rides wie „Revenge of the Mummy“, die neue und kreative Ideen verwenden, ihn inspiriert haben, und er sagt, dass das eines der wichtigsten Aspekte, die er an der AIP gelernt hat, war, dass man als Designer nicht einfach in einem Vakuum schaffen kann. „Man muss dauernd rausgehen und sich Dinge ansehen“, betont er. „Man kann nicht einfach sitzen bleiben und ohne [Input] ein Design entwickeln, sonst wirkt es erzwungen und unvollständig“.

Battin hat sich an Kursen für Umweltdesign eingeschrieben und an Ausstellungsdesigns wie kleinen Parkkiosken gearbeitet. Durch all dies hat er eine Lektion gelernt, die viele Designer von Rides verstehen werden: „Der schwierigste Teil beim Design ist die Ergonomie, damit jeder auf der Welt in das, was du baust, passt“.

Zu seinen Ambitionen befragt, teilt Battin mit: „Ich würde gerne Architektur studieren und ich wäre gern an der Spitze [beruflich]. Und ich würde wirklich gern draußen arbeiten“.

Mo Nasr

„Seit frühester Jugend schon war ich fasziniert von Achterbahnen“, sagt der dreiundzwanzigjährige Mo Nasr, ein Techniker für Rides bei Great Coasters International in Hebron, Kentucky. „Als ich aufwuchs, ging ich zu Magic Mountain, Disneyland und Knott's Berry Farm. Ich mochte Achterbahnen, egal ob Holz oder Stahl, weil es ein kontrollierter Nervenkitzel ist. Du hast was das Gefühl „da draußen“ zu sein, aber du bist immer noch an eine Spur gebunden“.

Nasr hat sein Maschinenbau-Grundstudium an der Yale University abgeschlossen, gefolgt von einem akademischen Grad für Ingenieurhochbau an der MIT. Er sagt, dass er einige Kurse von der Uni heute im Job brauchen kann, zum Beispiel Stahl- und Betonbau, und einen Kurs in Dynamik, in dem er gelernt hat, wie für seismische und Windbedingungen gebaut werden muss.

„Im Moment überprüfe ich gerade einige Skizzen“, sagt Nasr. „Ich habe ein paar Designs und Prüfungen für die Brücken, an denen die Tracks sich überkreuzen, gemacht. Wir arbeiten an zwei hölzernen Achterbahnen, eine für hier in den Vereinigten Staaten und eine für Europa“.

Das schwierigste am Designprozess, so Nasr, ist für ihn, „dass er erst seit einem Monat [für Great Coasters] arbeitet und deshalb die Früchte seiner Arbeit noch nicht sehen kann. Ich kann es kaum erwarten, bis wir eines dieser Projekte abgeschlossen haben“.

Auf die Frage, ob er irgendein neues Designkonzept entwickelt oder sich erträumt hat, das in der Branche noch nicht gemacht wurde, lamentiert Nasr: „Ich hatte zwei großartige Ideen, aber inzwischen wurden sie bereits verwirklicht. Ich dachte daran die Wagen außerhalb der Spur anzubringen, aber das wurde bereits in „X“ (in Magic Mountain) gemacht und ich hatte die Idee von plötzlichen Stopps und Starts, aber das wurde bereits in „Revenge of the Mummy“ verwirklicht“.

Aber damit enden seine Träume und Ambitionen noch lange nicht: „Ich hätte gern eines Tages meine eigene Firma oder meinen eigenen Park“.

Shawn McKinney

Shawn McKinney sagt, dass seine Erfahrungen im Cedar Point-Park als Kind, zusammen mit Spielfilmen und der Bewunderung für den Marionettenmeister Jim Henson sein Interesse an Unterhaltungsattraktionen inspirierten. „Ich habe wirklich ein Interesse an Design entwickelt und wollte einfach dreidimensionale Kunst schaffen“, sagt er. „Was ich am aufregendsten finde ist, Sachen zu machen, die echt aussehen, dann die verschiedenen Bewegungen und die neue Technologie“.

Der einundzwanzigjährige McKinney, der im September des Jahres 2004 seinen Abschluss in der Abteilung Industriedesign der AIP machte, arbeitet im Moment als Animatronics-Künstler bei KX International in Orlando, zusammen mit Bennett. „In den vergangenen drei Wochen haben wir an diesen Orang-Utans gearbeitet, einem Baby mit seiner Mutter, und sie sehen so wunderschön aus“, sagt McKinney. „Sie haben 10 oder 15 Bewegungen und sehen einfach total realistisch aus. Ich bin richtig stolz auf sie“.

McKinney, der sagt, er würde gerne eines Tages für Jim Hensons Firma arbeiten, bekommt seine Inspirationen von Filmen, Kunstmagazinen und den verschiedenartigen Tieren im Zoo.

Da er in Orlando lebt, bekommt er auch genug von den erstaunlichen Attraktionen in den Themenparks der Gegend zu sehen. „Als ich das erste Mal den „Tree of Life“ (Disney’s Animal Kingdom) sah, war ich einfach baff erstaunt“, äußert er. „Es verblüfft mich auch, wie Marionetten und lebensechte Roboter immer moderner werden“.

Wenn McKinney versucht, seinen Freunden und seiner Familie seine Arbeit zu erklären, kapieren sie es nicht gleich. „Sie haben keine Ahnung“, scherzt er. „Sie sagen: „Aha, klingt gut“. Dann zeige ich ihnen ein Bild und sie sind einfach überwältigt“.


Der Interviewer

Gene Columbus, der Leiter der Abteilung für die Stellenbesetzung im Unterhaltungsbereich in Walt Disney World, unterrichtet Hoffnungsträger mit Anekdoten und Lektionen aus seiner Zeit in Hollywood und im Magic Kingdom.

Von Tricia Vita

Unter all den Leuten in Walt Disney World ist Gene Columbus, der vielgeliebte Leiter der Abteilung für Stellenbesetzung im Unterhaltungsbereich eine Legende, nicht nur wegen seiner Fähigkeit zum Geschichten erzählen, sondern auch wegen seinen Techniken bei Vorstellungsgesprächen. „Sie ziehen mich auf wie ein Uhrwerk und lassen mich über Kreativität, Führung und das Disney-Erbe sprechen“, sagt Columbus, der seit 35 Jahren bei Disney arbeitet und eindeutig jede Minute davon genießt. Die Geschichten von Columbus sind Auszüge seiner Lebenserfahrung, die er als Weisheiten an neue Praktikanten wie Manager weitergibt. Seine Interviews sind „wie eine Unterrichtsstunde, eine Beratungssitzung, eine Lektion in Betriebswirtschaft und der Beginn einer neuen Freundschaft“, sagt Greg Bell, der sich glücklich schätzt, von der Abteilung von Columbus eingestellt worden zu sein und zwei Jahre dort arbeitete, bis er zur Abteilung Künstlerkontakte wechselte.

Zurück zur Schule

Fragen Sie einfach irgendjemand in den Abteilungen Unterhaltung oder Betrieb über die „Schule von Gene Columbus“ und höchstwahrscheinlich wird jeder lachend antworten, dass sie dort graduiert haben. Die „Schule“ ist eigentlich eine einstündige Achterbahnfahrt eines Bewerbungsgesprächs, das mit einem Rollenspiel über drei Leute in einem Parkplatz beginnt. „Ich habe mit vielen, vielen Menschen ein Vorstellungsgespräch geführt. Wahrscheinlich Tausenden. Hunderte wurden eingestellt. Einige Leute sagten, dass sie den Interviewvorgang wirklich aufschlussreich fanden, weil sie dabei etwas über Ihre Fähigkeiten zur Entscheidungsfindung herausfanden“, sagt Columbus, der auf Personalbeschaffungsmaßnahmen, die jenseits von polierten Lebensläufen keine Substanz haben, verzichtete, als er im Jahr 1977 nach Orlando kam. „Andere sagten, dass sie gingen und dachten, miserabel versagt zu haben und dann überrascht waren, als sie zurückgerufen wurden, ihnen gesagt wurde, wie prima sie abgeschnitten hätten und ihnen ein Job angeboten wurde.

Der Chef von Columbus, Rich Taylor, heute Vizepräsident für Stellenbesetzung und Kostümausstattung im Unterhaltungsbereich, wurde vor 25 Jahren von Columbus als Bühnendirektor eingestellt. „Außer Entertainer und Unterhaltungsexperte war Gene außerdem immer ein Lehrer“, sagt Taylor, der sich an die Zeiten vor 25 Jahren erinnert, als die komplette Abteilung in ein kleines Büro oberhalb der Main Street im Magic Kingdom passte. Es gab nur sechs Bühnendirektoren und Gene war ihr Chef. „Gene nahm sich immer die Zeit, Leute zu trainieren, als Mentor zu fungieren und mit ihnen zu sprechen - und das tut er heute noch“, sagt Taylor.

Taylor und Bell beschreiben Columbus als den „Yoda“ der Unterhaltungsabteilung, zu der heute 5.000 Besetzungsmitglieder, 100 festangestellte Mitarbeiter, 40 Angestellte und viele Berater gehören. „Jeder spricht mit Gene über Jobmöglichkeiten und Entscheidungen und er ist einfach großartig, wenn es darum geht, draußen Talente zu finden und zu wissen, wie sie am besten zu uns oder woanders hin passen“, fügt Taylor hinzu. „Er geht außerdem sehr ehrlich mit den Leuten um. Wenn Sie für etwas bestimmtes nicht geeignet sind, wird Gene Sie in die richtige Richtung führen, weil er sich so gut auskennt. Er wird zwar für Sie keine Entscheidungen treffen, aber er wird Ihnen helfen, selbst herauszufinden, was das Beste für Sie ist".

An sich selbst glauben

Im Terminplan von Gene Columbus ist jeder Mittwochmorgen für Praktikanten der University of Central Florida (UCF) in der Theaterabteilung von Orlando reserviert, einem Programm, zu dessen Einrichtung Columbus wesentlich beitrug. Columbus ist ein außerordentlicher Professor an der UCF und lehrt Bühnenleitung.

Egal ob er als Mentor für junge Leute bei Disney, der Universität oder einer Theaterkonferenz fungiert: die 1. Lektion könnte immer den Titel haben: „Du kannst nicht erwarten, dass jemand an dich glaubt, wenn du nicht selbst an dich glaubst“.

Dies ist gleichzeitig die Geschichte der vom Glück begünstigten Einführung von Columbus ins Showbusiness.

Als er als Teenager für die beste Freundin seiner Schwester schwärmte, brachte ihn ein Botengang zur Ballettklasse der Mädchen, deren Lehrer meinte: „Oh, er wäre genau richtig!“ Innerhalb weniger Monate begann Columbus mit klassischem Balletttraining, das von einem Stipendium an einer Zweigstelle des American Ballet Theatre in Denver, Colorado unterstützt wurde.

Danach kam die Liebe zum Musiktheater. „Es gab da diesen unglaublichen und wundervollen Augenblick während der Schulzeit, als die Schauspiellehrerin etwas für eine Show aufzeichnen musste und ich darum gebeten wurde, für jemanden einzuspringen, der nicht auftauchte“, erinnert sich Columbus. „Es war einfach furchtbar, einfach schrecklich. Aber diese wundervolle Lehrerin nahm mich zur Seite und sagte so fürsorglich: „Junger Mann, erwarten Sie nicht, dass ich Ihnen glaube, was Sie vorlesen, bis Sie es wirklich selbst glauben“.“ Im Folgejahr war er ein Mitglied des Schauspielclubs. „Ich war süchtig danach“, sagt er.

Ein Hollywood-Zigeuner

Lektion Zwei in der Schule von Gene Columbus ist „Alles, was ich in diesem Geschäft gelernt habe, lernte ich im „Chorus“.“ Kurz vor seinem 20. Geburtstag wagte sich Columbus nach Hollywood, wo - nach all den Jahren klassischen Balletts - sein erster Auftritt der Twist mit Chubby Checker in einem Fernsehsender war. Nachdem er Gewerkschaftsmitglied wurde, wurde er zu einem sogenannten Hollywoodzigeuner und spielte in Filmen wie „Clambake“ mit Elvis Presley und „Funny Girl“. Columbus weist in seinen Gesprächen gern darauf hin, dass die letzten beiden Buchstaben im Wort „Chorus“ „US“, also „wir“ oder „uns“ lauten. „Es geht darum, zusammen zu arbeiten“, sagt er. „Es gibt keinen in unserer Branche, der alleine irgendetwas zustande bringen könnte, außer dem Stückeschreiber. Jeder von uns wird zu irgendeinem Zeitpunkt während des Prozesses zur wichtigsten Person“.

Eine der Geschichten von Columbus nimmt den Zuhörer mit nach Burbank, Kalifornien zu den Studios der Walt Disney Productions und lehrt die Lektion, dass im Showbusiness – wie im Leben auch – jeder einzelne wichtig ist, sogar ein sich abmühender junger Schauspieler, der als Ersatzmann für einen Filmstar arbeitet. „Ich stand da, sie richteten das Licht auf mich, ich schwitzte, sie sagten „das war’s, Leute“ und jeder haute ab, um sich einen Kaffee zu holen“, sagt Columbus und erinnert sich daran, wie er sich seine Referenzen für die Schauspielergilde verdiente, nämlich als Ersatzmann für Tommy Kirk in der Disney-Produktion „The Misadventures of Merlin Jones“. Der Lohn dafür kam im Restaurant des Filmstudios, als Columbus über seine Schulter guckte und der Typ hinter ihm sagte: „Hallo, ich bin Walt Disney“. „Ich verlor fast die Fassung und dachte: „Klar bist du Walt Disney". Er wollte wissen, wo ich her sei und was ich machte. Ich kann mich bis heute nicht daran erinnern, was ich damals sagte. Aber Sie können sich wohl den Anruf an meine Eltern vorstellen?“ Falls Walt Disney heute noch am Leben wäre, wäre er 103, aber weil er 1996 starb, haben ihn nur wenige der heutigen Disney-Mitarbeiter tatsächlich jemals getroffen.

Columbus benutzt die Geschichte als Lehrwerkzeug. „Die Tatsache, dass der Mann, dessen Name am Tor stand, durch das ich an diesem Morgen gegangen war, nicht annahm, dass ich wusste, wer er sei und etwas über mich wissen wollte – die unwichtigste Person auf dieser Bühne an jenem Morgen – spricht Bände über das Unternehmen und ganz sicher über diesen Mann. In diesem Augenblick entschloss ich mich dazu, ganz, ganz bestimmt ein Teil dieser Organisation sein zu können.

Disney on Parade

Am Valentinstag im Jahr 1970 wurde der Wunsch von Columbus wahr, als Bob Jani, der Leiter für Unterhaltung von Disney zu jenen Tagen, ihm einen Job als Bühnenleiter, Ballettmeister und als Prinz von Dornröschen für die nationale und internationale „Disney on Parade“-Tour und als Werbeträger für das bald zu eröffnende Walt Disney World Vacation Kingdom in Orlando, Florida, anbot. Aus der Sicht von Columbus jedoch schien das Verlassen von Los Angeles für eine bestimmte Zeit nicht unbedingt eine gute Karriereentscheidung zu sein. Die ursprüngliche dreimonatliche Verpflichtung wurde jedoch auf fünfeinhalb Jahre mit der Show und eine Karriere auf Lebenszeit mit Disney verlängert. „Es war eine herrliche Erfahrung“, sagt Columbus über die Tour, die ihn und seine Frau Becky, die ebenfalls tanzt, durch ganz Nord- und Südamerika sowie nach Australien und Neuseeland brachte. Ihre Lieblingserinnerung ist das Weihnachtsfest, das sie mit Mitgliedern der Truppe am Strand in Auckland verbrachten. „Wir haben uns unsere eigene Familie geschaffen“, sagt Columbus. Das Arbeitspensum war so groß, dass er zum Produktionsinspizienten befördert wurde, und weiterhin den Job als Ballettmeister innehatte. „Als ich nach Australien ging, war ich so eine Art Disney-Repräsentant, aber ich musste die Qualitätskontrolle der Show und der Kostüme überwachen und alle Probleme mit Burbank abhandeln“, erinnert er sich. „Natürlich riefen sie mich um 3 Uhr morgens an, weil das die Zeit war, zu der sie zur Arbeit kamen“.

Seine größte Herausforderung war der Transport von 70 Tonnen Ausstattung und 85 Personen um Südamerika herum „Heute nennen wir das was wir vor 25 Jahren taten, lachend „Disney on Wood“, weil wir diese etwa 15 mal 30 Meter große Bühne per Container übers Meer verschicken mussten, während der Rest von Stadt zu Stadt geflogen wurde“, sagt Columbus. „Disney on Parade“ war eine Gelegenheit für diejenigen, die nicht zu Disney gehen konnten. Disney kam zu ihnen“.

Alte Freunde

Columbus hatte im August seinen 65. Geburtstag. Sein Terminkalender ist voll mit Reden an Universitäten, auf Tagungen und Theaterkonferenzen. Er glaubt, dass dies die nächste Phase seiner Karriere sein wird. „Die letzte Phase meiner Disney-Karriere ist wichtig für mich. Ich hatte einige erstaunliche und bemerkenswerte Erfahrungen und es ist so wichtig, diese Erfahrungen mit anderen zu teilen“, sagt er.

Eine seiner Sitzungen heißt „Auf kreative Art und Weise niemals das gleiche einmal machen“.

Bei einer anderen geht es um die Prioritäten bei der Entscheidungsfindung, basierend auf seinem Training in der Unterhaltungsindustrie. „Alles was wir in dieser Branche tun, tun wir fürs Publikum“, bemerkt Columbus, der oft die Geschichte der Geburtstagsparty seines Vaters in Walt Disney World erzählt, um etwas verständlich zu machen. Wie Greg Bell sagt: „Gene liebt es, neuen Managern diese Geschichte zu erzählen, als Versuch, in seinen eigenen Worten die Essenz von dem, „was wir wirklich hier in Walt Disney World tun“ und dem „wofür Manager verantwortlich sind“ weiterzugeben."

Der 80-jährige Vater von Columbus war verärgert darüber, dass das Schloss wegen des 25-jährigen Jubiläums von Disney World in einen riesigen, rosaroten Geburtstagskuchen verwandelt worden war. „Was haben sie mit MEINEM Schloss gemacht?“, wollte er wissen. Dann fügte er obendrein hinzu: „Es gefällt mir nicht“. Columbus meint dazu: „Nun, aus dieser Geschichte können wir etwas lernen. Uns bei Disney gehört gar nichts. Es gehört allen anderen. Wenn Sie eine qualitativ hochwertige Erfahrung bieten, kommen sie immer wieder zurück, um ihre alten Freunde zu besuchen“.